weather-image
22°

»Im Vergleich fehlen 400 000 Euro«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Engelbert Schweiger in seiner Antrittsrede als neuer Vorsitzender des Skiverbands Chiemgau. (Foto: Mergenthal)

Die finanzielle Ausstattung nannte der neue Vorsitzende des SV Chiemgau, Engelbert Schweiger, in seiner Antrittsrede das »größte Problem« des Skiverbands: Wegen der vergleichsweise niedrigen Mitgliederzahlen liege der SV Chiemgau mit einem Etatvolumen von etwa 50 000 bis 60 000 Euro im letzten Drittel der elf bayerischen Skigaue. Im Vergleich zum Allgäuer Skiverband fehlten 400 000 Euro.


»Sehr viel Geld, das uns fehlt, um zusätzliche Trainer und Ausstattung finanzieren zu können«, betonte Schweiger. An der Änderung dieser Situation müsse die neue Vorstandschaft ebenso wie frühere Vorstandschaften arbeiten. Der Vorsitzende warnte jedoch vor allzu hohen Erwartungen für die nächste Zeit.

Anzeige

Zentrale Aufgaben des Verbands sind für den Ruhpoldinger die Vertretung der Belange seiner 78 Mitgliedsvereine gegenüber den BSV und dem DSV, die Förderung des Nachwuchsleistungssports und das Ausbildungswesen. Dass trotz der mangelhaften Finanzausstattung im Chiemgau so viele Sportler den Sprung an die Weltspitze geschafft haben, führte Schweiger zum einen auf neu geschaffene Fördervereine zurück und zum anderen auf die vorhandene Infrastruktur in den großen Bundesstützpunkten in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land.

Zudem seien alle wichtigen Behörden des Leistungssports in der Region vertreten. Diese sicherten den heimischen Skinachwuchs auch über eine mögliche berufliche Zukunft ab, betonte Schweiger vor den zahlreichen Besuchern, darunter der stellvertretende Leiter der Bundespolizeisportschule Bad Endorf, Alfons Hopf.

Eine wichtige Stütze sind für ihn jedoch auch – wie bereits für seinen Vorgänger Peter Hüttinger – »aktive und intakte Vereinsstrukturen« und das ehrenamtliche Engagement. Schweiger bat die Vereinsvorsitzenden, ihn bei Problemen zu kontaktieren. Besonders liegt ihm die Kampfrichterausbildung am Herzen; er regte an, jeden Trainer dazu zu verpflichten.

Als neue Schwierigkeit bei der Beschaffung der nötigen Gelder bezeichnete Hüttinger in seiner Abschiedsrede auch, dass immer mehr Sponsoren keine längerfristigen Verträge abschließen. Dadurch erschwere sich die Planung. Der Verband brauche insgesamt mehr Sponsoren. Eine weitere Anregung gab Hüttinger seinem Nachfolger mit auf den Weg: Es gelte, die Sieger der neu eingeführten Jugendolympiade, bei der die heimischen Sportler sehr erfolgreich abgeschnitten hätten, in der Ehrungsordnung zu berücksichtigen.

Unter dem Strich ist die finanzielle Situation des Skiverbands solide, wie der Kassenbericht von Marion Zeus zeigte. Die Reisekostenerstattungen und sonstigen Aufwendungen beliefen sich 2012 auf rund 43 000 Euro, die Kosten für den Fuhrpark auf rund 20 000 Euro. Die selben Beträge sind auch im vorläufigen Etat für 2013 veranschlagt. Der veranschlagte Aufwand (darunter fallen Aufwandsentschädigungen, Trainingsgebühren und Kfz-Kosten für den Bus) für 2013 beläuft sich für den Bereich Alpin auf 14 700 Euro, für den Langlauf auf 15 000 Euro, für den Biathlonsport auf 4000 Euro, für den Bereich Springen/Nordische Kombination auf 14 300 Euro und für den Bereich Snowboard auf 3500 Euro. vm