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Huber enttäuscht, Trost holt Bronze

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Die Pidingerin Katharina Trost (Zweite von links) kam beim 800-Meter-Lauf der Frauen auf den dritten Platz. Nur ihre Teamkollegin Christina Hering (vorne) und Tanja Spill (links) waren bei den Deutschen Meisterschaften im Finale noch schneller unterwegs. Foto: dpa

Ohne die ersehnte Medaille ist der mehrfache Deutsche Meister Benedikt Huber (LG Telis Finanz Regensburg) bei den 120. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig geblieben. In seiner Paradedisziplin, die 800 Meter, kam der Pallinger im Finallauf im Eintracht-Stadion nur als Siebter ins Ziel. Huber hatte 2016, 2017 und 2018 jeweils Gold und im Vorjahr Bronze bei den »Deutschen« geholt.


Den Sieg bei sengender Hitze holte sich wie im Vorjahr Top-Favorit Marc Reuther von der LG Eintracht Frankfurt mit einer Laufzeit von 1:46,97 Minuten überlegen vor Christoph Kessler (1:47,44 Minuten/LG Region Karlsruhe) und Dennis Biederbick (1:47,51 Minuten/LG Eintracht Frankfurt).

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Der 30-jährige Huber überquerte nach 1:50,74 Minuten die Ziellinie. In Topform hätte er mit Reuther, Kessler und Co locker mithalten können, denn seine persönliche Bestzeit über 800 Meter liegt bekanntlich bei 1:46,31 Minuten. Aufgestellt hat er sie 2018 in Polen. »Es war allgemein kein gutes Jahr. Das muss ich jetzt abhaken und dann geht es im kommenden Januar mit der für die Olympia-Qualifikation ganz wichtigen Hallensaison weiter«, sagte ein enttäuschter Huber bei der Heimfahrt.

Besser als für Huber lief es in Braunschweig für die heimische Top-Läuferin Katharina Trost (LG Stadtwerke München). Über 800 Meter holte sich die Deutsche Hallenmeisterin von 2019 mit einer Laufzeit von 2:02,27 Minuten Bronze. Den Vortritt lassen musste die 25-jährige WM-Halbfinalistin aus Piding nur ihrer siegreichen Teamkollegin Christina Hering (2:01,62 Minuten/LG Stadtwerke München) und Tanja Spill (2:02,07 Minuten/LAV Bayer Uerdingen/Dormagen). Am Samstag hatte Trost ihren Halbfinallauf gewonnen und mit 2:04,40 Minuten eine Tagesbestzeit aufgestellt. 2019 hatte sie bei der DM in Berlin über 800 Meter Silber gewonnen.

Huber stand bereits zum siebten Mal in Serie bei Deutschen Freiluft-Leichtathletik-Meisterschaften im Finale. Nur bei seinen ersten beiden Teilnahmen 2012 und 2013 hatte er dieses verpasst. Diesmal qualifizierte er sich im dritten Halbfinale am Samstag mit einer Laufzeit von 1:51,39 Minuten als Zweiter hinter Dennis Biederbick problemlos für den Finallauf. Jeweils die beiden besten Läufer aus den drei Halbfinals sowie zwei Zeitschnellste schafften die Qualifikation.

Titelkämpfe ohne Publikum

Für Huber waren es die ersten nationalen Titelkämpfe ohne Publikum. Das sei schon gewöhnungsbedürftig, wenn es bei einer Deutscher Meisterschaft auf den Zuschauerrängen so ruhig sei, sagte Huber. Das Hygienekonzept des Deutschen Leichtathletik-Verbands, wonach sich nur maximal 999 Personen gleichzeitig im Stadion aufhalten durften, wurde strikt eingehalten. »Erst zwei Stunden vor dem Wettkampf durften wir ins Stadion und auch nur dann, wenn beim Fiebermessen keine erhöhte Temperatur festgestellt wurde. Rund eine Stunde nach dem Rennen mussten wir das Stadion wieder verlassen«, erzählte Benedikt Huber. Im Stadion galt es, Abstand zu halten und trotz Höchstwerten von 35 Grad im Schatten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Beim Aufwärmen und bei den Wettkämpfen durfte dieser abgenommen werden.

Eigentlich hätten die Deutschen Meisterschaften schon Anfang Juni stattfinden sollen, doch wegen der Coronavirus-Pandemie wurden sie in den August verlegt. Da die Olympischen Sommerspiele in Tokio auf 2021 verschoben und die Leichtathletik-Europameisterschaften in Paris ebenfalls abgesagt wurden, waren die nationalen Titelkämpfe nun der Saisonhöhepunkt für die deutschen Leichtathleten.

»Nach den vielen Wettkampfabsagen waren wir alle froh, dass der DLV die Deutschen Meisterschaften nun nachgeholt hat«, betonte Benedikt Huber. Zum Glück hätten die Mittel- und Langstreckenläufer gemäß der neuen Corona-Verordnung in freien Bahnen laufen können. Dies ist bei einigen vorangegangenen Leichtathletik-Events nicht der Fall gewesen. mmü

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