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In dieser Szene findet TuS-Kapitän Michael Müller, der später noch den 3:3-Ausgleich erzielte, in Waldkraiburgs Torhüter Bekir Karatepe seinen Meister. Jens Eckl (links) und Mert Lata (rechts) erzielten ebenfalls einen Treffer. (Foto: Weitz)

Ein 3:3-Unentschieden verbuchte der TuS Traunreut im letzten Heimspiel der Saison in der Fußball-Bezirksliga Ost gegen den VfL Waldkraiburg. Über eine Stunde lang lagen die Tom-Stutz-Schützlinge völlig verdient gegen den VfL Waldkraiburg mit 2:1 in Front und konnten auf den Relegationsplatz schielen.


Doch binnen zwei Minuten vermasselten sich die Kicker um Kapitän Michael Müller diese gute Möglichkeit und fingen sich zwei Gegentreffer zum 2:3 ein. Der Spielführer selbst zeigte sich schließlich für das 3:3 verantwortlich, dies wird aber für den Ligaverbleib wohl nicht reichen. Denn da müssten die Grün-Weißen beim TSV Kastl gewinnen und der TSV Waging sollte beim Fixabsteiger FC Hammerau nicht punkten, dann würde es in die Verlängerung um den Klassenerhalt gehen.

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Frühe Führung für die Gäste

Voller Tatendrang begannen die TuS-Kicker die Partie, aber einen Abstimmungsfehler in der Defensive nutzten die Industriestädter gleich zur Führung. Ein Abschlag von Tormann Bekir Karatepe landete bei Franz Kamhuber, dieser setzte Kemo Njie in Szene und dieser überwand Christopher Mayer im Traunreuter Kasten zum frühen 0:1 (5.). So hatten sich die TuS-Fans das sicherlich nicht vorgestellt.

Die Gastgeber aber begannen einen wahren Offensivwirbel. Ersel Aydinalp bediente Michael Müller (14.), dessen Schuss ging knapp am Gehäuse vorbei. Ein weiter Einwurf von Michael Haase wurde von Johannes Schreiber verlängert, der Kopfball von Niki da Silva-Göbl (20.) wurde vom Torhüter zur Ecke abgewehrt. Jens Eckl (21.) scheiterte mit seiner Kopfballchance an Schlussmann Karatepe.

Doch dann war auch dieser bezwungen: Nach einer Aydin-alp-Ecke wuchtete Eckl den Ball mit dem Kopf zum 1:1-Ausgleich (23.) ins Tor. Und es kam noch besser. Ersel Aydinalp flankte in den Strafraum und »Jo« Schreiber köpfte seine Farben mit 2:1 (28.) in Front. Der TuS wollte noch mehr, Schreiber (29./35./37.), Eckl (36.) und da Silva-Göbl (44.) vergaben ihre Chancen und versäumten es damit, vorzeitig die Begegnung zu entscheiden.

Dies sollte sich im Verlauf der zweiten Halbzeit rächen. VfL-Spieler Nebojsa Gojkovic (46.) scheiterte aus 20 Meter am großartig parierenden Mayer im Traunreuter Gehäuse. Michael Müller verfehlte mit Distanzschüssen aus 25 m (49.) und aus 20 m (62.) jeweils knapp das VfL-Tor.

Dann kamen die ominösen zwei Spielminuten, die dem Spiel die Wende brachten. Mert Lata traf mit einem wuchtigen 25-Meter-Freistoß ins Kreuzeck zum 2:2-Ausgleich (73.). Nebojsa Gojkovic tauchte allein vor Mayer auf und brachte die Gäste wieder in Front - 2:3 (74.). Der TuS wusste nicht, wie ihm geschah – so leichtsinnig darf eine Führung nicht aus der Hand gegeben werden.

Tom Stutz brachte Anton Mook und später noch Matthias Raue für Ersel Aydinalp (war über seine Auswechslung nicht erfreut) und Michael Lissek. Dazwischen gab es immer kleine Nickligkeiten, die der gute Schiedsrichter Mustafa Kücük (TV Feldkirchen) aber sofort unterband. Etwas übermotiviert waren dann Markus Swoboda (77.) und Mert Lata (79.), die kurz hintereinander mit der Ampelkarte bedacht wurden.

In Überzahl warf der TuS alles nach vorne. Die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden hatten aber die Gäste. Gojkovics Schuss wurde von Stefan Pitzka auf der Torlinie geklärt (81.). Michael Müller drosch den Ball aus 20 m zum 3:3-Ausgleich (84.) in den Kasten. Jens Eckl köpfte aus kurzer Entfernung drüber (89.), dann war Schluss. Die TuS-Akteure saßen mit hängenden Köpfen auf dem Kunstrasen und trauerten den vergebenen Torchancen nach.

»Unsere Auswärtsschwäche (nur 5 Punkte) hat uns wahrscheinlich den Ligaverbleib gekostet. Aber auch in den Heimspielen haben wir viele Punkte liegengelassen, die wir jetzt dringend bräuchten«, so Traunreuts Pressesprecher Dietmar Schwarz, »aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Jetzt heißt es nochmal, alles rauszuhauen und in Kastl das Unmögliche zu schaffen.« ds