weather-image
28°

»Ich glaube, ich passe zu Sechzig«

4.5
4.5
Bildtext einblenden
»Löwen«-Trainer Kosta Runjaic (Zweiter von rechts) kam bei den Fans in Tettenhausen gut an. Er kam in Begleitung der 1860-Fanbeauftragten Jutta Schnell. ARGE-6-Vorsitzender Christian Schmidbauer und der Zweite Vorsitzende der »Treuen-Löwen-Surberg«, Michael Schwabl (rechts), freuten sich über den hohen Besuch. (Foto: Donhauser)

Bei der Herbstregionsversammlung der Fans des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München konnte ARGE-6-Vorsitzender Christian Schmidbauer aus Laufen den neuen Trainer der »Löwen«, Kosta Runjaic, begrüßen. Der gebürtige Wiener mit deutschem Pass lockte rund 60 Fans in das Strandbad zum Badwirt nach Tettenhausen. Der Fanklub »Die Treuen Löwen« aus Surberg waren der Gastgeber der Veranstaltung. In lockerer Atmosphäre stand der Trainer Rede und Antwort der teils auch kritischen Fragen.


ARGE-6-Vorsitzender Christian Schmidbauer, der schon zehn Jahre Regionschef ist, freut sich, nun das erste Mal den »Löwen«-Trainer begrüßen zu dürfen. Das freute wiederum auch den Coach: »Wenn ich gewusst hätte, dass es hier so schön ist, dann wäre ich schon früher gekommen.«

Anzeige

»Jeder kann sich jederzeit bewähren«

Schmidbauer leitete die Diskussion. Runjaic nahm zu der angeblichen Beziehungsbelastung mit Mittelfeldspieler Michael Liendl Stellung: »Bisher hat Liendl gespielt, er hat es dreimal gut und einmal nicht so gut gemacht«, betonte er. Damit dürfte das Thema vom Tisch sein. Auf die Frage nach dem großen Kader und möglichen Einsatzzeiten machte der »Löwen«-Coach deutlich, dass jedem Profi klar sein muss, wenn er einen Vertrag unterschreibe, nicht automatisch eine Stammplatzgarantie zu haben. Mit solchen Situationen müsse man als Fußballprofi umgehen können. »Jeder kann sich jederzeit bewähren und sich zeigen«, so der Trainer.

Vielen Fans war es in der Diskussion auch wichtig, die eigenen Nachwuchsspieler einzusetzen. Auch hier machte Runjaic die klare Ansage, dass diese ebenfalls die Chance erhalten, wenn sie dazu bereit sind. Dies zu beurteilen, obliege natürlich dem Trainerteam.

Runjaic berichtete auch über den Erstkontakt mit der Vereinsführung (»Da hatte ich gleich ein gutes Gefühl!«), seine Vorstellungen und der momentanen Situation. »Mit dem Saisonstart bin ich zufrieden«, betonte er. Er gab auch zu verstehen, dass er ein längeres Engagement nicht ausschließt: »Ich habe zwei Jahre Vertrag.« Auf die Frage nach Optionen sagte er: »Die habe ich immer.« Runjaic kann ja einiges vorweisen: Er verpasste mit dem 1. FC Kaiserslautern knapp den Bundesliga-Aufstieg, war mit dem MSV Duisburg sehr erfolgreich und stieg mit Darmstadt 98 auf.

Das wollen die Fans natürlich auch sehen. Er bat aber auch um Geduld: »Es sind alles Menschen und wir reden ja nicht davon, wie ein Auto zusammengebaut wird.« Es seien viele Bausteine, um ein Team zu formen: »Wir wollen nur charakterstarke Spieler.« Sein Trainerteam konnte er sich nach seinen Vorstellungen zusammenstellen, das sollte ein Erfolgsfaktor sein. »Zudem glaube ich, dass ich zu Sechzig passe!«

Ein Glücksfall für ihn ist auch die Verpflichtung von Stefan Aigner, der aus Frankfurt zu den »Löwen« kam. »Sieben Tage vor dem ersten Spiel, aber er ist ein Vollprofi und hat zur Qualitätserhöhung der Mannschaft beigetragen.« Aigner will in zwei Jahren wieder in der Bundesliga spielen: »Am besten mit uns«, da brannte tosender Jubel im Saal auf.

Nach dem Trainerverschleiß der Vorjahre scheint es nun in ein ruhigeres Fahrwasser zu gehen: Runjaic und der Münchner Traditionsklub scheinen in der kurzen Zeit schon zusammengefunden zu haben – das wäre dem Verein und seinen Fans sehr zu wünschen. td