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»Ich war mir sicher, dass ich noch gewinne«

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Er setzte sich mit einem fulminanten Schlussspurt gegen die Konkurrenz beim Thumsee-Triathlon durch: Martin Kipnik vom TSV Altenmarkt. (Foto: Bittner)

»Der Martin war heute einfach zu stark«. Daniel Niederreiter, Thumsee-Triathlon-Sieger 2011 und 2012, erkannte die Leistung seines jungen Kontrahenten neidlos an. Martin Kipnick vom TSV Altenmarkt überholte den Österreicher bei seiner zweiten Thumsee-Teilnahme kurz vor der Hälfte der letzten Seerunde und ließ sich Platz eins nicht mehr nehmen. »Ich konnte sein Tempo einfach nicht mehr mitgehen«, zollte Niederreiter dem 22-Jährigen seinen Respekt. 137 Teilnehmer waren zum Thumsee gekommen.


Bei kühlen, aber trockenen Bedingungen und trotz der frühen Startzeit um 7.30 Uhr zahlreichen Zuschauern wühlten die knapp 150 Triathleten das kalte Thumsee-Wasser kräftig auf. Vom Wasserwachthaus an der Madlbauerwiese ging's über einen Viereckskurs zum Seewirt, dann auf eine 18 Kilometer lange Radrunde zwischen Antoniberg und Lange Gasse sowie die Fünf-Kilometer-Laufdistanz, zwei Runden um den See entsprechend.

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Als Erster stieg erwartungsgemäß der Oberalmer Daniel Niederreiter aus dem Wasser, dicht gefolgt von Kilian Bauer (SV Wacker Burghausen), der am Ende Gesamt-21. wurde. Drittbester Schwimmer war Rabenden-Sieger Niklas Hirmke vom SC Anger, der beim Wettkampf des TSV Bad Reichenhall letztlich mit Rang vier zufrieden sein musste; angesichts der starken Konkurrenz aber zweifelsfrei eine erneute Topleistung des erst 16-Jährigen.

Daniel Niederreiter bog schließlich auch als Erster wieder am Seewirt-Parkplatz ein, um sein Rad gegen die Laufschuhe zu tauschen. Nach seiner Schwimmbestzeit von 4:18,47 Minuten konnte dem 35-Jährigen auch auf der Radstrecke (31:54,44) niemand das Wasser reichen. Doch Martin Kipnick kam näher und näher: »Ich sah Daniel immer wieder mal vor mir und war mir sicher, dass ich noch gewinne.«

Gedacht – getan: Rund 500 Meter vor dem Ziel überholte der Altenmarkter den überraschten amtierenden Österreichischen Staatsmeister auf der Mitteldistanz: »Damit hätte ich nicht gerechnet«, so Niederreiter aber nicht enttäuscht. »Er war heute einfach besser.« In Zahlen ausgedrückt: 53:49,21 zu 53:58,23 Minuten, also »nur« neun Sekunden besser. Der 2013-Streckenrekord von Lukas Pertl (53:29,01) blieb unangetastet, viel fehlte allerdings nicht.

Auf Platz drei lief 42 Sekunden später der zweifache Rupertusthermenlauf-Sieger Florian Holzinger (54:40,73) aus Traunstein ins Ziel, gefolgt von Niklas Hirmke (55:17,82). Die Routiniers Karl Wimmer (ATSV Braunau/56:26,71) und Helmut Mraz (SC Anger/56:31,16) landeten auf den weiteren Plätzen. Bester vom Veranstalter TSV Bad Reichenhall war Wanderpokal-Stifter Martin Rohrbacher (59:49,92) als 18. der Gesamtwertung.

Bei den Damen triumphierte Steffi Sanktjohanser von der SG Katek Grassau in 1:01:02,90 Stunden – enorm stark, denn in der Gesamtrangliste bedeutete das unter dem Gros der Herren Platz 27. Top waren in dieser Hinsicht auch Andrea Höller (TV Zell am See/1:03:31,38) als Damen-Zweite sowie Sandra Huber (Tri-Team Saalfelden/1:06:05,21) als Dritte unterwegs. Als beste Amazone aus dem Berchtesgadener Land lief Christine Winkler (1:09:59,46/Gesamt-78.) vom SC Anger noch unter die besten Zehn bei den Damen (9.).

Als Sieger-Staffel ließ sich das AGV-Sport-Team mit dem Angerer Ringer Markus Fürmann, Lukas Huber und Johannes Steinbacher feiern. Sie benötigten 1:01:15,74 Stunden und lagen damit gut 20 Sekunden vor »Hakunamatata« (1:01:36,08) mit der Kombo aus Piding, Bad Reichenhall und Anger, Markus Fegg, Ingo Mutafoff und Albert Hinterstoißer. Bronze sicherte sich das »Cops for a better live«-Team (1:03:58,44) mit Jürgen Trippold, Snowboard-Gesamtweltcup-Sieger Andreas Prommegger und Andreas Hohensinn. Das österreichische Trio sammelte im Anschluss für die »Schmetterlingskinder«.

Der Triathlon-Abteilungsleiter des TSV, Werner Mayer, hatte mit seinem eingespielten Helferteam alles bestens im Griff. Sein Vorgänger Boris Bregar moderierte die Veranstaltung und informierte die zahlreichen Zuschauer über den Verlauf des Wettkampfs. Dieter Mayer gab wie gewohnt den Start-Böllerschuss ab. Im Ziel fungierte Alexander Fellner als »Herr der Zeiten«. Drei Kampfrichter vom Bayerischen Triathlon-Verband überwachten mit strengen Augen den korrekten Ablauf und verrichteten vor allem in den Wechselzonen hinweisende Arbeit.

Mit einem Frühstücksbuffet beim Seewirt und der Siegerehrung auf dessen Terrasse klang der 31. Thumsee-Triathlon aus. Sieger Martin Kipnick lobte den Triathlon als Top-Veranstaltung. Nach einem Mittelfußbruch war der Thumsee-Bewerb sein dritter Wettkampf nach Rabenden und dem Chiemsee. Innerhalb der InterSport-Wagner-Trophy wird er noch am Schnaitsee starten. Daniel Niederreiter freute sich nach sechs Wochen Pause – eine Entzündung an der Hüfte zwang ihn nach einem Radunfall zum Aussetzen – dass »es schon wieder ganz gut lief«. Mit Platz zwei konnte er absolut leben. bit