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»Ich bin unheimlich motiviert und freue mich auf die WM«

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Er freut sich auf die WM und hofft dabei für sich und die deutsche Mannschaft auf vordere Platzierungen: der Weißbacher Skispringer Andreas Wellinger.
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Er freut sich auf die WM und hofft dabei für sich und die deutsche Mannschaft auf vordere Platzierungen: der Weißbacher Skispringer Andreas Wellinger.

Andreas Wellinger ist zurück in der Weltspitze. Der 21-jährige Skispringer aus Weißbach, der für den SC Ruhpolding startet, hat sich für den Saisonendspurt viel vorgenommen. Bei der Nordischen Ski-WM in Lahti ist er einer der deutschen Hoffnungsträger, wie er mit dem Druck umgeht, verrät er im Gespräch mit unserer Sportredaktion.


In diesem Jahr standen Sie bisher achtmal auf dem Podest in den Einzelwettbewerben und waren auch zweimal mit der Mannschaft erfolgreich. Momentan läuft es richtig gut bei Ihnen. Was ist Ihr Erfolgsrezept, Herr Wellinger?

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Andreas Wellinger: Stimmt – momentan läuft es richtig und die Optimierung meines Trainingsablaufs im Sommer und Herbst zahlt sich langsam aus. Darüber hinaus versuche ich immer mich im mentalen Bereich weiterzuentwickeln um optimal in den Wettkampf zu starten. Auch hier greifen einige Veränderungen die wir im Sommer/Herbst eingebaut haben.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der bisherigen Saison?

Bei der Vierschanzentournee hat technisch noch nicht alles gepasst, aber seit Bischofshofen sind meine Sprünge immer stabiler geworden. Zufrieden bin ich aber erst, wenn ich das auch in Lahti bei der WM unter Beweis stellen kann.

Haben Sie nun Ihren schlimmen Sturz im November 2014 im finnischen Kuusamo endgültig ad acta gelegt?

Das ist vorbei. Wir haben am Material und am Sprungstil einiges verändert und ich habe das Erlebnis auch mental verarbeitet.

Mit dem Siegsdorfer Markus Eisenbichler wohnt ein weiterer deutscher Top-Springer in unmittelbarer Nähe zu ihrem Heimatort Weißbach. Trainieren Sie eigentlich zusammen?

Natürlich – wir sind bei den Trainingslehrgängen immer zusammen und auch die Einheiten im Kraftraum absolvieren wir oft gemeinsam.

Sie haben Markus Eisenbichler mit Ihren jüngsten Erfolgen jetzt auch in der Weltcup-Gesamtwertung überholt und sind momentan als Sechster der beste Deutsche. Was bedeutet Ihnen das?

Das ist nur eine Momentaufnahme – das bedeutet mir jetzt gar nichts.

Nach dem Ausfall von Severin Freund sind Sie damit für die WM auch zum neuen Hoffnungsträger der DSV-Adler aufgestiegen. Macht Ihnen diese Situation nun unnötig Druck?

Es ist sehr schade, dass sich Severin so schwer verletzt hat. Ansonsten sind wir ein sehr starkes Team mit Richy Freitag, Markus Eisenbichler, Stephan Leyhe und Karle Geiger. Ich selbst bin der Jüngste in unserem Team und muss hier nichts beweisen. Ich lerne immer noch sehr viel dazu, bin unheimlich motiviert und freue mich auf die WM.

Was sind Ihre Ziele für die WM?

Eine Teammedaille möchte ich haben – und mit etwas Glück sind auch Top-Einzelergebnisse möglich.

Wo rechnen Sie sich größere Chancen aus – auf der Normal- oder der Großschanze?

Das macht für mich keinen Unterschied. Ich muss auf beiden Anlagen mein bestes Skispringen zeigen, um vorne mit dabei zu sein.

Wen sehen Sie als WM-Favoriten?

Stephan Kraft, Kamil Stoch, Daniel Andre Tande – aber auch Markus Eisenbichler, Richy Freitag und Gregor Schlierenzauer sind immer für eine Überraschung gut.

Welchem Springer aus Ihrem Team trauen Sie auch noch eine Medaille im Einzelspringen zu?

Markus Eisenbichler und Richy Freitag.

Mit der Mannschaft läuft es in dieser Saison bisher richtig gut. Was ist in Lahti drin?

Wir müssen alle eine Topleistung abrufen, dürfen uns keinen Fehler erlauben – dann können wir mit Polen, Norwegen, Österreich und Slowenien den Kampf aufnehmen.

Sind Sie auch beim Mixed-Wettbewerb dabei?

Das ist mein Ziel – wir sind aber fünf starke deutsche Springer, da kann es jeder ins Mixed-Team schaffen.

Welche Nationen sind Eure größten Widersacher?

Im Mixed Österreich, Japan, Slowenien, Norwegen – im Team siehe oben.

Was machen Sie denn eigentlich ab dem 26. März? Da können Sie ja dann beispielsweise wieder öfter auf den Hund von Felix Neureuther aufpassen, wenn der bei Miriam Gössner ist ...

Da stehen erstmal noch einige Prüfungen an der FH im Plan – und danach geht es 14 Tage in den Urlaub.

Das Interview führte Stephanie Brenninger