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»Höhen und Tiefen« bei den Eisschnellläufern

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Bei Joel Dufter war die Erleichterung groß, nachdem er die Weltcup-Nominierung geschafft hatte. (Foto: Wukits)

Bei den Deutschen Eisschnelllaufmeisterschaften in der Max-Aicher-Arena haben die Inzeller Eisschnellläufer zehn Podiumsplätze errungen. Herausragend waren die Titel von Joel Dufter über 1000 Meter und von seiner Schwester Roxanne Dufter über 1500 Meter. Moritz Geisreiter kam bei drei Starts jeweils auf den 2. Platz. Für den Trainer der Inzeller, Danny Leger, lautet das Fazit: »Höhen und Tiefen«.


Immerhin sind alle seine fünf Schützlinge für den ersten Weltcup-Block nominiert worden. Dieser beginnt bereits kommende Woche in Heerenveen. Für Joel Dufter war die Erleichterung groß, als er am letzten Wettkampftag den Titel über 1000 Meter (1:09,19 Minuten) vor Nico Ihle und Hubert Hirschbichler eroberte. »Das ist nicht so einfach, wenn du auf dein wichtigstes Rennen drei Tage warten musst. So ist das immer eine Zitterpartie«, schilderte Dufter seine Gefühlslage. »Die Nominierung war sehr wichtig und auch, dass ich den A-Gruppenplatz gehalten habe.«

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Beim Weltcup unter die besten Zehn

Zuvor hatte er mit dem 2. Platz über 500 Meter (35,55) die Norm für den Weltcup verpasst. Gewonnen hat das Rennen Nico Ihle in 35,32 Sekunden. Hubert Hirschbichler wurde Sechster. Über die 1500 Meter reichte es für Dufter zum 3. Platz (1:48,85). Patrick Beckert gewann vor Moritz Geisreiter. »Ich bin mit dem Joel über die 1000 Meter sehr zufrieden«, erklärte Leger. »Die 500 waren nicht schlecht und die 1500 Meter so lala.«. Im Weltcup erwartet er von seinem Schützling über 1000 Meter Top-10-Ergebnisse. »Das ist immer eine enge Kiste. Wenn du einen kleinen Fehler machst, bist du statt Vierter plötzlich Fünfzehnter.«

Sehr zufrieden war Leger mit dem Abschneiden von Moritz Geisreiter. Der 29-Jährige lief auf den langen Strecken beherzte Rennen und wurde jeweils hinter Patrick Beckert Zweiter. Über 5000 Meter hatte der Lokalmatador bereits wie der sichere Sieger ausgesehen, wurde aber von seinem Rivalen noch abgefangen. »Da hätten wir Trainer reagieren müssen und ihn warnen sollen, dass Beckert am Schluss plötzlich von hinten kommt«, gibt Leger zu.

Über die 10 000 Meter lief Geisreiter mit 13:07,00 Minuten eine Klassezeit und blieb nur zweieinhalb Sekunden hinter Beckert. »Das waren schon sehr gute Zeiten«, meinte Geisreiter nach den Wettkämpfen. »Über die lange Strecke sind wir locker international in den Top 10. Das Podium ist nicht mehr so weit entfernt«, macht sich Geisreiter Mut für kommende Aufgaben.

»Mit diesen Zeiten kann der Moritz im Weltcup durchaus vorne dabei sein«, ist sich auch Leger sicher. Ein paar Baustellen sieht er trotzdem noch: So zeigte Roxanne Dufter Hochs und Tiefs bei ihren Starts. Zwar verteidigte sie über 1500 Meter ihren Titel, zufrieden waren aber weder Sportlerin noch Trainer mit der Zeit von 1:59,11 Minuten. »Da war mehr drin. Sie hat zwar ihr Soll erfüllt, war aber sehr verkrampft, sie kann mehr«, stellte der Trainer fest. »Ich habe den Druck gespürt und hatte starkes Herzklopfen. Ich wollte unbedingt die A-Gruppe halten«, meinte Dufter selbstkritisch.

Danach überraschte sie sich und ihren Trainer über die 3000 Meter positiv: In 4:10,71 Minuten blieb sie gute zwei Sekunden hinter Claudia Pechstein auf dem 2. Platz. »Da bin ich sehr locker unterwegs gewesen und vor allem technisch sauber auf dem Eis gestanden. Die Zeit war auch gut«, stellte sie fest.

Dafür gingen am Schlusstag bei Roxanne Dufter die 1000 Meter nach hinten los: »Das war sehr bescheiden und ein kleiner Tiefschlag«, stellte der Trainer fest und auch die Sportlerin gab zu, dass es bis zum Weltcup in Heerenveen noch einiges aufzuarbeiten gibt.

»Man muss immer an sich glauben«

Von einer schwierigen Situation und großem Druck sprach Hubert Hirschbichler nach den Meisterschaften. Nachdem die Rennen über 500 und 1500 Meter für ihn nicht nach Wunsch verlaufen waren, kam er über die 1000 Meter in 1:10,30 Minuten auf den 3. Platz und schaffte damit die Weltcupnorm. »Ich habe keine Ahnung, was da die ersten Rennen los war«, sagte der Sportler. »Ich bin sehr nervös gewesen. Aber daraus kann ich lernen und eines ist mir bewusst: Man muss immer an sich glauben.«

»Er hat teilweise den Faden verloren«, kommentierte Danny Leger. »Die 1500 Meter waren nicht nach seinem Geschmack. Über die 1000 hat er sich dann durchgebissen. Er hat unglaubliches Potenzial und daran werden wir jetzt arbeiten«, kündigte der Trainer an.

Der große Pechvogel im Inzeller Team war Gabi Hirschbichler. Sie erwischte kurz vor den Meisterschaften einen Infekt und konnte nicht starten. Immerhin bekommt sie trotzdem das Weltcup-Ticket. Sie wird im Team Pursuit als feste Größe gebraucht. SHu

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