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Hohe Auszeichnung für drei Biathletinnen aus dem Stützpunkt

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Die Damenstaffel der Biathlon-WM 2015 (von links) Vanessa Hinz, Franziska Preuß, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier wurde beim Bayerischen Sportpreis ausgezeichnet.

Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann hat an zahlreiche Sportler den Bayerischen Sportpreis verliehen. Bei einer großen TV-Gala mit Stars aus Sport, Film und Fernsehen war auch FC-Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge dabei. Ausgezeichnet wurden unter anderem die Damen-Staffel der Biathlon-WM 2015 mit Vanessa Hinz, Franziska Preuß, Franziska Hildebrand (alle Stützpunkt Ruhpolding) und Laura Dahlmeier sowie Regisseur Hans Steinbichler. Bei der Veranstaltung, die in der BMW-Welt in München stattfand, führte BR-Moderator Markus Othmer durch den Abend.


Den Preis als »herausragende Nachwuchssportlerin« gewann die Triathletin Sophia Saller: Sie gewann 2013 die Deutsche Triathlon-Meisterschaft der Junioren. Im Juni 2014 wurde sie Vize-Europameisterin auf der Olympischen Kurzdistanz und im August 2014 in Kanada U-23-Weltmeisterin. Sie gehört dem B-Kader der Deutschen Triathlon Union an und gilt als Hoffnungsträgerin im deutschen Triathlon. Seit 2011 studiert Sophia Saller Mathematik an der University of Oxford und hat ihren Master 2015 abgeschlossen.

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Den »Jetzt-erst-recht-Preis« gewann der Sportschütze Josef Neumaier: Er zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Sportschützen im Behindertenbereich. Bislang nahm der im Rollstuhl sitzende Sportler schon an fünf Sommer-Paralympics teil. Vor zwei Jahren konnte er bei den Paralympischen Sommerspielen in London seine Medaillensammlung in den Farben Gold und Silber (Atlanta 1996 und Sydney 2000) mit Bronze komplettieren.

Für die »herausragende Präsentation des Sports« wurden Hans Steinbichler, Nick Golüke und Michael Müller geehrt. Hans Steinbichlers Film »Landauer – der Präsident« über den früheren Vereinspräsidenten des FC Bayern München beschreibt das bis heute in der Öffentlichkeit fast unbekannte Leben Kurt Landauers, der mit dem Verein 1932 seine erste Deutsche Meisterschaft gewann, nach dem Krieg die Weichen in Richtung Profifußball stellte und stets für Weltoffenheit eintrat. Nick Golüke und Michael Müller haben im Zusammenhang mit Steinbichlers Film eine bemerkenswerte Dokumentation unter dem Titel »Landauer – gefeiert, verbannt, vergessen« produziert. Der Film zeichnet das dramatische Leben Landauers als Jude nach.

Ausgezeichnet für sein »Sportliches Lebenswerk« wurde der Rennfahrer Hans-Joachim Stuck. Der Grainauer hatte im Alter von 63 Jahren im Jahr 2014 seine erfolgreiche Karriere beendet. Er engagiert sich seit 2012 als Präsident des Deutschen Motorsport-Bundes. Er startete zwischen 1974 und 1979 insgesamt 74-mal in der Formel 1, gewann 1986 und 1987 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und wurde 1990 Deutscher Tourenwagen-Meister. Die Stuck-Stiftung unterstützt unverschuldet in Not geratene Familien.

Als »Botschafter des Bayerischen Sports« wurde die erfolgreiche Damen-Staffel bei der Biathlon-Weltmeisterschaft 2015 in Kontiolahti ausgewählt. Laura Dahlmeier, Franziska Preuß, Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand hatten in Finnland überzeugt. Am 7. Februar 2015 gelang Laura Dahlmeier im Sprintrennen von Nové Mìsto der erste Einzel-Weltcupsieg. Bei der Weltmeisterschaft in Kontiolahti 2015 erreichte sie im Sprintrennen den vierten Platz. In der anschließenden Verfolgung gewann sie mit Silber ihre erste WM-Medaille und wurde mit der Damenstaffel überlegen Weltmeisterin. Zum Beginn der Saison 2013/14 wurde Franziska Preuß in den Weltcup-Kader berufen und gewann mit ihren Teamkolleginnen ihr erstes Staffelrennen. Beim Weltcup in Ruhpolding 2015 wurde Preuß im Massenstart Zweite und konnte ihren ersten Weltcupsieg feiern.

Vanessa Hinz begann als Skilangläuferin. Zur Saison 2012/13 wechselte Hinz vom Skilanglauf zum Biathlonsport. Ihr internationales Debüt gab sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2013 in Obertilliach und gewann an der Seite von Franziska Preuß und Laura Dahlmeier Gold im Staffelrennen. Hildebrand siegte in der Staffel von Hochfilzen 2015 als Läuferin – an der zweiten Position startend – in der bis dahin jüngsten gesamtdeutschen Biathlon-Frauenstaffel. Bei der WM in Kontiolahti 2015 wurde sie im Staffelwettbewerb erstmals Weltmeisterin. Den Sonderpreis 2015 der Jury erhielten die Herren- und Frauenfußballmannschaft des FC Bayern München: Die Herren wurden zum 25. Male Deutscher Meister, die Frauenmannschaft des FC Bayern holte sich ebenfalls den Deutschen Meistertitel.

Die beiden »Persönlichen Preise des Bayerischen Ministerpräsidenten« gehen heuer an Skispringer Severin Freund und den FC Ingolstadt. Der Rastbüchler Severin Freund, der ebenfalls dem Stützpunkt Ruhpolding angehört, ist Bayerns erster Skiflugweltmeister, Olympiasieger und der derzeit erfolgreichste Skispringer Deutschlands. Freund hatte bei der nordischen Ski-WM im Februar 2015 in Falun zwei WM-Titel gewonnen und holte sich zudem eine Silbermedaille. Der FC Ingolstadt schaffte in der vergangenen Saison den Aufstieg von der II. Fußball-Bundesliga in die Erste Liga. fb