Jochen Reil: »Das ist für mich unerklärlich«

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Er brachte den SB Chiemgau per Elfmeter in Führung: Moritz Knauer. (Foto: Weitz)

Der SB Chiemgau Traunstein steckt in der Fußball-Landesliga Südost weiter tief im Abstiegskampf. Nach guter erster Halbzeit und einer 1:0-Pausenführung verlor der Tabellenvorletzte beim SC Eintracht Freising mit 1:3.


Ein Eigentor von Markus Unterhuber (66.) und zwei Treffer von Luka Brudtloff (73. und 84.) drehten die Partie. Und das leistungsgerecht, wie SBC-Trainer Jochen Reil betont. Denn seine Schützlinge hätten in der zweiten Hälfte »ein ganz anderes Gesicht« gezeigt als vor dem Seitenwechsel: »Das ist für mich unerklärlich.«

Denn auf einmal »haben wir nicht mehr die Kompaktheit gehalten, haben unsere Positionen nicht richtig eingehalten, haben keine klaren Bälle nach vorn gebracht – und wir haben die Zweikämpfe nicht nur meistens verloren, sondern sind oft erst gar nicht in die Zweikämpfe reingekommen«, klagt er.

Der Trainer stellt klar. »Dann helfen auch keine taktischen Maßnahmen mehr.« Dabei hatte er nach der ersten Hälfte ohnehin dieser Hinsicht nichts verändert, »und ich habe betont, dass einfach weiter hundert Prozent nötig sind.«

Doch so gut dies seine Schützlinge im ersten Abschnitt umgesetzt hätten, so mangelhaft war dies in den zweiten 45 Minuten der Fall gewesen. »Und so hat Freising viele einfache Ballgewinne gehabt, und dann gerätst du natürlich unter Druck.«

Das war vor dem Wechsel noch ganz anders: Da zeigten die Spieler des SB Chiemgau eine ansprechende Leistung. Und diese wurde auch belohnt: Als Max Probst einen langen Ball in die Schnittstelle bekam, stürmte SE-Torwart Patrick Negele aus seinem Kasten und traf Probst hart. Der Traunsteiner Angreifer musste einige Minuten behandelt werden, den fälligen Strafstoß verwandelte Moritz Knauer zum 0:1.

Ansonsten standen die Gäste sehr kompakt und ließen kaum gute Angriffe der Freisinger zu. Doch das änderte sich nach der Pause komplett.

Die Traunsteiner machten es den Freisingern zu leicht. »Natürlich haben die viele gute Einzelspieler, die viel Ruhe am Ball haben. Aber wir haben es halt auch zugelassen«, bemängelt Reil. »Wenn man die Positionen nicht rechtzeitig einnimmt und richtig ausfüllt und du die Zweikämpfe vorn und hinten verlierst, dann reicht es halt nicht.«

Zudem kam beim Ausgleich auch noch Pech hinzu: Bei einer Flanke wollte Markus Unterhuber klären, traf aber mit Schwung ins eigene Netz (63.). Das führte zu noch mehr Verunsicherung auf Seiten der Gäste, »da sind dann alle Dämme gebrochen«, berichtet Reil.

So seien die zwei weiteren Gegentore die logische Folge gewesen. »Das waren natürlich schon auch gute Abschlüsse, aber wir haben da auch schon vorher schlecht verteidigt.« So brachte Luka Brudtloff (73.) die Freisinger nicht nur in Führung, sondern legte elf Minuten später auch noch mit dem 3:1 nach.

»Die Mannschaft ist ja willig. Aber wenn sie eben nicht hundert Prozent bringt – wie wir das noch in der ersten Hälfte gesehen haben – dann klappt es halt nicht«, weiß Reil.

Nun geht es für den SB Chiemgau Traunstein am kommenden Freitag (19 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den Kirchheimer SC weiter. Gegen das Schlusslicht wollen die Traunsteiner unbedingt punkten, um den Anschluss zu den rettenden Plätzen zu wahren. »Das ist ein richtungsweisendes Spiel«, betont Reil – und hofft, dass es diesmal in die richtige Richtung geht ...

SE Freising: Negele, Bittner, Mayr, Geuenich, Tiric, Hohlenburger, Schmid, Brudtloff (88. Machl), Zanker, Tatzer (91. Müller), Fischer (58. Davydof).

SB Chiemgau Traunstein: Kao, Schwarz, Unterhuber (85. Gorzel), Petzka (85. Opara), Probst, Finkenthei (58. Smajlovic), Kraus, Daniel, Wallisch, Knauer (71. Weixler), Sherifi.

Tore: 0:1 Knauer (23., Foulelfmeter), 1:1 Unterhuber (66., Eigentor), 2:1 Luka Brudtloff (73.), 3:1 Luka Brudtloff (84.).

Zuschauer: 100.

Schiedsrichter: Benedikt Jany.

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