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Skilangläufer Andreas Katz wieder in guter Form – Verwunderte Badegäste in Ruhpolding

»Ich freue mich schon auf den Schnee«

Aus der Sonne Mallorcas mit einem kurzen Zwischenstopp in den Schnee: Das war zuletzt das Programm von Skilangläufer Andreas Katz (SV Baiersbronn) aus dem Stützpunkt Ruhpolding. Der 29-Jährige reist nämlich mit dem deutschen Nationalteam an diesem Sonntag nach Ramsau am Dachstein, wo auf dem Gletscher ein zehntägiges Trainingslager auf dem Programm steht.

Er ist wieder gut in Form: Skilangläufer Andreas Katz vom Stützpunkt Ruhpolding. (Foto: Hohler)

»Ich freue mich schon auf den Schnee. Derzeit herrschen dort gute Bedingungen, wieder richtig Skilanglaufen ist einfach schön.«

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Dieses Gefühl konnte er im vergangenen Winter kaum auskosten, denn da musste er nach einer Schulterverletzung lange pausieren. Dafür trainierte er auch dann noch, als die anderen Sportler nach der Saison ein wenig Ruhepause hatten. »Ich war vor allem im April noch lange auf Schnee unterwegs.« Insgesamt musste er im Frühjahr versuchen, seinen verletzungsbedingten Rückstand wettzumachen. »Ich bin mit der Vorbereitung heuer zufrieden, es gab keine größeren gesundheitsbedingten Pausen.«

Und die Form scheint zu stimmen. Bei der Sommerleistungskontrolle der Langläufer «war ich beim Ausdauertest und beim Berglauf auf dem Laufband auf hohem Niveau, ähnlich wie in den Vorjahren.« Besonders überraschend aber angesichts seiner Schulterprobleme: »Beim Schubtest habe ich einen neuen persönlichen Bestwert aufgestellt.«

Bei den folgenden DM-Wettkämpfen pausierte er zwar wegen einer leichten Erkältung, »aber das war nur eine Vorsichtsmaßnahme.« Anschließend reiste er für einige Tage nach Mallorca, um mit dem Rad zu trainieren.

Freilich auch aus konkretem Anlass: Bei seiner Rückkehr fuhr Katz beim Wohltätigkeitsrennen »Lila Logistik Charity Bike Cup« mit. Und da waren in Frankfurt viele »echte« Radsportler am Start, neben dem aktuellen Deutschen Meister Marcus Burghardt auch ehemalige Stars wie Andreas Klöden und Udo Bölts. »Da hatte ich schon richtigen Respekt. Wir sind ungefähr 100 Kilometer gefahren.«

Es wurden rund 30 000 Euro an Spenden gesammelt für das Projekt »Kinder in Not«. Daher machte Katz gerne mit, zumal »das durch die reduzierte Langlauf-Woche gut in meinen Plan gepasst hat.«

Klares Ziel von Katz sind die Olympischen Winterspiele im Februar 2018. »Ich freue mich schon auf die Saison. Wichtig ist es, erst mal gut reinzukommen und bis zur Tour de Ski allmählich die Form zu finden.«

Daher hofft er auch, dass es bei seiner lädierten Schulter noch deutlich besser wird. Zwar sind die Trainingsinhalte weitgehend ähnlich wie in den vergangenen Jahren, doch kann er nur eingeschränktes Krafttraining betreiben. Derzeit muss der 29-Jährige viele Stabilisations- und Beweglichkeitsübungen machen. Und die meist im Aquatraining: Im Vita Alpina in Ruhpolding »bin ich fast jeden Abend und mache da meine Übungen. Die meisten davon kenne ich aus meiner dreimonatigen Reha, ich lasse aber auch eigene Ideen einfließen.« Sehr zur Verwunderung mancher Badegäste: »Die schauen schon manchmal komisch, wenn ich da mit meinen kleinen Hanteln und anderen Sachen übe.«

Doch Katz hat Spaß an dieser Vorbereitung. »Bei Lehrgängen sind wir natürlich in Quartieren, wo es eher kein Schwimmbad gibt. Da muss ich halt viele andere Sachen machen. Außerdem sind da meist zwei Physios dabei, so bin ich gut versorgt«, freut er sich.

Katz kann auch auf bewährtes Skimaterial und seine bewährten Sponsoren setzen. »Das ist schon schön, dass die mich alle auch in schwierigeren Zeiten unterstützen.«

Ob er Zeit für Hobbys habe? Katz lacht. »Ich lebe ja mein Hobby den ganzen Tag. Natürlich bleibt außerhalb wenig Zeit, aber wenn, dann gehe ich gerne mal auf die Berge, hier habe ich ja die perfekte Gegend dafür.« Und so streng Leistungssportler sonst mit ihrer Ernährung sind: »Da gönne ich mir schon mal einen Kaiserschmarrn. Den habe ich mir durchs Gehen ja verdient.«

Nun will er sich auch noch die Olympia-Teilnahme verdienen. Zeigt er dort gute Leistungen, werden die Badegäste im Vita Alpina wohl künftig wohl auch nach Autogrammen fragen ... who