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»Jetzt muss halt jeder sein Bestes geben«

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Sie hofft, dass bald wieder der Reitbetrieb stattfinden kann: Petra Ostermayer El-Daribi, die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Traunstein.
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Immerhin: Spaß im Schnee gab's zuletzt schon reichlich für die Pferde im Stall des Reit- und Fahrvereins Traunstein. Doch nun hoffen die Verantwortlichen des Vereins und die Reiter, dass die Infektionszahlen sinken und die Pandemie das Leben nicht mehr allzu lange einschränkt – damit auch bald wieder ein normaler Reitbetrieb möglich sein wird.

Die Lage wird auch im Reitsport immer schwieriger – die Hoffnung gibt Petra Ostermayer El-Daribi, Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Traunstein, dennoch nicht auf: »Wir müssen uns sehr engagieren und sind auf Hilfe Dritter angewiesen, um über die Runden zu kommen«, berichtet sie im Hinblick auf die wegen der Corona-Pandemie geltenden Einschränkungen. »Aber die Unterstützung von vielen Seiten macht uns Mut und ich bin ein positiv denkender Mensch«, betont sie.


Das müssen derzeit viele Verantwortliche in den Vereinen auch sein – so wie sie. Denn den Reit- und Fahrverein trifft die Corona-Pandemie gleich von mehreren Seiten, nämlich bei allen üblichen Einnahmefeldern. Das sind vor allem der fehlende Reitschulbetrieb, die Turniere, die Kurse und die fehlenden Einnahmen aus dem laufenden Reitbetrieb.

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Die Kurse und Turniere fielen zuletzt ganz weg – weil sie wegen der Corona-Bestimmungen nicht durchgeführt werden durften. Aufgrund der Umstände sind rückläufige Zahlen bei Mitgliedern und Reitschülern zu verzeichnen, »und bis wir das aufholen, kann es schwierig werden.«

Ostermayer El-Daribi lobt allerdings: »Wir haben zum Glück tolle Einsteller, die helfen viel mit.« Zudem verzichteten diese im Jahr 2020 auch auf die Reduzierung der Boxenmiete wegen des leicht verringerten Mehrwertsteuersatzes.

Schon der erste Lockdown hatte den Reit- und Fahrverein hart getroffen. Von Mitte März bis in den Sommer war kein Reitunterricht möglich. »Einige, die schon dabei waren und dann länger nicht mehr reiten konnten, haben gekündigt.« Zusätzlich entgingen dem Verein Einnahmen, weil das beliebte Ponyreiten seit Mitte März trotz hoher Nachfrage nicht mehr möglich war.

Als im Sommer zumindest die normalen Schulstunden wieder stattfinden konnten, war der Andrang geringer als üblich, »von Juli bis September hatten wir auch da nur ungefähr 70 Prozent unserer sonstigen Einnahmen.« Die jährliche Traunsteiner Stadtmeisterschaft, eine wichtige Einnahmequelle, konnte 2020 nicht durchgeführt werden. Immerhin durfte im Herbst für einige Wochen wieder Longenunterricht stattfinden. Doch seit Anfang Dezember gilt: »Es gibt wieder null Unterricht.« Seitdem darf in der Reithalle keine Anleitung mehr stattfinden.

Derzeit läuft der Stall im Notbetrieb, mit strengen Regeln zum Aufenthalt. Dieser muss angemeldet sein und ist auf maximal zwei Stunden begrenzt. Maximal vier Personen dürfen sich zusätzlich zum Stallpersonal auf der Anlage befinden. »Da wird es für unsere berufstätigen Einsteller schon eng. Viele haben frühestens ab dem späten Nachmittag Zeit«, weiß die Vorsitzende.

Sie hofft, dass die Infektionszahlen sinken und die Pandemie das Leben nicht mehr allzu lange einschränkt – damit auch der Reitsport wieder möglich wird. Klar sei: »Es ist ja niemandes Schuld. Jetzt muss halt jeder sein Bestes geben.« Die Krux ist allerdings: Die Fixkosten bleiben auch ohne Reitunterricht bestehen.

So fallen für die Mindestversorgung eines Schulpferdes inklusive Futter, Einstreu, Hufschmied, Personalkosten oder Tierarzt bis zu 400 Euro im Monat an. Dazu kommt, dass die zehn Schulpferde – davon sieben Ponys – üblicherweise von den Reitschülern geputzt, bewegt und versorgt werden. Dies müssen nun die Angestellten und die Einsteller übernehmen.

»Wir sparen, wo es geht – und dankenswerterweise gab es in den letzten Wochen einige uns wohlgesonnene Unternehmen und Privatpersonen, die uns mit Spenden unter die Arme gegriffen haben«, freut sie sich, gibt aber zu bedenken: »Ohne diese Unterstützung würde es nicht weitergehen.« Daher wirbt Ostermayer El-Daribi weiter um Spenden.

Die Vorsitzende und ihr Team tun alles, um die Schulpferde durch diesen harten Winter zu bringen. Der größte Wunsch von Ostermayer El-Daribi ist, dass bald wieder Reitunterricht stattfinden kann, denn sie weiß: »Die Kinder blühen oft auf, wenn sie bei den Pferden sind.« Dieser Sport sei gerade für Heranwachsende oft die beste psychologische Hilfe.

Um bis zur Öffnung den Betrieb aufrechtzuerhalten, ist dem Verein jede Spende willkommen, so Ostermayer El-Daribi: »Auch kleine Beiträge helfen uns weiter.« Das Spendenkonto des Reit- und Fahrverein Traunstein e. V. hat die IBAN DE12 7105 2050 0000 0172 44, Verwendungszweck »Schulpferde«.

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