Hohe Ziele nach langer Verletzungspause

Bildtext einblenden
Sie ist wieder fit und kann wieder voll trainieren: Sophia Schneider (vorn), hier während eines Koordinations-Trainings mit Skirollern in der Chiemgau-Arena. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Im vergangenen Jahr hatte sie ihr Weltcup-Debüt gefeiert – und musste kurz darauf schon die Saison beenden: Biathletin Sophia Schneider (SV Oberteisendorf). Nach einer Fußverletzung musste sie monatelang pausieren, jetzt greift die 23-Jährige wieder richtig an: »Ich bin wieder fit und bin sehr zuversichtlich für diese Saison«, berichtet die Sportlerin, die dem Zoll-Skiteam angehört und sich dank der Förderung durch den Zoll voll auf ihren Sport konzentrieren kann.

Anzeige

»Ich werde auf alle Fälle versuchen, mich für den Weltcup zu qualifizieren. Die Deutsche Meisterschaft im September ist da noch gar nicht so entscheidend. Wichtiger sind die Qualifikations-Wettkämpfe im Winter kurz vor dem Saisonstart«, weiß sie. Schneider möchte »am liebsten schon beim ersten Weltcup« dabei sein, »und dann wäre es das Ziel, sich da festzusetzen und eine bessere Leistung als im Vorjahr zu bieten. Schließlich kennt man ja auch das Umfeld besser« – und muss nicht mehr so gehandicapt antreten wie Schneider in der vergangenen Saison, auch wenn ihr das zunächst nicht bewusst war. »Ich bin umgeknickt, als ich vor dem Weltcup in Kontiolahti aus der Wachskabine rausgegangen bin«, erinnert sie sich.

Die Probleme schienen nicht allzu groß, sie lief noch Wettkämpfe in Finnland und bestritt sogar noch das Sprint-Rennen beim folgenden Weltcup in Hochfilzen, »dann wurden die Schmerzen immer schlimmer.« Bei einer genaueren Untersuchung stellte sich heraus, dass sie sich eine Split-Läsion bei den Peronealsehnen zugezogen hatte, auch ein Band war angerissen.

Schneider durfte längere Zeit gar nichts machen, »allmählich durfte ich leicht spazierengehen.« Daher versuchte sie, zumindest ihren Oberkörper zu stärken, »da habe ich viel im Medical Park in Bernau gemacht. Ende Februar, Anfang März konnte ich sogar wieder zum Langlaufen gehen.« Hinzu kam viel Techniktraining, auch auf dem Laufband, unter anderem betreut von Techniktrainer Michael Veith. Nach zähem Beginn stellten sich allmählich die erhofften Fortschritte ein.

Während ihre Teamkolleginnen nach der langen Saison ohnehin eine längere Pause brauchten, setzte auch die Sportlerin des SV Oberteisendorf für zwei Wochen ganz mit dem Training aus. Diese Erholung ist für den Körper wichtig, um anschließend wieder voll belastet werden zu können.

Letztlich »bin ich im Mai ohne Rückstand in die Vorbereitung auf die kommende Saison eingestiegen. Da müssen alle erst wieder das Training aufbauen. Nur die Wettkampfpraxis aus der vergangenen Saison fehlt mir halt.«

Aber Schneider hat den Anschluss geschafft. Das stellte sie auch unlängst bei einem Lehrgang des gesamten deutschen Perspektivkaders in Ruhpolding fest, bei dem unter Leitung von Trainer Tobias Reiter (Oberwössen) sehr intensiv gearbeitet worden war.

Auch in der abgelaufenen Woche ging es im Training intensiv zur Sache, die nächste Woche verläuft sportlich etwas ruhiger. Gut für Schneider, denn da hat sie im Rahmen ihres Bachelor-Studiums an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning einige Prüfungen zum Abschluss ihres vierten Semesters vor sich. Zu den Schwerpunkten ihres Studiengangs gehört neben sportfachlichen Themen auch Sportpsychologie – »da kann man sich einiges für das Training und die Sportpsychologie herausziehen und hat im Sport auch ein gutes Hintergrundwissen«, freut sie sich. Das Bachelor-Studium kann sie nach dem siebten Semester abschließen, im Sport soll es möglichst schon in dieser Saison wieder ein Stück weiter nach vorne gehen.

Dafür gilt es, auch die Schießleistung zu verbessern. »Momentan habe ich ein gutes Gefühl. Es passt sehr gut, und ich versuche vor allem konstanter zu werden.« Trainer Tobias Reiter »versucht sehr viel, baut unter anderem im Training auch Schieß-Wettkämpfe ein, damit wir da mehr Routine entwickeln«, freut sie sich.

Beim vergangenen Lehrgang »hat Engelbert Sklorz mit uns individuell sehr viel gemacht, das bringt auch viel fürs weitere Training.« Der Ruhpoldinger, im Deutschen Skiverband (DSV) übergreifend für das gesamte Team zuständig, »nahm sich viel Zeit«, lobt sie. Die gut zwei Stunden intensiver Arbeit waren »zwar für den Kopf anstrengend, aber dafür konnten wir in der Schießhalle viel mit dem Laser machen, das kann man genau auswerten und viel daraus lernen.«

All die verschiedenen Trainingskomponenten sollen dazu führen, dass Schneider möglichst gut vorbereitet in die neue Wettkampfsaison gehen kann. Sollte es mit der regelmäßigen Teilnahme am Weltcup klappen, ergäbe sich automatisch noch ein anderes Ziel: die Olympischen Winterspiele 2022. Doch »das ist erst einmal weit weg – aber man muss auf jeden Fall daran glauben.« who

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein