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Die SBC-Spielertrainer Danijel Majdancevic (rechts, hier im Duell gegen den Freisinger Florian Schmuckermeier) wollte die Relegation unbedingt vermeiden. Doch sein Team verlor am letzten Spieltag in Kirchheim mit 1:6 und weil die direkten Konkurrenten alle punkten konnten, müssen die Traunsteiner nun weiter zittern. (Foto: Weitz)

Jetzt geht das große Zittern los: SB Chiemgau muss nachsitzen

Was für ein Debakel für den SB Chiemgau am letzten Spieltag der Fußball-Landesliga Südost: Das Team von Spielertrainer Danijel Majdancevic ging im Kellerduell gegen den Kirchheimer SC sang- und klanglos mit 1:6 unter – und es sollte an diesem Nachmittag noch bitterer für die Traunsteiner kommen. 


Denn im Gegensatz zu dem Team aus der Großen Kreisstadt, das lediglich noch einen Punkt in Kirchheim für den sicheren Klassenerhalt holen hätte müssen, erledigten der SSV Eggenfelden (4:1-Sieg beim SV Bruckmühl), der TSV Brunnthal (1:0-Sieg gegen Schlusslicht TSV Kastl), der TSV Ampfing (4:1-Erfolg beim FC Töging, der damit direkt absteigt) ihre Hausaufgaben und feierten im letzten Moment wie SBC-Gegner Kirchheim den direkten Ligaverbleib. Die Traunsteiner hingegen rauschten dadurch in der Tabelle vom 10. auf den 14. Platz zurück und finden sich nun in der Relegation wieder.

»Wir sind wahnsinnig enttäuscht«, betonte Danijel Majdancevic in einer ersten Analyse unmittelbar nach dem Schlusspfiff. »Der Frust sitzt tief. Es ist irgendwie alles zusammengekommen, aber man darf so natürlich nicht auftreten«, fügte Jochen Reil, der Sportliche Leiter des SB Chiemgau, hinzu. Majdancevic wurde noch deutlicher: »Man darf sich nicht so abschlachten lassen in einem so wichtigen Spiel.«

Er wollte auch nicht als Ausrede gelten lassen, dass der SBC vor der Partie einige Ausfälle verkraften musste: So verletzte sich Torwart Issa Ndiaye im Abschlusstraining, Waldemar Daniel und Mevlud Sherifi meldeten sich wegen muskulärer Probleme ab und Mike Opara fiel krankheitsbedingt wie Maximilian Hosp für die erste Elf aus. Alle Spieler nahmen zwar – bis auf Ndiaye – auf der Bank Platz, aber lediglich bei Opara reichte es für einen Kurzeinsatz. »Wir müssen jetzt schauen, dass wir den einen oder anderen für die Relegation wieder fit bekommen«, betonte Reil, »und wir müssen die Köpfe wieder freibekommen.« Auch deshalb holte er das Team unmittelbar nach der Partie in Kirchheim auch auf dem Platz zusammen und schwor es auf die kommenden Aufgaben ein.

Die Relegation wurde bereits am Samstagabend ausgelost. Die Paarungen zogen BFV-Verbandsspielleiter Josef Janker sowie die beiden Junioren-Spielerinnen aus der U 13 bzw. U 14 des FV Illertissen, Lea Steller und Sophie Klein. Der SB Chiemgau findet sich in der Gruppe Süd-Ost wieder und trifft dabei in der ersten Runde auf die SpVgg 1906 Haidhausen, Zweiter der Bezirksliga Süd. Im zweiten Duell sind der Bezirksliga-Ost-Zweite ESV Freilassing und der SB DJK Rosenheim, Tabellensechzehnter der Landesliga Südost, gefordert.

Die Hinspiele sind für Donnerstag, also am Vatertag, um 16 Uhr angesetzt. Die Rückspiele steigen am Sonntag um 16 Uhr. Die Gewinner – es wird dabei der alte Europapokal-Modus angewandt, also bei Punkt- und Torgleichheit zählen die Auswärtstore doppelt – treffen in einer weiteren Runde aufeinander. Nur der Sieger der zweiten Runde spielt in der neuen Saison in der Landesliga – eine Mammutaufgabe!

In Kirchheim zeigte die Heimmannschaft schnell, wer Herr im Haus ist. Bereits in der 15. Minute musste SBC-Tormann Thomas Unterhuber das erste Mal hinter sich greifen. Eine Ecke von Korbinian Vollmann köpfte Peter Schmöller zur Führung ein – und der Kirchheimer Offensivmann schoss den SBC praktisch im Alleingang ab, denn er sollte an diesem Tag als fünffacher Torschütze in Erscheinung treten. »Er hatte einen Sahnetag«, stellte Reil fest. Er ergänzte auch noch: »Die Kirchheimer haben das Spiel von der ersten Minute an angenommen und sie wollten den Sieg. Wir haben uns in der Defensive schwer getan und nie einen Zugriff gefunden.« Allein im ersten Durchgang traf Schmöller dann noch zwei weitere Male (23. und 42.) und stellte mit seinem Hattrick die Weichen bereits nach den ersten 45 Minuten auf Sieg.

Doch trotz des 3:0-Vorsprungs der Kirchheimer machte Majdancevic seinem Team in der Halbzeit Mut. »Wir haben nicht aufgegeben«, versicherte der Spielertrainer und seine Mannschaft kam in der Tat nochmals heran. Majdancevic selber verkürzte in der 64. Minute. »Das hat uns Rückenwind gegeben.« Doch die Gastgeber kämpften ebenfalls und Peter Schmöller machte mit dem 4:1 (72.) schließlich alles klar.

»Das Gegentor zum 4:1 hat uns letztlich das Genick gebrochen«, stellte Majdancevic fest. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich auch informieren lassen, wie es auf den anderen Plätzen stand. »Da wusste ich, dass es schlimm für uns ausgehen könnte«, sagte der Spielertrainer. Seine Befürchtungen bewahrheiteten sich letztlich. Dass die Kirchheimer den Gästen in der Schlussphase dann noch zwei weitere Treffer durch Peter Schmöller (76.) und Martin Younan (87.) einschenkten, interessierte da schon niemanden mehr.

»Wir ärgern uns richtig, aber wir müssen uns jetzt auf die nächsten Spiele konzentrieren«, blickte Danijel Majdancevic bereits auf die Relegation. Und er gab sich gewohnt selbstbewusst: »Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand.«

Kirchheimer SC: Babic (87. Magdolen), Maiberger, Ecker (80. Younan), Baitz, Zielke, Vollmann, Zabolotnyi, Pfeiffer (71.Löns), Özdemir (74. Geier), Jacobi (59. De Brito), Schmöller.

SB Chiemgau Traunstein: Thomas Unterhuber, Majdancevic, Probst, Hrvoic, Kraus, Finkenthei, Wallisch, Knauer, Helic (77. Opara), Mako, Smaijlovic.

Tore: 1:0 Peter Schmöller (15.), 2:0 Peter Schmöller (23.), 3:0 Peter Schmöller (42.), 3:1 Danijel Majdancevic (42.), 4:1 Peter Schmöller (72.), 5:1 Peter Schmöller (76.), 6:1 Martin Younan (87.).

Zuschauer: 200.

SB

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