weather-image

»Ich bin dadurch ja kein anderer Mensch«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Franziska Preuß vom Stützpunkt Ruhpolding sorgte in diesem Winter im Biathlon-Weltcup bereits für Furore. (Foto: Wukits)

Es war vor einem Jahr in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena, als sich Biathletin Franziska Preuß beim Deutschlandpokal durch den sulzigen Schnee pflügte. Der Lohn: In zwei Rennen jeweils ganz oben auf dem Siegerpodest. In diesem Jahr konnte sich die 19-Jährige die Rennen um den Deutschlandpokal genüsslich von der Terrasse des Café Biathlon anschauen. Schließlich sorgt »Franzi« mittlerweile im Weltcup für Furore.


Inzwischen hat sie sogar die Olympianorm für Sotschi geschafft. »Die Zeit ist enorm schnell vergangen«, bilanziert sie. »Ich kann es immer noch nicht ganz realisieren. Trotzdem fühle ich mich aber nicht anders als vorher. Immerhin ist es ja noch immer derselbe Sport, den ich mache: Laufen und Schießen«, ergänzt sie bescheiden.

Anzeige

Es ist wohl ihre Unbekümmertheit, die ihren Erfolg möglich macht, und die auch ihre Trainer an dem Teenager schätzen. Gerechnet hat Franziska mit den tollen Ergebnissen nicht; »nur gehofft, dass es mal mit den besten 15 klappt«. Dass der sechste Platz beim Weltcup in Frankreich gleich mit der Olympia-Qualifikation verbunden war, habe sie natürlich »voll gefreut«.

Den Grundstein zu den jüngsten Erfolgen hat Franziska Preuß im Sommertraining mit ihrem Stützpunkttrainer Tobias Reiter gelegt. Die Vorbereitung verlief reibungslos. »Mir macht Biathlon viel Spaß und das ist wichtig. Dann hat man im Winter bei den Rennen noch mehr Spaß.«

Bei ihrem Weltcup-Einstand im Weltcup in Östersund sei sie ziemlich aufgeregt gewesen, erinnert die 19-Jährige sich. In Hochfilzen habe sie dann gemerkt, dass es auch einmal weiter nach vorne reichen könnte. »Natürlich sollte man in diesem Feld so viele schwarze Scheiben wie möglich treffen, sonst ist es schon schwer«, erklärt sie. Druck wegen der Olympia-Qualifikation habe sie sich nicht gemacht: »Ich dachte mir immer, wenn ich die Norm schaffen würde, wäre das echt cool – und jetzt freue ich mich umso mehr.« Die Motivation sei nun noch größer, sagt »Franzi«.

Nach einer kurzen Pause hat Franziska Preuß, die inzwischen auch in Ruhpolding lebt, zu Weihnachten wieder mit dem Grundlagentraining und ein paar schnellen Einheiten begonnen. Immerhin stehen jetzt die beiden Weltcups auf heimischen Boden in Oberhof und Ruhpolding auf dem Programm. Die sind für jeden heimischen Biathleten von der Stimmung her schon etwas ganz Besonderes; vor allem für einen Neuling. »Bisher bin ich noch nie vor so vielen Menschen gelaufen. Aber ich freue mich auf dieses neue Erlebnis und versuche mich einfach auf das Wesentliche zu konzentrieren«, bekräftigt Franziska.

Mit ihrem tollen Einstand im Weltcup hat Franziska Preuß für Schlagzeilen gesorgt. Nach dem Rücktritt von Magdalena Neuner sind die Medien auf der Suche nach einem neuen, jungen Gesicht im Biathlon. Eine Tatsache, die die 19-Jährige offensichtlich gut verkraften kann: »Die Fanpost ist zwar schon ein bisschen mehr geworden, aber das freut einen auch. Ansonsten mache ich so weiter wie bisher. Ich bin durch den Weltcup-Erfolg ja kein anderer Mensch.« SHu.