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Herzlicher Empfang für Olympiasieger Wellinger »dahoam«

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Olympiasieger Andreas Wellinger durfte nach seiner Ankunft als erstes durch ein Fanspalier, das die Kinder gebildet haben, laufen. (Foto: Bauregger)

Böllerschüsse krachten in den weiß-blauen Himmel, die Musikkapelle Weißbach a.d. Alpenstraße stimmte einen Begrüßungsmarsch an und Kinder mit Fähnchen hatten ein langes Spalier gebildet, als der Olympiasieger Andreas Wellinger mit einem Nachbau des Ur-Quattro vor dem Gasthof Alpenglück vorfuhr. Mit diesem Empfang ehrte die Gemeinde Schneizlreuth den sympathischen Ausnahmesportler für seine Gold- und zwei Silbermedaillen, die er sich bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang erkämpft hatte.


Bereits am Nachmittag hatte Martin Gollinger, ein Freund der Familie, eine große Überraschung für den Motorsportfan Wellinger parat. Er hatte es eingefädelt, dass die Firma Riemensperger aus Ingolstadt mit einer originalgetreu nachgebaute Kopie des legendären »Audi S1 Sport Quattro« Walter Röhrls und Christian Geistdörfer an seinem Elternhaus in Weißbach a.d. Alpenstraße vorfuhr und er mit diesem etwa 250 000 Euro teuren, 635 PS starken Boliden sogar eine Runde fahren durfte.

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Am Hotel Alpenglück angekommen hießen ihn Bürgermeister Wolfgang Simon, viele Ehrengäste – unter ihnen der Sprungtrainer Werner Schuster, Landrat Georg Grabner und Wellingers Teamkollege Markus Eisenbichler sowie einige hundert Fans – auf willkommen.

Dann ging es auch schon durch das Fähnchenspalier in den Veranstaltungssaal hinein, wo Bürgermeister Wolfgang Simon das erste Fass Bier anzapfte und eine Aerobic-Kindergruppe des SC Weißbach Wellinger auf sportlich-tänzerische Art und Weise begrüßte. Der Olympiasieger freute sich sichtlich über diesen stimmungsvollen Empfang.

Olympiasieger dankt seinen Fans

Er dankte allen für die Unterstützung und für die vielen Glückwünsche nach seinen Erfolgen. »Ohne euch wäre ich nicht auf diesem erfolgreichen Weg und würde nicht da stehen, wo ich heute stehe«, sagte Wellinger. Bürgermeister Simon beschrieb Wellinger als sehr sympathischen, akribisch und zielstrebig arbeitenden jungen Sportler, der trotz seiner grandiosen Erfolge bodenständig und zugänglich geblieben sei. Solch einem Vorbild nachzueifern, sei insbesondere für die Jugend erstrebenswert, auch wenn nicht alle Leistungssportler werden könnten.

Diesem Kompliment schloss sich Landrat Georg Grabner an und schwärmte von den emotionalen Erlebnissen bei Olympia, die er vor Ort bei den Feiern im Deutschen Haus miterleben habe dürfen.

In einer sehr lockeren, amüsanten und interessanten Gesprächsrunde mit dem Eurosport-Moderator Matthias Bielek und Harry von Knoerzer aus Ruhpolding schilderte Andi Wellinger noch einmal die sehr emotionalen Ereignisse in Pyeongchang. Die dazu eingespielten Videoclips sorgten bei allen erneut für ein Gänsehautgefühl. »Diese Momente werde ich so schnell nicht vergessen, auch wenn ich im ersten Moment alles gar nicht so richtig realisieren konnte«, sagte Wellinger.

Richtig bewusst verarbeitet habe er es in seinem Urlaub im April, denn nach Olympia folgten ja noch rund sechs intensive Wettkampfwochen. Von Journalisten nach der »Heimat« gefragt antwortete Andreas Wellinger: »Geboren bin ich in Traunstein, aufgewachsen in Weißbach, starten tue ich für den Skiclub Ruhpolding und mittlerweile lebe ich in München.« Momentan gefalle ihm das Stadtleben, wie lange, könne er aber noch nicht sagen.

Er genieße es auf alle Fälle, mit seinem Elternhaus in Weißbach a.d. Alpenstraße einen Rückzugsort zu haben, in dem er ganz privat sein dürfe und so richtig loslassen könne. Ein echter Wahnsinn sei es auf alle Fälle zu sehen, wie viele Leute, von denen er sehr viele schon lange nicht mehr gesehen habe, jetzt zum Empfang nur für ihn gekommen sind. Er genieße dies. Viel Zeit zum Relaxen gibt es allerdings für die Sportler nicht. Wie Wellinger sagte, standen in den vergangenen Tagen bereits wieder die ersten Sprünge auf dem Trainingsplan und Mitte Juli findet bereits die Deutsche Meisterschaft voraussichtlich in Hinterzarten statt.

Bis zu den nächsten Olympischen Spielen warten nun auf den jungen Athleten neben einer Vielzahl von Einzel- und Teamwettkämpfen auch zwei Weltmeisterschaften und eine Skiflugmeisterschaft. Neben diesen sportlichen Zielen gelte es für ihn gesund zu bleiben, seinen Sport mit der gleichen Freude wie bisher weiter betreiben und den Skisprungkonkurrenten bei den Wettkämpfen so das Leben möglichst schwer machen zu können.

Tipp für die Nachwuchssportler

Den Nachwuchssportlern gab er auch noch einen Tipp mit auf den Weg. Wichtig sei es, Spaß bei dem zu haben, was man mache. Das tägliche Training braucht etwa auch die Konsequenz, dass man dies gern tue, auch wenn man bei 30 Grad lieber ins Schwimmbad gehen würde. Es gehe auch beides, aber eben nacheinander.

Eine weiter Überraschung wartete auf Wellinger, als sich einige Sponsoren auf der Bühne versammelt hatte und Harry von Knoerzer ihm in deren Namen einen Gutschein für einen professionellen Surflehrer auf Hawaii überreichte. Dann war endlich die Stunde der Autogrammjäger gekommen, die eine Signatur auf Autogrammkarten, Kappies oder anderen Utensilien mit nach Hause nehmen wollten. Nach der Musikkapelle Weißbach a.d. Alpenstraße sorgten Salei & Friends für Livemusik, bis DJ Done für den Rest des Abends Partystimmung verbreitete. wb