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Hoffen auf die Challenge Davos

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Julian Erhardt steht in den Startlöchern: Der Überseer Profi-Triathlet hofft, dass er Ende August bei der Challenge Davos starten kann.

Das erste Triathlon-Halbjahr ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie weltweit beinahe flächendeckend abgesagt worden und für die zweite Jahreshälfte schaut es kaum besser aus. Auch Julian Erhardt wurde Anfang des Jahres jäh ausgebremst. Ein Rennen nach dem anderen wurde abgesagt, bislang ist nur warten angesagt. Jetzt hofft der Überseer Profi-Triathlet aber darauf, dass es vielleicht doch noch mit einem Start in diesem Jahr klappen könnte – und zwar bei der Challenge Davos.


Aktuell steht das Mitteldistanz-Rennen (1,9 km Schwimmen, 54 km Radfahren, 21 km Laufen) in der Schweiz noch. Es soll am Samstag, 29. August, über die Bühne gehen. »Ich würde mich super freuen, wenn die Challenge stattfinden kann«, sagt Erhardt. Doch so recht mag der Profi daran noch nicht glauben. »Man weiß ja aktuell nicht, was nächste Woche passieren wird«, sagt er. Es komme jetzt wohl in den nächsten Tagen darauf an, wie sich die Corona-Zahlen weiter entwickeln werden. Er rechnet damit, dass frühestens eine Woche vor dem Wettkampf wirklich Klarheit herrschen wird, ob er gestartet werden kann oder eben nicht. »Das ist schon alles sehr nervenaufreibend«, gibt er zu.

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Sollte das Rennen in Davos planmäßig über die Bühne gehen, dann wird es jedenfalls ein Stelldichein der Profis werden. »Ich sage ja mittlerweile, dass das fast schon eine WM ist«, lacht Erhardt. »Es ist ein unfassbar gutes Starterfeld.«

Bestens gerüstet für den Wettkampf

Für das Kräftemessen mit den Kollegen ist der Überseer aber bestens gerüstet, denn nach den ganzen Rennabsagen lag der Fokus die vergangenen Monate eben komplett auf dem Training. »Man konnte mal sehr konstant trainieren.« Es sei also von diesem Gesichtspunkt her kein verlorenes Jahr gewesen, betont er. »Ich sehe es quasi als Übergangsjahr, in dem man viele Sachen optimieren konnte.« Rein finanziell war's für die Profis aber freilich ein Desaster, denn die Preisgelder sind bisher ja komplett weggefallen.

Zuletzt war Julian Erhardt übrigens noch zehn Tage lang im Trainingslager in der Schweiz. Dort fand er beste Bedingungen vor. »Wir hatten vom Wetter her richtig Glück gehabt«, erzählt Erhardt, der dort unter anderem zusammen mit dem Unterwössener Michael Ager trainiert hat. Mit dem Rad ging's die Pässe rauf und runter. »Wir haben richtig lange und coole Ausfahrten gemacht. Aber es war doch ziemlich heiß und deshalb war das Training auch eine Herausforderung.«

Auch das Laufen sei anstrengend gewesen. »Denn erstens merkt man die Höhenluft und zweitens muss man für die Intervalle den Berg erst einmal runterlaufen und dann zum Schluss eben auch wieder hoch«, lacht er. »Und das geht eben nie so ganz locker.« Auch das Schwimmen sei möglich gewesen, berichtet Erhardt. »In der Nähe unserer Unterkunft gibt es sowohl ein Frei- als auch ein Hallenbad.«

Auch jetzt trainiert der ehrgeizige Triathlet akribisch weiter. Bis zur Challenge Davos will er voll durchziehen, dann hat er noch eine Leistungsdiagnostik bei der Firma seines Trainers Björn Geesmann auf dem Plan stehen. Dabei wird er sowohl auf dem Laufband als auch auf dem Rad seinen Fitnessstand überprüfen. »Danach werden wir sehen, ob das Training bei mir angeschlagen hat«, sagt er. Sein Leistungsvermögen will Julian Erhardt dann freilich aber auch am liebsten bei einem Rennen zeigen können. Findet auch die Challenge Davos nicht statt, hat er noch ein paar Alternativen im Blick. Er könnte sich unter anderem auch vorstellen, einen virtuellen Wettkampf zu machen – und zwar einen Marathon. »Dann hat man mal einfach etwas zum Abschließen«, sagt er. Und dabei könnte er dann sicherlich auch die letzten fünf bis zehn Prozent aus sich herausholen, die man im Training eben nicht abrufen kann, ergänzt er.

Wir müssen es einfach abwarten«

Danach muss man sich aber wohl eingestehen, »dass die Saison gelaufen ist«, sagt Erhardt. Nach einer Pause will er dann »im Herbst wieder ganz normal mit der Vorbereitung auf die neue Saison starten«. Die Ungewissheit bleibt aber freilich. Denn noch steht ja in den Sternen, ob 2021 ein normales Jahr werden wird. »Das zerrt an einem«, gibt Julian Erhardt unumwunden zu. »Wir müssen es einfach abwarten. Aber ich hoffe natürlich, dass ab nächstes Jahr wieder Rennen sein werden.« SB

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