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Ruhpoldings Feuerwehr-Kommandant Michael Mayer jun. koordiniert den Einsatz der Feuerwehren beim Biathlon-Weltcup

Jede Menge Arbeit und obendrauf auch noch Launemacher

Ihr Job rund um den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding ist hart und anspruchsvoll. Dennoch sind die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren immer gut gelaunt – und sie sorgen gerade auch am Abend nach der Veranstaltung für beste Stimmung unter den abreisenden Zuschauern. Denn bei der Abfahrt von der Chiemgau-Arena kann es schon einmal zu Wartezeiten kommen – und da sorgen die Feuerwehrler kurzerhand mit ein paar Tanzeinlagen für Unterhaltung. »Dadurch wird das Warten einfach kurzweiliger«, begrüßt auch der Vorsitzende der Ruhpoldinger Feuerwehr, Andreas Stief, diesen besonderen Einsatz der Männer.

Die Feuerwehrmänner aus Eisenärzt und Ruhpolding arbeiten beim Biathlon-Weltcup Hand in Hand und unterhalten die wartenden Zuschauer auch schon einmal mit einigen Tanzeinlagen. (Foto: Feuerwehr)

Aber das Tanzen ist natürlich nicht die Hauptbeschäftigung der Feuerwehrleute beim Weltcup. »Grundsätzlich haben wir drei Aufgabengebiete zu erfüllen«, sagt der Ruhpoldinger Kommandant Michael Mayer jun., der den Einsatz rund um den Biathlon-Weltcup nun seit drei Jahren koordiniert. »Wir haben an der Chiemgau-Arena eine feste Sicherheitswache, wir sind für die Zufahrtskontrollen an den Einfahrten zuständig und wir sind für die Verkehrsregelung verantwortlich.«

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Freilich kann die Feuerwehr Ruhpolding den personellen Aufwand, der dafür nötig ist, nicht alleine stemmen. Deshalb bekommt sie Unterstützung von den Feuerwehren Eisenärzt, Übersee, Inzell und in diesem Jahr auch von der Feuerwehr Siegsdorf. »Denn in Siegsdorf haben wir in diesem Jahr einen zusätzlichen Parkplatz eingerichtet, der von den Shuttle-Bussen angefahren wird und dort sind eben die Kollegen aus Siegsdorf aktiv«, sagt Mayer.

Die Feuerwehr Inzell kümmert sich parallel dazu, um die Verkehrslenkung beim Shuttle-Parkplatz in Inzell. Und die Überseer Kollegen sind mit ihrem Löschbuggy direkt bei der Sicherheitswache an der Chiemgau-Arena stationiert und unterstützen dort die Ruhpoldinger und Eisenärzter, die ja auch noch die anderen Einsatzorte abzudecken haben – sie sind ja auch für die Verkehrslenkung in und um Ruhpolding zuständig.

»Da wird wirklich perfekt zusammengearbeitet«

Pro Weltcup-Tag sind damit also allein von der Feuerwehr Ruhpolding 20 bis 25 Mann im Einsatz und auch die Eisenärzter stellen so viele Einsatzkräfte zur Verfügung. Die Feuerwehrler arbeiten dabei auch komplett ehrenamtlich – und die Tage während des Weltcups sind lang. »Unser Dienst beginnt meist schon um 7.30 Uhr und endet, wenn das Stadion leer ist«, sagt Mayer. »Zudem müssen sich viele dafür ja auch extra Urlaub nehmen«, lobt er die Einsatzbereitschaft. Probleme, dass der Dienstplan während des Weltcups voll wird, haben die Ruhpoldinger übrigens nicht. »Wir haben wirklich ein eingespieltes und junges Team«, freut sich Andreas Stief, »Da wird wirklich perfekt zusammengearbeitet.«

Und der Weltcup sei für die Feuerwehrler ja auch immer etwas Besonderes im Terminkalender. »Das hat schon ganz andere Dimensionen wie andere Veranstaltungen«, betont Stief. Davon kann auch Michael Mayer ein Lied singen. Denn er ist fast das ganze Jahr über mit dem Thema Weltcup beschäftigt. »Langweilig wird es einem da nicht«, sagt er. »Die Grundlagen sind mittlerweile natürlich da, aber unsere Konzepte werden ständig überarbeitet und optimiert.« Die Aufgaben seien auch immer mehr geworden, »aber diesen stellt man sich«, sagt Mayer. Alles erfolge natürlich in enger Abstimmung mit dem Sicherheitskoordinator Markus Wild und den anderen Einsatzkräften.

Vor allem der Sonntag kostet viel Energie

Und so sind Vorstand Stief und auch Kommandant Mayer froh, wenn »alles gut gegangen ist«. Vor allem der Sonntag fordert nochmals die ganze Energie der Ehrenamtlichen. »Das ist wirklich der brutalste Tag«, sagt Mayer. Denn durch die zwei Wettkämpfe und den frühen Beginn reisen die Fans relativ geballt an. »Wir haben dann einfach weniger Zeit, die Masse zur Chiemgau-Arena zu bringen.« Um so wichtiger ist es, dass die Feuerwehr gut und eng mit den anderen Einsatzkräften und dem RVO zusammenarbeitet. »Da muss wirklich ein Rädchen in das andere greifen.«

Auch deshalb hat man sich in diesem Jahr dazu entschieden, die Einsatzzentrale der Feuerwehr und des RVO direkt ins Feuerwehrhaus nach Ruhpolding zu verlegen. »Damit können wir noch schneller reagieren«, ist Mayer überzeugt. Seine Leute, die draußen an den Haltestellen im Einsatz sind, freuen sich sicher, das zu hören. Dennoch haben auch sie für diese Weltcup-Auflage schon wieder ein paar Tanzeinlagen einstudiert – denn trotz des enormen Arbeitsaufwands soll ja auch die gute Laune nicht zu kurz kommen. SB