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Herzlicher Abschied für Ken Grapentine

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Nach 518 Partien im Trikot der Chiefs wurde Ken Grapentine würdig verabschiedet. (Foto: Butzhammer)

Als Ken Grapentine seine finale Ehrenrunde durch ein Spalier aus Eishockeyschlägern drehte und das letzte Feuerwerk gezündet wurde, waren selbst einige hartgesottene Eishockeyhaudegen zu Tränen gerührt. Der Kanadier, der in 21 Spielzeiten im TSV-Trikot 518 Partien bestritten und 501 Tore sowie 774 Vorlagen verbucht hatte, war mehr als würdig verabschiedet worden. Rund 250 Zuschauer und über 30 ehemalige Mitspieler erwiesen dem 51-Jährigen die Ehre beim »Farewell Game«, wie das unterhaltsame Abschiedsspiel – passend zum kanadisch angehauchten Ambiente – genannt wurde.


Die große Wertschätzung, die der Sportsmann Ken Grapentine genießt, seit er 1988 aus Oakbank in der Provinz Manitoba den Sprung über den großen Teich nach Südostbayern gewagt hat, brachten seine Weggefährten immer wieder zum Ausdruck. Allen voran Gerd Rockel in seiner auf Englisch gehaltenen Abschiedsrede »For our one and only Ken«.

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Eigens aus dem Mutterland des Eishockeys angereist waren Kens Eltern. Yvonne und Ron Grapentine durften das Eröffnungsbully ausführen. Gegenüber standen sich dabei Ken Grapentine für die Chiefs-Historic-Mannschaft in Weiß und der Mann, auf dessen Annonce in einer kanadischen Hockey-Zeitschrift hin der damals 26-jährige Techniker nach Deutschland gekommen war: Richard Linner für die Trostberg-Inzell-Burgkirchen-Auswahl in Schwarz. Vor dem zweiten Drittel war es dann Ken Grapentines »Zweitmutter« Maria Geißler, die den Puck einwerfen durfte. Den Schlussabschnitt eröffnete – vom Rollstuhl aus - ein weiteres Eishockey-Urgestein: Sepp Karmann sen., der rund drei Jahrzehnte lang unermüdlicher Betreuer der TSV-Truppe war.

Die Eishockey-Routiniers boten viele technische Kabinettstückchen und muntere Kombinationen, wobei die alten Recken noch erstaunlich flott unterwegs waren und das Schiedsrichter-Duo Huber/Hohenadl nur einmal eingreifen musste, als Verteidiger-Hüne Rudi Przeplaska des Beinstellens überführt wurde. Eröffnet wurde der Torreigen von einer fast schon legendären Trostberger Sturmreihe: Bauer/Maier/Rehbock, quasi Trostbergs Antwort auf Krutow/Makarow/Larionow, sorgte für das 1:0. Am Ende hatte die schwarze Mannschaft mit 9:6 die Nase vorn, wobei Ken Grapentine – wie es sich für seine uneigennützige Spielweise gehört – drei Tore vorbereitet. Mit der Schlusssirene bekam er dann als sportliches Abschiedsgeschenk noch einen Penalty zugesprochen, den er souverän verwandelte.

Sichtlich bewegt bedankte sich Grapentine in seiner Abschiedsrede bei allen, die ihm diese wunderbare Eishockey-Zeit ermöglicht hatten, unter anderem bei seinem Arbeitgeber, dem Malerbetrieb Freutsmiedl, und an erster Stelle bei seiner Gattin Silvia. TT