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Hohe BLSV-Auszeichnung für »Bibi« Anfang

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50 Jahre Skiclub Bergen sind auch 50 Jahre Georg »Bibi« Anfang (Vierter von links). Der Ehrenvorstand erhielt von der BLSV-Kreisvorsitzenden Claudia Daxenberger (Zweite von links) die höchste je im Kreis vergebene BLSV-Auszeichnung. Aktive Weggefährten waren Klaus Iblacker (Dritter von links) und Rupert Ecker (Zweiter von rechts). Bergens Vorstand Dr. Jürgen Schmid (rechts) gratulierte zusammen mit dem stellvertretenden Landrat Sepp Kohnhäuser. (Foto: Flug)

Der Skiclub Bergen hat sein 50-jähriges Bestehen im Festsaal gefeiert. Vorstand Dr. Jürgen Schmid stellte bei der Feier den Ehrenvorstand Georg »Bibi« Anfang ins Rampenlicht.


Vor 50 Jahren am 21. Mai 1965 gründeten 20 Mitglieder um »Bibi« Anfang den SC Bergen, begann Schmid in seiner Ansprache. Eigentlich eine Wiedergründung erinnerte er. Schon in den zwanziger Jahren hatte es einen Vorgänger gegeben, der 1937 mit dem TSV Bergen zu einer Sportgemeinschaft verschmolz. Mit der Neugründung des TSV verblieben die Skisportler in einer Sparte.

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Steiniger Weg bei der Gründung

Wie es 1965 zu der Abspaltung kam, war eine der vielen Anekdoten, die Schmid erzählte. Schmid sah die Ursache in einem handfesten Streit. Die Ski-Sparte im TSV hätte 5000 Mark an Zuschuss für ein Sportereignis akquiriert. Als das ins Wasser fiel, soll der Hauptverein das Geld für den Neubau einer Tribüne am Fußballplatz verwendet haben. Mitglieder der Sparte Ski, die sich im Verein ohnehin stiefmütterlich behandelt fühlten, gründeten darauf den Skiclub. Das spaltete das Dorf.

Auf dem Behördenweg versuchte der TSV-Hauptvorstand vergeblich, den neuen Skiclub zu verhindern. Die Gegner warfen »Bibi« Anfang gemeindeschädigendes Verhalten vor. Der Streit von damals sei längst vergessen, weiß Schmid. Heute ist Bergen geprägt von der Zusammenarbeit zwischen den Vereinen, bestätigte Schmid.

Als in der ersten Jahreshauptversammlung 1965 den Ausgaben von 299 Mark Einnahmen von 509 Mark gegenüberstanden, war die Skisaison bereits gerettet, erzählte Schmid. Hart packten die Gründerväter an. Im Sommer sprengte der Skiclub in 374 Arbeitsstunden die Gefahrenstellen Erlöser und Loch zum Wohle der Hochfellner Abfahrt. 1966 gab es den ersten Super-G im Chiemgau. 1967 wurde die Dampfbodenabfahrt saniert, im gleichen Jahr gab es den verbandsoffenen Langlauf auf der Höhenloipe. Der DSV betrachtete das Geschehen aufmerksam und dank der Initiative der Bergener wurde 1988 der erste offene Slalom auf der Dampfalm ausgetragen.

Die Mitgliederzahlen wuchsen ständig. Das 44. FIS-Rennen wurde im Skigebiet Bründling-Hochfelln ausgetragen. Zwei Europacup-Slaloms der Damen, 44 DSV-offene Frühjahrsrennen und 49 Schneeletzt-Slalomrennen verzeichnete die Geschichte. Langlauf gehörte schon immer zum Verein mit der Hochloipe. Die Chiemgaumeisterschaft wurde in Bergen ausgetragen, ein Nachtlanglauf mit 204 Teilnehmern. Der Hochfellnberglauf hat Tradition. 2000 wurde hier die Berglaufweltmeisterschaft ausgetragen. Fünfmal hat die Deutsche Berglaufmeisterschaft am Hochfelln stattgefunden. Der Berglauf Grand Prix ist seit 1997 jährlich. Die Radlerabteilung entstand, überbrückte das Sommerloch. 1983 richtete der SC Bergen einen Chiemgau-Triathlon vom Tüttensee zur Bründlingalm aus.

Untrennbar verbunden sieht Schmid das Geschick des SC Bergen mit seinem Amtsvorgänger, dem Ehrenvorstand Georg »Bibi« Anfang. Vom »gemeindeschädlichen Verhalten zum Bundesverdienstkreuz« sei heute das geflügelte Wort zu seiner Lebensleistung. Als Berglaufpionier und namhafter Sportler habe er von 1956 bis 1965 die Abteilung Ski im TSV geleitet. Anfang war allzeit treibende Kraft von der Gründung über die weiteren Erfolge. Von 1965 bis 2012 habe er den Verein umsichtig und schlau geführt. Heute noch stehe er seinem Verein allzeit zur Seite. »Bibi« Anfang habe dem Club sein Gesicht gegeben.

Die Kreisvorsitzende im BLSV, Claudia Daxenberger, sah das genauso. Sie überbrachte Anfang die höchste Auszeichnung, die der BLSV je im Landkreis vergeben hat, die Verdienstnadel in Gold mit Brillanten und großem Kranz für über 50 Jahre. Rupert Ecker wurde für 50 Jahre aktive Tätigkeit als Kassier (1965 bis 1982) und Kassenprüfer (1982 bis 2012) geehrt. Mehr als 30 Jahre arbeitet Klaus Iblacker, Alpinreferent von 1979 bis 1994 und seitdem Beisitzer in der Vorstandschaft. Aus dem Gründungsjahr wurden für ihre Mitgliedschaft weiter geehrt Maria Schweiger, Rupert Ecker, Klaus Iblacker, Ernst Parzinger, Betty und Heinz Formanek, Peter Kurzeder, Evi Maier, Ludwig Anfang, Doris Dal-Sasso und Christoph Warkentin.

Die Ausgestaltung der Jubiläumsfeier wurden von den Mitgliedern und den Ehrengästen viel gelobt. Auf große Grußworte hatte die Vorstandschaft bewusst verzichtet. Die jungen Mitglieder Ann-Kathrin Schmitt und Paul Kanngießer hatten ein Bündel an Fragen dabei. Die stellten sie locker verschiedenen Gruppen aus Politik, aktiven Sportlern, Altstars und Funktionären. Besonders stach hervor, dass Andi Stitzl, Bundestrainer im Biathlon, deutlich machte, dass er in seiner Karriere als Sportler und Trainer nie angekommen wäre, wo er jetzt ist, wenn es den SC Bergen nicht gegeben hätte.

Aufgelockert wurde das Jubiläumsfest durch Musik. Ein Chor der Vereinskinder unter Leitung von Monika Schneider machte mit »Skifahren« den Auftakt. Musiker rund um den Verein in unterschiedlicher Zusammensetzung brachten über den Abend Lieder auf ihren TSV. Die Kindergruppe des Trachtenvereins überraschte mit einer Tanzaufführung. lukk