weather-image
18°

Huber über 800 Meter »nur« Sechster

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Benedikt Huber (Startnummer 275) erreichte bei der Deutschen Meisterschaft in Ulm im 800-Meter-Finale einen beachtlichen sechsten Platz. Trotzdem konnte der Pallinger sich nicht so richtig freuen, denn die Chance auf eine Medaille war groß. (Foto: Gabi Huber)

Benedikt Huber vom TSV Palling hat bei der 114. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Ulm über die 800-Meter-Distanz einen guten sechsten Platz belegt. Dennoch wäre bei seiner vierten Teilnahme an den nationalen Freiluft-Titelkämpfen deutlich mehr drin gewesen.


Die Euphorie war groß, denn am Vortag hatte sich der 24-Jährige in seiner Paradedisziplin erstmals für den Finallauf qualifizieren können und in seinem Vorlauf ausgerechnet den späteren Deutschen Meister Dennis Krüger (VfL Marzahn) auf Platz zwei verwiesen.

Anzeige

In Abwesenheit der Mitfavoriten Robin Schembera (Bayer Leverkusen) und Sören Ludolph (LG Braunschweig), die seit 2008 alle DM-Titel unter sich ausgemacht und kurzfristig auf den Finallauf verzichtet hatten, drehte Krüger im Endlauf dann aber so richtig auf, setzte sich sofort an die Spitze und gab die Führungsposition bis zum Rennende nicht mehr ab.

Wie groß die Medaillenchance für den frischgebackenen Bayerischen Meister über 800 und 1500 Meter gewesen wäre, sieht man zum einen an der Siegerzeit von 1:48,91 Minuten, die Huber unlängst bei einem Leichtathletik-Meeting in Belgien deutlich unterboten hatte und zum anderen an der Besetzung der weiteren Medaillenränge. Silber ging überraschend an Denis Bäuerle (LG Filder/1:49,28 Minuten) und Bronze an Jan Riedel (Dresdner SC/1:49,30 Minuten).

Sie hatten sich ihre Kräfte am Ende am besten eingeteilt und konnten Patrick Zwicker (LC Rehlingen/1:49,60 Minuten) und Hallenmeister Andreas Lange (LG Reinbeck-Ohe/1:49,93 Minuten) noch kurz vor dem Ziel abfangen. Huber selbst hatte das Glück nicht auf seiner Seite, denn als er nach etwa 500 Metern mit zwei Konkurrenten auf gleicher Höhe an der Spitze des Feldes lag, schaffte er es nicht, auf die kürzere und kraftschonendere Innenbahn zu gelangen. Der Weg wurde zu weit und so musste er schließlich abreißen lassen. Beim Schlussspurt auf der Zielgeraden war der Abstand nach vorne bereits zu groß, dass der Pallinger mit einer Zeit von 1:50,50 Minuten als Sechster ins Ziel kam.

»Der Vorlauf ist ideal für den 'Bene' gelaufen, der Endlauf leider sehr unglücklich«, meinte Betreuer Werner Oberauer, der mit Trainer Rupert Rambichler vom TSV Palling zum gut zehnköpfigen Tross gehörte, der den Chiemgauer Ausnahmeläufer zu den Titelkämpfen nach Ulm begleitete. Oberauer sprach von einem »taktisch geprägten Rennen mit vielen Rempeleien«. Der Wunsch seines Schützlings nach einem von Beginn an flotten Rennen sei leider nicht in Erfüllung gegangen, trotzdem handle es sich um eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur letztjährigen Deutschen Meisterschaft.

Huber, der sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat und nun voll ins Berufsleben einsteigen wird, werde in den kommenden Wochen noch ein paar Läufe in der Region absolvieren und sich dabei auch einmal auf die ungewohnte 400-Meter-Distanz wagen, kündigte Oberauer an. mmü