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Hohe Auszeichnung in Inzell

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Sie wurde in Inzell als »Kufenflitzerin des Jahres« ausgezeichnet: Anna Seidl (links), die von DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen den Preis überreicht bekam. (Foto: DESG-Presse)

»Das ist eine große Ehre – damit habe ich nicht gerechnet«: Freudig überrascht zeigte sich Anna Seidel bei ihrer Auszeichnung als »Kufenflitzerin des Jahres«. Der Preis, der »Goldene Schlittschuh«, wurde ihr in Inzell von DESG-Präsidentin Stefanie Teeuwen übergeben.


Überraschend kam die Ehrung zum einen, weil die 18-Jährige aus dem Shorttrack kommt, der innerhalb der Eisschnelllauf-Szene noch nicht die gleiche Beachtung findet wie der »klassische« Eisschnelllauf. Zum anderen, weil die Konkurrenz an Leistungsträgern doch sehr groß ist. Denn es gibt nur einen Preis für Männer und Frauen gemeinsam.

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Seidel war extra für die Ehrung aus Dresden angereist – und musste noch am Abend zurück. »Das war die Bedingung des Trainers dafür, dass ich hier teilnehmen kann«, sagte sie. Sie hatte in ihrer besten Saison schon Podestplätze im Weltcup sowie Medaillen bei Europameisterschaften und Olympischen Jugendspielen geholt. »Dabei« war sie aber auch schon als damals 15-Jährige bei den Olympischen Spielen in Sotschi.

Bei den Spielen 2018 in Pyeongchang (Südkorea) will sie dann schon gut mitmischen. Vorausgesetzt, sie wird wieder richtig fit. Im Sommer hatte sie sich bei einem Sturz im Training den 12. Brustwirbel gebrochen und sich einige Bänderrisse zugezogen. »Seit vier Wochen kann ich wieder voll trainieren, auch mit dem Schmerzen wird es allmählich besser«, berichtete sie. Dabei fiel ihr die Rückkehr aufs Eis zunächst schwer, »doch ich habe viel mit einer Psychologin gearbeitet. So habe ich gelernt, nicht an die Gefahr zu denken, sondern mich darauf zu konzentrieren, einen Schritt über den anderen zu setzen.«

»Einen Schritt nach dem anderen« soll es auch in ihrer Karriere – und in dieser Saison – nach vorne gehen. So gerne die Sportgymnasiastin schon an den Asien-Weltcups im Dezember teilnehmen würde: Wenn es nicht klappt, »dann eben im Januar bei der EM in Turin.« Und sie freut sich schon auf ihren Heim-Weltcup in Dresden (3./4. Februar). Dort ist zwar »der Druck schon größer, aber es herrscht jedes Mal eine tolle Atmosphäre.«

Sie interessiert sich übrigens auch sehr für den »klassischen« Eisschnelllauf, den sie im Fernsehen »soweit es übertragen wird« verfolgt. Dass sie sich für die Disziplin Shorttrack entschieden hatte, hatte zwei Gründe. Einer war die Faszination, dass es dabei Überholvorgänge und direkte Duelle gibt. Und der zweite? »Bei uns war früher das Shorttrack-Training in der Halle, das für die Eischnellläufer auf der Bahn draußen – und wir wollten natürlich in die warme Halle«, lacht sie. who