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Ismaning ist eine Nummer zu groß für den SBC

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Ismanings Manuel Ring (rechts) erzielte das zweite Tor für die Gäste. In dieser Szene versuchten die Traunsteiner Florian Marchl (Mitte) und Andy Balck, ihn zu stoppen. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Kaltenhauser, Köppl, Bauer, Thudt (80. Schützinger), Schön (70. Eibl), Tahir, Balck (70. Peetz), Daniel, Marchl, Kennedy.


FC Ismaning: Pingitore, Buch, Beck, Siedlitzki (80. Bee), Siebald, Fischer, Stijepic, Ring, Auerweck (86. da Costa Barros), Ehret, Grill.

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Schiedsrichter: Daniel Weiderer (Rinchnach).

Zuschauer: 720.

Tore: 0:1 Fischer (18.); 0:2 Ring (24.); 0:3 Stijepic (44.); 1:3 Schön (49.).

Nach fünf Spielen in Folge ohne Niederlage hat es den SB Chiemgau Traunstein in der Fußballl-Landesliga Südost wieder erwischt: Das Team von Adam Gawron verlor am Freitagabend vor 720 Zuschauern das Heimspiel gegen den weiterhin ungeschlagenen Spitzenreiter FC Ismaning.

Adam Gawron lobt seine Spieler

»Die Moral bei meiner Truppe stimmt«, zeigte sich Gawron nach dem Schlusspfiff dennoch zuversichtlich für die kommenden Aufgaben. »Wir wollten das Spiel drehen. Zudem sei eine Niederlage gegen Ismaning »kein Beinbruch, da werden sich noch viele die Zähne ausbeißen«, gab er sich überzeugt. »Wir haben gezeigt, dass wir nicht ganz so weit weg sind«, befand er.

Die Partie begann gleich kurios. Denn Schiedsrichter Daniel Weiderer aus Rinchnach hatte die Partie kaum angepfiffen, da brach er, als ein Blitz am Himmel zuckte, auch schon wieder ab – exakt nach 42 Sekunden. Das nahende Unwetter machte den Akteuren also einen Strich durch die Rechnung und so war erst einmal warten angesagt. Als viele der Zuschauer schon mit einem kompletten Abbruch der Partie rechneten, entschied der Unparteiische, dass die Begegnung doch noch fortgesetzt werden konnte. Das Unwetter hatte sich nämlich wieder verzogen und so ging es mit einer Stunde Verspätung endlich richtig los. »Ich denke nicht, dass die Verzögerung das Spiel beeinflusst hat«, betonte Adam Gawron hinterer.

Und in der Tat: Die Traunsteiner, denen nach den vielen verletzungsbedingten Ausfällen nach wie vor vor allem in der Offensive der Schuh drückt, starteten nicht schlecht in die Partie. Patrick Schön hatte mit seinem Versuch aus nächster Nähe aber Pech, er drosch den Ball übers Tor (4.).

Danach übernahmen mehr und mehr die Gäste die Initiative – und wie: Teilweise griffen die Ismaninger mit vier bis fünf Stürmern an. »Sie haben taktisch perfekt gespielt«, lobte Gawron. In der 18. Minute wurden die Angriffe erstmals belohnt: Nach einem Pass von Mijo Stijepic in die Gasse hatte Bastian Fischer freie Bahn und überwand SBC-Tormann Issa Ndiaye. Sechs Minuten später musste der Traunsteiner Schlussmann erneut hinter sich greifen, als Manuel Ring gleich einige SBC-Abwehrspieler im Strafraum austanzte und dann trocken zum 2:0 einschob.

Kurze Zeit darauf änderte Gawron seine Taktik. Er beorderte Kapitän Max Bauer, der diesmal als einzige Sturmspitze begonnen hatte, wieder zurück an seinen angestammten Platz in die Abwehrreihe. Dafür ging Davut Tahir nach vorne. »Das hat unseren Spielfluss verändert«, gab Gawron zu. Ein kluger Schachzug, denn fortan häuften sich die Möglichkeiten für die Heimelf. Die größte hatte Schön in der 37. Minute. Sein Schuss aus rund 20 Meter ging nur an die Latte und den Nachschuss von Tahir hielt Ismanings Tormann Emilio Pingitore sicher. Danach scheiterte Florian Marchl (39. und 40.) mit zwei guten Gelegenheiten. Doch während die Traunsteiner einfach kein Glück im Abschluss hatten, schlugen die Ismaninger noch vor der Pause ein drittes Mal eiskalt zu. Mijo Stijepic machte mit dem Pausenpfiff das 3:0.

SBC legt nach dem Wiederanpfiff gut los

Nach dem Seitenwechsel lichteten sich die Reihen auf der Tribüne. Einige Zuschauer zogen es angesichts der klaren Führung der Gäste doch lieber vor, das Bundesligaeröffnungsspiel des FC Bayern gegen den Hamburger SV im Sportlerbräu zu verfolgen. Dabei legte der SBC gleich nach dem Wiederanpfiff gut los. Nach einem Pass von Bauer in den Strafraum stand Schön goldrichtig und schob den Ball aus nächster Nähe in die Maschen. Die Heimelf schöpfte nochmals Hoffnung und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Stijepic (51. und 54.) testete Ndiaye, auf der Gegenseite jagte Bauer den Ball über den Kasten.

Danach verlor die Partie jedoch etwas an Klasse. Ismaning verwaltete das Ergebnis geschickt, der SB Chiemgau fand kein Mittel mehr. Erst ganz zum Schluss wurde es nochmals spannend. Waldemar Daniel hätte in der 85. Minute beinahe noch das 2:3 erzielt, aber er scheiterte am Ismaninger Torwart. In der 88. Minute traf Daniel dann ins Tor, doch der Schiedsrichter erkannte den Treffer wegen eines Foulspiels nicht an. »Ismaning ist ein würdiger Tabellenführer«, befand Gawron. »Wir haben heute unsere Grenzen gesehen, aber das ist durchaus auch ein Gewinn.« SB