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»Ich plane derzeit nur von Woche zu Woche«

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Er beobachtet ganz genau das Geschehen am Schießstand: Biathlon-Trainer Andreas Birnbacher. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Vor gut einem Jahr bekam Andreas Birnbacher an der Sporthochschule in Köln sein Trainer-Diplom. Jetzt ist er beim Deutschen Skiverband als Trainer für die jungen Biathletinnen zuständig, die sich im IBU-Juniorcup beweisen sollten.

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Allerdings hat die Corona-Pandemie dem 39-Jährigen und seinen Schützlingen einen dicken Strich durch die Rechnung für den kommenden Winter gemacht. Der Biathlon-Weltverband hat alle Rennen im Juniorencup abgesagt. Nun sollen sich seine jungen Damen im Alpencup und Deutschlandpokal beweisen – und schließlich soll es auch eine Junioren-Weltmeisterschaft (24. Februar bis 7. März 2021 in Obertilliach) geben. Für diese gilt es, sich zu empfehlen.

Bei der Nominierung helfen sollen auch interne Wettkämpfe. »Es steht vieles auf der Kippe. Schon im Vorfeld der Saison haben wir einiges umplanen und in Videokonferenzen regeln müssen«, berichtet der Schlechinger.

Früher als aktiver Sportler war das für Birnbacher weitaus einfacher. Da regelten die Trainer alles für die Aktiven – und genau diese Aufgabe trifft nun auf ihn zu. Zwischen fünf und sieben Sportlerinnen aus ganz Deutschland umfasst seine Gruppe. Mit Lisa Spark vom SC Traunstein und Franziska Pfnür vom SK Ramsau sind auch zwei heimische Talente dabei. Beide haben ihr Können bereits bei internationalen Wettkämpfen unter Beweis gestellt.

Dazu kommen Mareike und Sabrina Braun (beide DAV Ulm), Hanna Michelle Hermann (PSV Schwarzenberg), Selina Kastl (SC Neubau), Luise Müller (SV Pirna) und Emilie Behringer (SC Todtmoos) sowie Marie Zeutschel (SC Willingen) und Natalie Keller (SV Frankenhain).

»Mir ist die Entwicklung der Mädchen wichtig und ich muss sie natürlich jetzt trotz der Corona-Maßnahmen auch bei Laune halten. Aber die Situation ist nicht ganz so dramatisch, im Gegensatz zu älteren Athleten haben sie ja noch den größten Teil ihrer Karriere vor sich«, beschreibt er die Lage.

Immerhin ist er mit seinem Team relativ gut durch den Sommer gekommen. »Da können wir uns nicht beschweren, wir haben unser Programm fast vollständig durchgezogen. Die Gruppe ist ja relativ klein und alle waren sehr diszipliniert. Wir haben immer aufgepasst«, lobt Birnbacher seine Sportlerinnen.

Als Trainer führt er in diesem Zusammenhang viele Gespräche und versucht trotzdem, sie auch aus vielem herauszuhalten, damit sie sich auf den Sport konzentrieren können. Zuletzt verzichtete er mit seinen Sportlerinnen sogar auf einen Lehrgang in Oberhof. »Ich habe da die Verantwortung und wollte nichts riskieren. Ich plane derzeit nur von Woche zu Woche.«

Planen kann er auch – wenn nichts dazwischenkommt – für den 28. Dezember. Da soll die World Team Challenge in Ruhpolding stattfinden statt wie in den vergangenen Jahren auf Schalke. Seine Juniorinnen werden im Vorprogramm des Spektakels starten, allerdings wohl ohne oder nur vor wenigen Zuschauern in der Chiemgau-Arena. Dort hätte im Januar auch der Biathlon-Weltcup über die Bühne gehen sollen. Dieser wurde allerdings wegen der Corona-Pandemie nach Oberhof verlegt. »Ich kann das schwer kommentieren. Es ist sehr schade, aber auch zu verstehen«, so seine Meinung.

Was ihn derzeit stolz macht, ist seine Bachelor-Arbeit über die Uni Leipzig im Bereich des Studiums der Sportwissenschaft, wofür er in Kürze sein Zeugnis bekommen wird. »Das ist neben meinem Diplom als Trainer ein wichtiger Baustein für mich«, freut sich Birnbacher. SHu

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