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»In einen positiven Lauf kommen«

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Auf seine Dynamik hofft SBC-Trainer Jochen Reil auch diesmal wieder: Max Probst (rechts, hier gegen Roland Fichtl), der allerdings erst am Donnerstag wieder ins Training einsteigen konnte. (Foto: Weitz)

Der SB Chiemgau Traunstein möchte seinen Negativtrend in der Fußball-Bayernliga Süd stoppen:


Die Crew von Trainer Jochen Reil gastiert am heutigen Samstag um 15 Uhr zum Neulingsduell beim Tabellensiebten TSV Schwaben Augsburg. Nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Begegnungen geraten die Kicker aus der Großen Kreisstadt allmählich in Zugzwang. Aktuell rangieren sie auf einem der vier Abstiegsrelegationsplätze und nur einen Zähler vor dem ersten Direktabstiegsplatz (18./derzeit BCF Wolfratshausen).

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Im Umfeld gibt es durchaus schon Leute, die ein bisschen nervös werden, doch Reil scheint nach wie vor fest im Sattel zu sitzen. Beispielsweise sagte gestern DFB-Koordinator Peter Wimmer (Bad Endorf), der ja in Sachen Nachwuchs eng mit dem SBC zusammenarbeitet: »Jetzt muss man die Ruhe bewahren. Was hier wächst, braucht einfach seine Zeit. So schnell geht das alles nicht!«

Zudem muss man Reil zugute halten, dass das SBC-Team den letzten Gegnern meist zumindest auf Augenhöhe begegnete, zudem der eine oder andere Verletzte oder Urlauber zu beklagen war – und auch aktuell noch ist. So fehlt zum zweiten Mal in Folge »Xandi« Köberich, der erst wieder im Heimspiel gegen Schlusslicht TSV Kornburg (Samstag, 16. September, 18.30 Uhr) zur Verfügung steht.

Auch Franz Eyrainer kann heute im Ernst-Lehner-Stadion an der Stauffenbergstraße 13 nicht auflaufen. Er hat sich am vergangenen Wochenende beim Aufwärmen – genauer gesagt beim Schießen – verletzt. »Er hatte vorher auch noch Grippe, und wenn die Muskulatur dann eh schon etwas geschwächt ist, passiert so etwas halt auch noch viel leichter«, betonte Reil.

Da die Langzeitausfälle »Sebi« Mayer und Yannick Weiß ohnehin nicht mitwirken können, ist nun die Breite des Kaders gefordert, zumal es weitere Einsatzfragezeichen gibt. So konnten Maxi Probst (Grippe) und Linor Shabani (Nerv im Knie gereizt) erst am Donnerstag wieder ins Training einsteigen. »Bei ihnen hoffe ich schon, dass es geht«, so Reil, der übrigens diese Woche selbst im Kurzurlaub weilte, sodass Co-Trainer Martin Grigat (wie Reil 45 Jahre alt) die Übungseinheiten leitete.

Gut sehe es bei Dominik Schlosser aus, dessen Platzwunde aus dem Heimauftritt gegen den TSV Kottern (1:2) einen Einsatz in der Fuggerstadt nicht verhindere, erklärte der Traunsteiner Trainer. Er bezeichnet die Hausherren nach einer Spionagetour als »spielstarken Aufsteiger«. Kein Wunder, haben die Schwaben doch ihr jüngstes Heimmatch gegen Spitzenreiter SV Pullach vor 14 Tagen mit 2:1 für sich entschieden. Verwundbar sind sie trotzdem, denn seitdem verbuchten sie nur noch ein Pünktchen aus den beiden Gastspielen in Schwabmünchen (2:2) und Wolfratshausen (0:1).

Als »unser Hauptthema« bezeichnet Reil derzeit die schwache Chancenverwertung. »Wir hatten in der zweiten Halbzeit gegen Kottern vier, fünf 'Hundertprozentige', da musst du halt auch mal deine Tore machen«, analysiert er. Auch in puncto Abwehrverhalten sieht er Verbesserungsbedarf: Beide Gegentore gegen Kottern fielen nach Standards, »was aber umgekehrt auch heißt, dass wir aus dem Spiel heraus nichts zugelassen haben und da ganz gut dabei sind.«

Nun will man »wieder in einen positiven Lauf« kommen, wobei es wichtig sei, »dass jeder weiß, was er falsch macht – und das ist bei uns der Fall.« Die starke Bayernliga verzeiht nämlich nicht einmal die kleinsten Fehler und Unzulänglichkeiten. cs