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Hitzeschlacht beim Chiemgauer 100

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Der 100-Meilen-Sieger Tom Wagner startete bereits am Freitag und lief die Nacht durch.
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Mit einem Jubelschrei überquerte 100-km-Sieger Florian Felch die Ziellinie.

Bei der 14. Auflage des Chiemgauer 100 hieß es einen kühlen Kopf bewahren. Bei Temperaturen bis zu 30 Grad wurde den Trailrunnern alles abverlangt. Unbeeindruckt von den heißen Bedingungen lief Thomas Wagner ein sehr starkes 100-Meilen-Rennen und verbesserte den bestehenden Streckenrekord um neun Minuten – Endzeit: 21 Stunden 19 Minuten. Umso bemerkenswerter ist diese Leistung, da der Vorjahressieger in diesem Jahr eigentlich als freiwilliger Streckenposten arbeiten wollte, sich dann aber spontan zur Teilnahme entschied.


Ulrich von Grossmann auf Platz sechs

Bernard Armin aus Rosenheim konnte dem Österreicher mit einem Rückstand von 1:31 Stunden nicht gefährlich werden. Hans Meixner komplettierte das Siegertreppchen. Der Drittplatzierte nahm den Ultralauf für eine private Spendenaktion zum Anlass. Seine Freunde und Geschäftspartner rief der Unternehmer aus Neubeuern dazu auf, für jeden Kilometer oder Höhenmeter einen geringen Betrag zu spenden. Das Geld kommt dem Sportfonds der Sportfreunde Attl zugute, der die Betreuten in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung mit sportlichen Angeboten fördert.

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Unter den 14 Finishern auf der Langdistanz, auf der insgesamt 7500 Höhenmeter absolviert werden mussten, war erneut Ulrich von Grossmann. Der Eisenärzter belegte bei seinem Heimrennen Rang sechs und blieb unter der 30-Stunden-Marke. Nach über 31 Stunden erreichten die beiden weiteren Einheimischen die Ziellinie: Martin Stahala (Chieming) und Armin Tollkühn (Siegsdorf), der 2017 noch die 100 Kilometer bestritt, wurden mit großem Applaus begrüßt.

Das deutsch-amerikanische Duell über 100 Meilen bei den Damen entschied Vorjahressiegerin Anke Wahrlich mit 28:47 für sich und verwies Birgit Mitchell (USA) auf Rang zwei. Auch bei den 100 Kilometern zeigten zwei Damen eine starke Ausdauerleistung. Die Österreicherin Elfi Frank (Lauffeuer Chiemgau) feierte nach 13:47 Stunden ihren ersten Sieg, Nicole Köllner belegte Rang zwei.

27 Ultraläufer trotzten den heißen Temperaturen und erreichten nach 100 Kilometern das Ziel im Ruhpoldinger Waldstadion. Nach 11:50 Stunden passierte Florian Felch die Ziellinie. Für die mit 4500 Höhenmetern gespickte Distanz benötigte der Amerikaner Isac Burleigh (Sieger 2016) 25 Minuten mehr. Ganz spannend verlief der Kampf um Platz drei. »Local« Marcel Laponder, der für die Bergwacht Ruhpolding am Start war, fehlten nur sieben Minuten, um Manuel Jakob den Stockerlplatz zu entreißen.

Aufgrund der sehr heißen Temperaturen nutzten viele Athleten die Möglichkeit, verkürzte Strecken zu absolvieren. Zudem galt es, bestimmte Zeitlimits zu beachten, sodass auch 80, 129 oder 141 Kilometer möglich waren.

Eingespieltes Team sorgt für perfekte Betreuung

Um die Läufer über die Renndistanz bestens zu betreuen, konnte sich »Chiemgauer-100-Chef« Giselher Schneider wieder auf ein eingespieltes Team verlassen – egal ob im Waldstadion an der Zeitmessung oder auf den vielen Verpflegungs- und Kontrollstationen auf der Strecke. Die Ultra-Läufer schätzten die familiäre Atmosphäre und professionelle Betreuung. Die Nutzung des langen Streckenverlaufs gelingt dank der guten Zusammenarbeit mit dem Forst, Grundstückseigentümern, Almen und auch der Hochfellnseilbahn nebst Wirtshaus.

Höhepunkt war am Sonntag die Siegerehrung im Ruhpoldinger Waldstadion. Die Sieger erhielten handgefertigte Statuen aus Ruhpoldinger Marmor und Edelstahl und für viele Teilnehmer steht jetzt bereits fest: Sie kommen 2019 wieder in den Chiemgau! Dann steht bereits die 15. Auflage auf dem Programm. pf