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Hörgl: »Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen«

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Rainer Hörgl traut mindestens drei Neuzugängen den Sprung in die Startelf zu – »ohne dem Trainer vorgreifen zu wollen«.

In Traunstein beginnt am 18.  Juli eine neue Zeitrechnung: Mit dem Gastspiel beim FC  Deisenhofen wird für den SB Chiemgau das Kapitel »Fußball-Landesliga« aufgeschlagen. Die Vorbereitungen der Adam-Gawron-Crew laufen auf Hochtouren, doch derzeit klappt bei weitem nicht alles so, wie SBC-Abteilungschef Rainer Hörgl sich das vorstellt. Das gab er im Interview mit unserer Sportredaktion auch unumwunden zu. Vor allem das Auftreten vom vergangenen Wochenende – 0:7 im Test beim Bezirksligisten ESV Freilassing – bezeichnete der frühere Profi-Trainer aus Neukirchen, der unter anderem den FC Augsburg in die II. Bundesliga führte, als »No-Go«.


Herr Hörgl, mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung können Sie nur bedingt zufrieden sein, oder?

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Hörgl: Das kann man so sagen. Es waren einfach zu viele Spieler abwesend – zum einen, weil sie im Urlaub waren, zum anderen, weil wir auch Verletzungspech hatten. Zum Beispiel sind Patrick Petzka wegen einer Sprunggelenksverletzung und Florian Griesbeck wegen eines Knochenödems immer wieder ausgefallen.

Wie sieht es in Sachen Leistungsbereitschaft aus – war wenigstens die in Ordnung?

Hörgl: Diejenigen Spieler, die da waren, haben schon gut trainiert. Aber mir gefällt es einfach nicht, wenn manche Leute in der Vorbereitung in den Urlaub fahren. Mir ist schon klar, dass man das nicht ganz verhindern kann, weil wir ja kein Profiverein sind – aber in diesem Maße hätte es nicht passieren dürfen. Insgesamt war mir das einfach zu wenig, vor allem in der Anfangsphase der Vorbereitung.

Wie beurteilen Sie das Startprogramm mit den Auftritten in Deisenhofen und dann jeweils zu Hause gegen Töging und Planegg-Krailling – und das alles binnen einer Woche?

Hörgl: Die ersten beiden Aufgaben werden auf alle Fälle sehr schwierig. Deisenhofen ist ein Kandidat für die vorderen Plätze, hat ja auch in der vergangenen Saison lange vorne mitgemischt und unter anderem Meister Kirchanschöring geschlagen. Töging hat letzte Saison als Aufsteiger eine gute Rolle gespielt und wird zu unserer Landesliga-Heimpremiere definitiv eine harte Nuss. Und im Hinblick auf das Spiel gegen Planegg-Krailling haben wir das Problem, dass wir diesen Gegner zu Beginn der Vorbereitung 4:0 besiegt haben. Dieses Ergebnis verfälscht ein bisschen die Ausgangsposition, denn ich erwarte ein ganz anderes Spiel, wenn  es  gegen Planegg um Punkte geht.

Welchen Eindruck haben Sie von den Neuzugängen?

Hörgl: Mit Andre Köppl, Andy Balck und Davut Tahir, der auch schon relativ weit ist, haben wir sicherlich drei Neue bekommen, die für die Startformation in Frage kommen – ohne dass ich dem Trainer vorgreifen möchte. Auch Ludwig Peetz macht einen guten Eindruck – diese Spieler haben ja alle schon mindestens Bezirksliga gespielt. Bei den jungen Leuten muss man abwarten, wie sie sich entwickeln. Lukas Schützinger, Maximilian Eibl und Scott Kennedy werden wohl noch ein bisschen Zeit brauchen. Da müssen wir geduldig sein. Auch bei Maxi Fenninger, der mit der einen oder anderen Verletzung zu kämpfen hatte und die hohen Belastungen noch nicht gewohnt ist, hoffen wir, dass er den Sprung schafft.

Der Kanadier Kennedy war bisher als Testspieler beim SBC dabei. Wenn Sie ihn nun aber bei den Neuen aufzählen, wird er wohl verpflichtet worden sein.

Hörgl: Ja, so ist es, er spielt jetzt bei uns. Aber auch mit ihm müssen wir Geduld haben. Er ist erst vor ein paar Wochen 18 geworden. Ich habe ihn von meinem Kollegen Thomas Niendorf empfohlen bekommen, mit dem ich 1992 den Fußballlehrer gemacht habe, und der in Calgary eine private Fußballschule betreibt.

0:7 gegen Freilassing – und das nur zwei Wochen vor dem Saisonstart. Ihr Kommentar zu diesem Debakel?

Hörgl: Ein absolutes 'No-Go', da müssen sich alle an die eigene Nase fassen. So etwas sollte nicht passieren, schon gar nicht in der heimischen Region – auch wenn man derartige Vorbereitungsspiele nicht überbewerten darf. Unsere Jungs waren platt, sowohl körperlich als auch geistig. Außerdem haben wir taktisch völlig verkehrt gespielt und den Freilassingern genau jene Räume eröffnet, die sie brauchen und auch nutzen. So etwas darf nicht mehr vorkommen.

Am Freitag um 19 Uhr kommt der Drittligist USK Anif in den Jakob-Schaumaier-Sportpark, am Montag um 19.30 Uhr der Zweitligist SV Austria Salzburg – da möchte sich der SBC sicher anders präsentieren.

Hörgl: In diesen letzten Tests müssen wir vor allem wieder die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen zurückgewinnen. Da gilt es hinten gut zu stehen und auch spielerische Akzente zu setzen – soweit diese starken Gegner das zulassen. Niederlagen werden wir wohl trotzdem nicht verhindern können.

Als Ziel für die erste Landesliga-Saison des SBC haben Sie unmittelbar nach dem Aufstieg den »Klassenerhalt« genannt. Bleibt’s dabei?

Hörgl: Natürlich. Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen und als Aufsteiger eine möglichst gute Rolle spielen. Oberstes Gebot ist es, nicht hinten reinzugeraten. cs