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Jeder Verein braucht einen Hygiene-Beauftragten

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Wie alle anderen Tischtennis-Cracks aus der Region hätte auch Traunsteins »Einser«, Alexander Pawlow, die Saison 2019/20 gern regulär zu Ende gespielt. Gleichwohl freut er sich nach dem Corona-bedingten Abbruch der Spielzeit natürlich über den 3. Platz seines Teams in der Bezirksliga Ost. (Foto: Bittner)

Eine ruhige Zeit – und doch turbulent: Die Corona-Krise hat das Sportgeschehen und damit auch den Tischtennis-Sport in Bayern massiv verändert. Außer den notwendigen Entscheidungen zur abgebrochenen, jedoch gewerteten Spielzeit gab es in den letzten Wochen seitens des heimischen Bezirks 16 Oberbayern Ost nur vereinzelte und spärliche Informationen – »vor allem, weil sich die Situation täglich änderte«, heißt es aus der Geschäftsstelle des Bayerischen Tischtennis-Verbands (BTTV) in München.


In der abgebrochenen Saison überzeugte der TuS Traunreut als einziger Verein aus dem Landkreis Traunstein in der hochklassigen Bezirksoberliga mit Tabellenplatz 5 – den Ligaerhalt konnte das Team um »Einser« Andreas Auer somit souverän einfahren. In der Bezirksliga West feierte der starke ASV Grassau die Vizemeisterschaft hinter Meister und Aufsteiger SV DJK Kolbermoor II.

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TSV Siegsdorf in der Gruppe Ost vorn

In der Ost-Gruppe konnte der TSV Siegsdorf souverän Platz 1 verbuchen – in 13 Spielen blieb die Mannschaft ungeschlagen, mit 26:0 Punkten, steigen Walter Graßl & Co. in die BOL auf. Vizemeister wurde der SV Oberteisendorf (24:8) vor dem Post-SV Traunstein (20:10) mit »Einser« Alexander Pawlow. Die Traunreuter Zweite (8:20) schaffte als Tabellenachter gerade so den Klassenerhalt.

Aus dem Landkreis feierten auch der SV Kay (Meister der Bezirksklasse A), der TSV Stein/St. Georgen und der ASV Grassau II (beide Bezirksklasse B), der Post-SV Traunstein II, TSV Waging II und der SC Inzell (alle Bezirksklasse C), der TSV Fridolfing IV, TSV Übersee IV und der SC Vachendorf III (alle Bezirksklasse D) Aufstiege. Ihnen gelang somit auch der Sprung in die nächsthöhere Liga.

Aus dem Berchtesgadener Land überzeugte neben dem TV Laufen (höchster BGL-Klub) als Sechster der Bezirksoberliga, dem SV Oberteisendorf als Bezirksliga-Vizemeister und dem TSV Bad Reichenhall als Bezirksklassen-Meister vor allem auch der TSV Teisendorf. Die Teisendorfer durften sich nach dem vorzeitigen Saisonende gleich über drei Aufstiege ihrer Mannschaften freuen.

Seit 16. Mai sind nun die Vereinsmeldungen für die kommende Saison 2020/21 möglich beziehungsweise freigeschaltet. Das Zeitfenster für alle Teams ist bis 10. Juni geöffnet. Rückzüge von gemeldeten Mannschaften in Bezirksklassen und Bezirksligen sowie im gesamten Seniorenbereich werden aufgrund der Corona-Krise bis 31. Dezember 2020 finanziell nicht sanktioniert. Die Tischtennis-Spielzeit 2019/20 wurde deutschlandweit abgebrochen.

Über die Wertung innerhalb des BTTV wurde viel diskutiert, kommuniziert und letztlich juristisch entschieden. Es gab keine Lösungen, die mit einer »normalen« Spielzeit vergleichbar gewesen wären und die allen Vorstellungen der Vereine beziehungsweise Mannschaften hätten gerecht werden können.

Immer noch kein Trainingsbetrieb

Kontaktbeschränkungen und behördliche Vorgaben erlauben bis zum heutigen Tage keinen Trainingsbetrieb, nicht einmal unter Einhaltung entsprechender Hygiene- und Schutzmaßnahmen. »Uns allen ist bewusst, dass unsere Sportart für eine Lockerung der Beschränkungen, besonders durch die sportartspezifische Einhaltung der Abstandsregeln, prädestiniert ist«, heißt es in einer Pressemeldung des BTTV.

Der Verband habe dies gegenüber dem zuständigen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration mehrfach geäußert. Eine Entscheidung stehe jedoch nach wie vor aus, derzeit werde intensiv an Lösungen gearbeitet.

Sollte es wieder erlaubt sein, in den Tischtennis-Trainingsbetrieb einzusteigen, wird dies selbstverständlich nur unter bestimmten Auflagen möglich sein. Der BTTV hat für den Fall der Öffnung ein Schutzkonzept mit Hygiene- und Verhaltensregeln für den Amateursport in Bayern erarbeitet. Das Konzept ist bereits online einsehbar, damit sich alle Vereine gezielt darauf vorbereiten können.

Allgemeine Vorgaben werden berücksichtigt

Darin sind die allgemeinen Vorgaben des DOSB und des deutschen Verbands DTTB ebenso berücksichtigt wie die Vorgaben der Bayerischen Regierung. Bestandteil des Konzepts für den Tischtennis-Sport in Bayern ist die Ernennung eines »Hygiene-Beauftragten« in den Vereinen, unter anderem als zentrale Anlaufstelle für Rückfragen. Er oder sie solle die Maßnahmen im Verein grundsätzlich initiieren und überwachen.

Der BTTV plant zum jetzigen Zeitpunkt eine größtenteils »normale« Spielzeit. Sollte sich in den nächsten Wochen herausstellen, dass diese nicht möglich ist, wird es Alternativen geben (müssen). Eine Arbeitsgruppe im Deutschen Tischtennis-Bund berät aktuell darüber, welche Passagen der Wettspielordnung so geändert werden können, dass im Falle von behördlichen Beschränkungen immer noch ein regulärer Spielbetrieb möglich ist. bit

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