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»Ich bin ja noch nicht so lange Biathlet«

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Er überzeugte bei den Deutschen Meisterschaften: Johannes Donhauser vom SC Ruhpolding.

Seine Karriere im Wintersport startete spät, denn er begann erst mit 15 Jahren richtig mit dem Skilanglauf und drei Jahre darauf mit dem Biathlon. Jetzt hat Johannes Donhauser (SC Ruhpolding) in Altenberg seinen ersten DM-Titel bei den Erwachsenen geholt (wir berichteten). Der 26-Jährige vom Stützpunkt in Ruhpolding lag im Einzellauf ganz vorn, hinzu kamen die Plätze 6 (Sprint) und 7 (Verfolgung/12. Nettozeit).


Bei einem Testwettkampf gut eine Woche vor der DM hatte er sich noch über zwei Schießfehler geärgert, »aber schon da habe ich gesehen, dass die Laufzeit gut war. Daher bin ich schon optimistisch nach Altenberg gefahren.« Und auch der Ärger über die Schießfehler hatte sein Gutes: »Das waren eher Konzentrationsfehler. Das hat mir vor der DM noch einmal gezeigt, worauf ich achten muss.«

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Das bewährte sich: Mit fehlerfreiem Schießen holte er sich im Erzgebirge den Titel im verkürzten Einzellauf (15 statt 20 km) – und verbuchte dabei die fünftbeste Laufleistung der deutschen Biathleten. Von diesen waren nur die im Weltcup etablierten Benedikt Doll (SZ Breitnau), Philipp Horn (SV Frankenhain), Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld) und Simon Schempp (SZ Uhingen/Stützpunkt Ruhpolding) schneller als Donhauser.

Seine DM-Ergebnisse sieht der Landespolizist allerdings nicht als großen Leistungssprung, sondern als kontinuierliche Entwicklung. »Es ging schon in den vergangenen zwei Jahren immer ein Stück bergauf.« Vor allem bei den Deutschen Meisterschaften 2019 (12. Sprint, 10. Verfolgung mit siebtbester Nettozeit, Speziallanglauf 8., Massenstart 15. nach sieben Schießfehlern und Bronze in der Staffel mit Marco Groß und Dominic Schmuck) habe er gemerkt, dass er mithalten könne. Im Winter 2018/19 hatte er sogar in Idre (Schweden) seine bisher einzigen Rennen im IBU-Cup bestritten, war dabei unter anderem Zwölfter des Sprints geworden.

Doch immer wieder wurde er durch Krankheiten zurückgeworfen. Auch im vergangenen Jahr hatte sich das »lang hingezogen, daher konnte ich die gute DM-Form auch nicht mitnehmen.« Das soll heuer anders werden.

Begonnen hatte Donhauser seine Sportkarriere übrigens als Leichtathlet. Er war bei der damaligen LG Domspitzmilch Regensburg (jetzt LG Telis Finanz Regensburg) als Mittelstreckler aktiv. »Außerdem war ich schon ewig im Schützenverein, und als es bei uns mal einen Sommerbiathlon gab – da wurde ganz normal gelaufen – habe ich das mal ausprobiert«, erinnert er sich. Das Interesse war geweckt, und so begann er zunächst als Skilangläufer beim SC Monte Kaolino Hirschau. Das war in etwa im Alter von 15 Jahren, dennoch sieht er heute bei der Lauftechnik keine Nachteile gegenüber den erfahreneren Langläufern im Team: »Ich habe mir da als Kind zumindest nichts Falsches antrainiert ...«

So richtig mit dem Biathlon begonnen hatte er erst mit 18 Jahren. Im Mai 2014 erfolgte der Wechsel nach Ruhpolding: »Ich wusste: Wenn ich im Biathlon angreifen will, muss ich in einen richtigen Stützpunkt.«

Ein Wechsel, der ihm damals zunächst nicht leicht fiel: »Das war schon eine kleine Herausforderung. Ich musste mich zum ersten Mal in meinem Leben um alles selbst kümmern – aber das hat mir gutgetan.«

Auch sportlich fruchtete der Wechsel. 2015 gab er bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Minsk (Weißrussland/Belarus) sein internationales Debüt. In Idre folgte Ende 2018 sein IBU-Cup-Debüt. In diesem Winter sollte es – dank seiner guten DM-Ergebnisse – zumindest wieder in den IBU-Cup gehen. Damit hat er sein Zwischenziel erreicht und kann sich auf die weitere Vorbereitung konzentrieren.

In deren Verlauf geht es für die deutschen Biathleten zunächst zu einem Lehrgang in Ramsau/Dachstein, es soll noch ein weiterer Lehrgang in Skandinavien folgen. Wo dieser stattfinden könne, sei derzeit angesichts der Corona-Pandemie noch unsicher.

Donhauser hofft sogar, sich bis zum Winter noch für höherwertige Einsätze – das heißt den Weltcup – empfehlen zu können. Aus gutem Grund: Wegen der Corona-Pandemie hat der Biathlon-Weltverband IBU nämlich die ersten IBU-Cup-Rennen, die noch Ende 2020 stattfinden sollten, gestrichen. In der »Zweiten Liga« des Biathlons geht es also erst im Januar 2021 mit Wettkämpfen los. »Es wäre natürlich toll, schon Ende November und im Dezember 2020 internationale Wettkämpfe zu haben«, hofft der 26-Jährige.

Unter Druck setzen will er sich aber in dieser Hinsicht nicht. Sollte es zunächst »nur« für den IBU-Cup reichen, würde er auch diese Chance gerne annehmen, um internationale Erfahrungen zu sammeln. Denn Donhauser will sich Schritt für Schritt weiterentwickeln, »schließlich bin ich ja noch nicht so lange Biathlet.« who

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