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Jetzt hat auch Pepi Ferstl seine eigene Gondel

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Ab sofort hat Josef »Pepi« Ferstl (rechts) aus Tengling in Kitzbühel seine eigene Gondel an der Hahnenkammbahn – und zwar die mit der Nummer 53. Auch sein Vater Sepp hat bereits seine eigene Gondel, die Nummer acht. (Foto: Kas)

Es war ein Riesenspektakel: Unter großem Medienrummel erhielt Josef »Pepi« Ferstl aus Tengling in Kitzbühel seine eigene Gondel an der Hahnenkammbahn. Der Super-G-Sieger dieses Jahres war überwältigt.


»Es ist etwas ganz Besonderes, definitiv. Es ist einzigartig. Es macht so viel Spaß mit Familie und Freunden hier zu feiern«, sagte der 30-Jährige, dessen Vater Josef seit seinem Abfahrtssieg in »Kitz« vor 40 Jahren selbst eine eigene Gondel hat – die Nummer acht.

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Pepi Ferstl ist angekommen in Tirol im Kreis der alpinen Ski-Legenden – keine Frage. Die ganz Großen sind verewigt auf den Hahnenkamm-Gondeln, angefangen von Toni Sailer über Karl Schranz, Ingemar Stenmark, Jean Claude Killy bis hin zu Alberto Tomba, Bode Miller, Franz Klammer, Marcel Hirscher oder den Neureuthers. Wie bei den Ferstls sind auch ihnen zwei Gondeln gewidmet, Vater Christian und Sohn Felix. »Es freut mich riesig für den Pepi, dass er hier gewonnen hat, so etwas ist ganz fantastisch, Ehrensache, dass ich zum Gratulieren komme«, sagte Felix Neureuther, Slalomspezialist in Ruhestand.

Josef Burger, Vorstandsvorsitzender der Bergbahn AG, stellte beim offiziellen Teil in der Talstation die Leistung der Kitzbühel-Sieger nochmals heraus. »Es ist eine lieb gewonnene Tradition, die Sieger mit einer eigenen Gondel zu ehren. Wir sehen das als besondere Wertschätzung den Sportlern gegenüber«, sagte Burger und überreichte nachträglich noch dem Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes, Wolfgang Maier, eine Kitzbüheler Gams. »Die hätten eigentlich die Trainer verdient«, kommentierte Maier das Überraschungsgeschenk der Weltcup-Organisatoren.

Sieger bei seinem erst dritten Start auf der Streif

Von einem »historischen Moment« sprach Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler. Der Rathauschef merkte an, dass jeder Kitzbühel-Sieger ein überragender Sportler« sei. Michael Huber, Präsident des Skiclubs Kitzbühel und OK-Chef, begrüßte eigens die angereisten offiziellen 57 Fans von Pepi Ferstl und sprach von einer »rekordverdächtigen Leistung von Ferstl«, denn er sei Sieger geworden bei seinem erst dritten Start auf der Streif.

Tourismus-Chefin Signe Reisch nannte die Skirennen in Kitzbühel die »fünfte Jahreszeit«, die Würdigung der Sieger mit den Namen auf den Gondeln sei immer »ein ganz spezieller Moment«.

Zum geselligen Teil ins Starthäuschen hinauf ging es für Pepi Ferstl in der Bahn aber noch nicht in seiner eigenen Gondel. Die wurde unter einem großen Blitzlichtgewitter nämlich erst auf der Bergstation offiziell von ihm und Josef Burger enthüllt und trägt die Nummer 53. Deutschlands erster Super-G-Sieger auf der Streif musste sodann einen Medien-Marathon absolvieren, hatte seine Gattin Vroni und die beiden Kinder Leni (4) und Hannes (2) aber immer im Auge. Bei allem Rummel um seine Person war dem Geehrten deutlich anzumerken, dass für ihn die Familie über allem steht.

Zum Gratulieren gekommen war eigens auch Tachings Bürgermeisterin Ursula Haas, für die solche Momente zu den angenehmsten Terminen im Amtsbereich zählen. »Schön, den Ferstl Pepi in der Gemeinde zu haben, wir fiebern bei allen Rennen mit«, freute sich die CSU-Frau, die sich mehrfach vor der Ferstl-Gondel mit dem berühmten Sohn der Gemeinde ablichten lassen musste. Immer und immer wieder wurde der Tenglinger dann auch von den Fans zu Selfies und Fotos gebeten. Die Anhänger kamen aus Tengling, Taching, Siegsdorf und natürlich vom Skiclub Hammer, für den Ferstl nach wie vor startet.

Auch Dominik Paris wird geehrt

Mit Ferstl geehrt wurde auch der Südtiroler Dominik Paris. Der besitzt seit 2013 eine eigene Gondel und bezwang die Streif danach noch drei weitere Male als Sieger, zuletzt Ende Januar. »Größte Hochachtung – vier Mal in Kitzbühel zu gewinnen ist schon eine ganz große Leistung«, sagte Bürgermeister Winkler. Und Ferstl und Paris feierten anschließend gemeinsam, auch ein Beweis, dass sie sich nicht als Konkurrenten sehen, sondern, wie Pepi Ferstl meinte »als Mitglieder einer großen Skifamilie«. kk