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Inzell muss Olympia-Träume begraben

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In der Max-Aicher-Arena hätten 2026 die Eisschnelllauf-Wettbewerbe stattfinden sollen. Der Gemeinderat hatte eine Anfrage aus Tirol schon gutgeheißen. Doch nach dem »Nein« der Tiroler wird Inzell keine Olympia-Austragungsstätte werden.

Die Tiroler haben sich zum dritten Mal gegen Olympische Winterspiele vor der Haustür ausgesprochen. Bei einer Volksbefragung lehnten am Sonntag gut 53 Prozent eine Bewerbung um die Austragung 2026 ab (wir berichteten bereits kurz). »Damit ist Olympia zu begraben, das Thema ist erledigt«, sagte Innsbrucks Stadtrat Franz Gruber noch am Wahlabend enttäuscht, als der negative Ausgang des Referendums klar wurde. Es sei eine versäumte Chance, haderte Österreichs Skiverbandschef Peter Schröcksnadel.


»Es ist eine sehr gute Bewerbung gewesen«

Damit platzt auch der Traum in Inzell um Olympia-Wettbewerbe: Die Österreicher hatten angefragt, ob in der Max-Aicher-Arena die Eisschnelllauf-Wettbewerbe stattfinden könnten. Der Gemeinderat hatte eine Anfrage aus Tirol schon gutgeheißen. »Wir sind natürlich schon enttäuscht«, sagte Inzells Bürgermeister Hans Egger. »Aus unserer Sicht wäre es eine sehr gute Bewerbung gewesen. Aber es ist eben nicht in unserer Hand gelegen und die Tiroler Bevölkerung hat sich dagegen entschieden.«

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Für das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird es immer schwieriger, klassische Wintersportorte für eine Austragung zu gewinnen. Die Tiroler hatten bei Volksbefragungen 1993 und 1997 schon gegen eine Olympia-Bewerbung gestimmt. 2013 hatten sich die Bürger in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, München und Garmisch-Partenkirchen gegen eine Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 in Bayern ausgesprochen. In Tirol beteiligten sich jetzt gut 58 Prozent der Einwohner an der Abstimmung.

»Schade, dass es nun auch im benachbarten Tirol nicht geklappt hat, die Bürger für Olympische und Paralympische Spiele in dieser ganzheitlich bewährten Wintersportregion zu überzeugen«, sagte Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund. »Das zeigt, wie schwer es aktuell ist, die notwendigen demokratischen Mehrheiten für solche Projekte zu sichern.«

Die Befürworter der Tiroler Bewerbung hatten die Kosten in einer Machbarkeitsstudie auf 1,175 Milliarden Euro geschätzt. Der Betrag sollte durch den Beitrag des IOC, Eintrittskarten sowie Sponsoren gedeckt werden. Tirol wollte bestehende Sportstätten nutzen und keine dauerhaften Neubauten erstellen – doch selbst dieses Konzept überzeugte nicht.

Die Alpinwettbewerbe sollten in St. Anton, die Biathlon-Rennen in Hochfilzen stattfinden. In Seefeld sollten Langläufer und Skispringer an den Start gehen. Dieses Konzept sei gut gewesen, betonte Egger. »Aber die Verunsicherung in der Bevölkerung ist wohl einfach zu groß«, fügte Egger hinzu, »vor allem in Sachen Kosten.« Das sei sehr schade, denn »für uns wäre es sicherlich eine gute Werbung gewesen und ein Mehrwert für unsere Sportstätte.«

Inzell hatte sich ja bereits in der Vergangenheit mehrfach bei große Wettbewerben ausgezeichnet. 2011 etwa war in der Max-Aicher-Arena die Eisschnelllauf-WM. Der nächste Höhepunkt wird nun 2019 sein, wenn in Inzell die Einzelstrecken-WM stattfindet.

Innsbruck hatte die Olympischen Spiele schon in dem extrem schneearmen Winter 1964 sowie 1976 ausgerichtet. In Deutschland sind die Spiele von 1976 vor allem durch die Erfolgswelle der deutschen Skirennläuferin Rosi Mittermaier in Erinnerung geblieben. Sie holte dort zweimal Gold und einmal Silber.

Wo die XXV. Olympischen Winterspiele 2026 stattfinden, entscheidet das Internationale Olympische Komitee wahrscheinlich im Oktober 2019. Interesse an einer Bewerbung haben noch Calgary (Kanada), Lillehammer (Norwegen), Sapporo (Japan), Sion (Schweiz), Almaty (Kasachstan) und Erzurum (Türkei) geäußert. Die nächsten Winterspiele finden 2018 in Pyeongchang (Südkorea) und 2022 in Peking (China) statt. SB