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»Ich bin von unserem Potenzial überzeugt«

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Harter Zweikampf: Markus Reiterberger vor seinem tschechischen BMW-Markenkollegen Karel Abraham. Abraham kam in der WM-Gesamtwertung mit 33 Punkten auf Rang 18, Reiterberger mit 82 Punkten auf Rang 16. (Foto: Althea)

Auch zum Ausklang gab es gemischte Gefühle: Der Obinger Motorradrennfahrer Markus Reiterberger holte bei der letzten Veranstaltung der Saison in der Superbike-Weltmeisterschaft in Katar noch einen Punkt, weil er im zweiten Rennen als 15. gewertet wurde. Im ersten Durchgang hatte er wegen eines technischen Defekts frühzeitig aufgeben müssen.


Damit beendete er eine Saison mit einigen Höhen und tiefen als 16. der Gesamtwertung. Insgesamt 82 Punkte holte der Pilot des Althea BMW Racing Teams. Der 22-jährige WM-Neuling betont: »Es ist nicht einfach, ein passendes Resümee zu ziehen.« Denn neben tollen Ergebnissen wie Rang 5 in Thailand und weiteren Top-Ten-Platzierungen, »mit denen ich sehr zufrieden bin«, gab es auch immer wieder Rückschläge. »Wir hatten auch unglaublich viel Pech. Im ersten Rennen in Australien ist mir in der letzten Kurve der Reifen geplatzt und in Malaysia bin ich kurz vor Ende des Rennens auf Platz 4 liegend mit einem elektronischen Defekt liegengeblieben«, führt er als Belege an.

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»Der negative Höhepunkt war natürlich mein Abflug in Misano und die Verletzung. Danach war irgendwie der Wurm drin und ich habe mich auf dem Motorrad nicht mehr wohlgefühlt. Ich wollte mich an diesem Wochenende in Katar noch einmal mit einem Höhepunkt aus der Saison verabschieden, aber leider sind wir auf keinen grünen Zweig gekommen.«

Bei Reiterbergers Debüt unter Flutlicht war die Mannschaft von Althea BMW mit Maximalbesetzung vertreten. Neben Markus Reiterberger und Jordi Torres, bekam der frisch gekürte Superstock-1000-Weltmeister Raffaele de Rosa den Start in der Superbike-Klasse von Teamchef Genesio Bevilaqua spendiert.

Im ersten freien Training konnte der junge Obinger lediglich acht volle Runden absolvieren, musste immer wieder wegen elektronischer Anpassungen sowie Problemen mit dem Schaltsensor in die Box. Von einer Rundenzeit von 2:01,081 Minuten (8. Rang) verbesserte sich der 22-Jährige im zweiten freien Training auf 1:59,526 (17. Rang).

Im Zeittraining in der Superpole I lag Reiterberger zunächst auf dem ersten Platz (1:58,633) und wechselte zur Halbzeit von Medium- auf Soft-Hinterreifen. Völlig unerwartet schmierte der Reifen sofort nach Verlassen der Boxengasse, was eine Verbesserung der Rundenzeit aussichtslos machte, während die Konkurrenz davonzog. Später wurde festgestellt, dass der Reifen massiv an Luftdruck verloren hatte. Nach dem Qualifying wurde zudem an der Schwinge des Althea BMW des Obingers noch ein Riss festgestellt, der einen Austausch nötig machte. So blieb für Reiterberger nur der 17. Startplatz.

Im ersten Rennen fuhr Reiterberger zwar zunächst auf Rang 15 vor, doch die Maschine war schwer fahrbar. Wegen der stetig steigenden Motortemperatur musste er in der siebten Runde seine S 1000 RR wegen eines komplett verschlissenen Hinterrads und des stark überhitzenden Motors an die Box bringen.

Im zweiten Lauf fuhr Reiterberger nach gutem Start bis auf Rang 9 vor, fiel allerdings auf den 13. Rang zurück, als das Rennen abgebrochen wurde. Der Restart misslang, doch von der 17. Position rückte er noch auf den 15. Rang vor.

Einen Doppelsieg in Katar feierte Chaz Davies. Der Brite holte damit in der WM sogar seinen siebten Rennsieg in Serie. Er wäre mit dieser Aufholjagd beinahe noch Vizeweltmeister geworden, doch letztlich lag der Ducati-Pilot (445 Punkte) hauchdünn hinter seinem Landsmann Tom Sykes (Kawasaki/447). Relativ klar vorn lag in der Gesamtwertung dagegen Titelverteidiger Jonathan Rea (Großbritannien/Kawasaki) mit seinen 498 Zählern. Hinter Michael van der Mark (Niederlande/267) und Nicky Hayden (USA/beide Honda/248) landete Jordi Torres (Spanien) vom Team BMW Althea auf Rang 6 und schaffte dabei 213 Punkte.

Ganz wichtig ist Reiterberger: »Ich möchte mich vor allem bei den vielen Menschen in meinem Umfeld und bei meinen Fans bedanken. Es war keine leichte Saison und ich bin sehr dankbar, dass alle so sehr hinter mir stehen. Ich werde in Zukunft noch härter daran arbeiten, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Ich bin von unserem Potenzial überzeugt.«

Für die Saison 2017, in der er wieder für das Althea BMW Racing Team an den Start gehen wird, laufen jetzt schon die ersten Vorbereitungen. Der erste Rennlauf wird am 25./26. Februar 2017 in Australien ausgetragen. Die Pause ist also sehr kurz. Dennoch freut sich Reiterberger: »Wir haben jetzt die Chance, neu an die Sache heranzugehen. Wir werden mit dem Team testen und ich werde auch an meinem Fahrstil arbeiten, um wieder in Bestform zu kommen.« Insgesamt möchte er natürlich »einen Schritt nach vorne« machen.

Und dafür ist Erfahrung sehr wichtig. Das zeigt sich auch daran, dass unter den besten acht Piloten der WM außer Michael van der Mark (24 Jahre) die erfahrenen Piloten dominieren. Weltmeister Rea und der WM-Dritte Chaz Davies sind 29, WM-Vize Sykes ist 31 Jahre alt. Bis dahin hat Reiterberger noch etwas Zeit – und die will er nutzen, um weiter nach vorne zu rücken ... who

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