»Ich habe zum Glück noch Zeit«

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In der vergangenen Saison hatte sie sich im IBU-Cup stark präsentiert und sogar ihr Weltcup-Debüt gefeiert – jetzt will sie nach einigen kleineren Rückschlägen wieder angreifen: Biathletin Stefanie Scherer. (Foto: DSV)

In der vergangenen Saison hatte sie leistungsmäßig einen großen Schritt nach vorne gemacht – zuletzt musste sich Stefanie Scherer (SC Wall/Stützpunkt Ruhpolding) mit kleineren Schritten begnügen. Denn nach einigen leichteren gesundheitlichen Rückschlägen fehlte der Biathletin noch die Bestform.


Nach den Deutschen Meisterschaften im Herbst hatte die Profisportlerin, die bei der Landespolizei gefördert wird, zwei kleinere Infekte, zuletzt warfen sie Rückenprobleme etwas zurück. So verlief die Vorbereitung »durchwachsen«, »aber es passt schon«, hofft die 24-Jährige, dass sie nun in der Vorbereitung wieder richtig angreifen kann. Mitte der vergangenen Woche stand sie dann erstmals auf Schnee in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena. Und nachdem sie einen ersten teaminternen Test-Wettkampf vorsichtshalber noch ausgelassen hatte, überzeugte sie danach und gewann den Verfolgungslauf vor Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf).

Ohnehin zeigte sich Scherer ganz begeistert vom Lehrgang des deutschen B-Kaders in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena. »Wir haben hier Top-Bedingungen. Das ist sogar besser als in der vorigen Woche in Obertilliach«, freute sie sich. Dort und auch in Ruhpolding waren wegen der Corona-Pandemie auch die Kontakte innerhalb des Teams stark eingeschränkt.

In Österreich etwa »haben wir uns fast nur im Training gesehen.« Die Sportlerinnen waren immer zu zweit in ihrem Zimmer, und nur diese »Blase« aus zwei Personen war dann gemeinsam an einem Tisch beim Essen. Dennoch konnte ein Teamgefühl aufkommen, »weil man sich ja auch mit den anderen, die weiter entfernt saßen, unterhalten konnte« – auch wenn die Aktiven abends nicht so zusammensitzen konnten wie gewohnt.

Die Deutschen Meisterschaften im Herbst waren nicht ganz nach Scherers Wunsch verlaufen (5. Einzellauf, 7. Sprint und 6. Gesamtplatz Verfolgung). »Ich weiß aus dem Vorjahr, dass die DM da auch nicht so gut war und dann der Winter doch erfreulich« tröstet sie sich. Sie gibt aber auch offen zu: »Ein bissel Frust bleibt aber trotzdem.«

Ihre Schießergebnisse (von insgesamt 30 Schüssen ging nur einer daneben) waren stark, aber läuferisch war die 24-Jährige nicht zufrieden. Wobei das nicht unbedingt an ihrer Form lag: »Ich trainiere gerne auf Skirollern – aber im Wettkampf bringe ich die Geschwindigkeit nicht so drauf wie auf Skiern«, bedauert sie.

Richtig Spaß hatte sie dagegen daran, im Frühjahr ein Praktikum bei der Polizeiinspektion Traunstein zu absolvieren. »Da habe ich endlich mal rausgedurft«, freut sie sich. Denn im Rahmen ihrer mehrjährigen Ausbildung bei der Landespolizei hatte Scherer zuvor immer theoretischen Unterricht gehabt. »Das ist schon cool, mal mitzukriegen, wie das wirklich abläuft. Ich hatte auch nette Kollegen, und das Ganze ist einfach mal ein bissel Abwechslung zur Theorie.« Jeder Ausbildungsblock wird Ende Juli noch mit Prüfungen abgeschlossen, im nächsten Jahr steht für Scherer die letzte Phase ihrer polizeilichen Ausbildung an.

Im vergangen Winter hatte sie nach starken Leistungen im IBU-Cup – sie holte dort zwei Siege und wurde Gesamtvierte – sogar noch einen Weltcup-Einsatz bekommen. Daher ist es nun in der neuen Saison ihr Ziel, »mich erst einmal im IBU-Cup festzusetzen und dann an die Ergebnisse des Vorjahres anzuknüpfen. Da muss ich mich erstmal ins Laufen reinfinden«, weiß sie.

Dass die ersten Wettkämpfe corona-bedingt abgesagt wurden und der erste IBU-Cup erst vom 14. bis 17. Januar 2021 am Arber stattfindet, könnte so sogar ein Vorteil für sie sein. Schließlich wisse sie »schon, dass ich nach den kleineren Ausfällen noch nicht so ganz in Form bin. Aber ich habe zum Glück noch Zeit.« Die will sie nutzen – und sich möglichst durch gute IBU-Cup-Resultate auch wieder für den Weltcup empfehlen ... who

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