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Hervorragender Sport in der neuen Waginger Arena

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Auch so große Sprünge wie hier von Andrea Kraus wurden beim Deutschland-Cup der Turnerinnen in Waging den Zuschauern präsentiert. (Fotos: Weitz)

Zu einer sportlich und organisatorisch hervorragenden Veranstaltung wurde der Deutschland-Cup im Gerätturnen, den der TSV Waging in der neuen »Bergader-Sportarena« ausrichtete. Auch die Vertreter des Deutschen Turner-Bundes (DTB) zeigten sich angetan.


Den Auftakt bildeten am ersten Tag die Mädchen der Jahrgänge 2003/04 mit 38 Teilnehmerinnen und 2001/02 mit 42 Turnerinnen. Neben den qualifizierten Mädchen durfte der TSV Waging einige seiner Leistungsturnerinnen per »Wildcard« an die Geräte schicken.

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Dass bei den eigenen Turnerinnen Malena Kretz, Marie Mack, Andrea Kraus, Annika Geffken und Simone Steinbacher die Aufregung groß war, war klar. Zudem waren sie bisher nur im Bereich der Kür »LK 3« im Einsatz und mussten innerhalb kurzer Zeit das Anforderungsprofil für die Kür »LK 1« erlernen.

Die Zuschauerränge waren bestens gefüllt – auch die eigens aufgebaute Tribüne in der Halle. Die Stimmung wurde schon beim Einturnen von »DJ Moiaj« (Andi Fenninger aus Wonneberg) zusätzlich mit toller Musik angeheizt. Die jungen Sportlerinnen zeigten durch alle Riegen hindurch feinste Turnkunst an Sprung, Barren, Balken und Boden.

Marie Mack brachte alle ihre Übungen auf den Punkt und landete mit knapp 49 Punkten auf dem 24. Platz. Andrea Kraus, Annika Geffken und Simone Steinbacher erreichten mit ihren Leistungen ca. 45 Punkte die Plätze 35, 36 und 38. Damit konnten die Trainerinnen, Susi Mayer und Sophia Eder, sehr zufrieden sein. Den Sieg holte sich in der Altersklasse der 14/15-Jährigen Lisa Matosek mit 55,10 Punkten. Bei den jüngsten Sportlerinnen belegte Malena Kretz vom TSV mit gut 44 Punkten den 27. Rang. Hier setzte sich Lara Vetter (LTV Baden/51,80 Punkte) auf Platz 1.

Am Nachmittag war Wettkampfbeginn für die Damen der Altersklassen 16/17 und 18 bis 29 Jahre. Mit Franziska Mack und Alina Hofmann hatten die Waginger wieder zwei Turnerinnen am Start. Franziska Mack nutzte die »Wildcard-Regelung«, Alina Hofmann hatte sich auf Landesebene qualifizieren können.

Doch verletzte sich Franzi Mack gleich am ersten Gerät, dem Sprung, am Fuß. Sie musste nach dem Stufenbarren aufgeben. Besonders ärgerlich daran ist die Tatsache, dass die Sportlerin trotz »Abiturstress« jede Woche bis zu viermal jeweils mindestens drei Stunden auf dieses Ereignis hintrainiert hatte.

Alina Hofmann zeigte sich in hervorragender Form – sie hatte an ihren nicht so »geliebten Geräten«, Barren und Balken in der Vorbereitung nochmal extrem viel Zeit verbracht – und kam fast fehlerfrei durch die Übungen. Am Ende fehlten ihr nur 1,50 Punkte für das Siegerpodest, jedoch war die Freude über den erreichten 7. Platz riesengroß. Als Siegerin der 16/17-Jährigen durfte sich Marija Piljugina, eine Kasachin, feiern lassen, die für den Bündener TV aus Nordrhein-Westfalen an den Start geht.

Bei den 18- bis 29-Jährigen gewann ebenfalls eine Turnerin aus NRW – Leonie Schmethenke von der TSG »Schwarz-Gelb« Rheda. Sie turnt allerdings in der Bundesliga für den TSV Tittmoning.

Auch am zweiten Tag waren die Ränge wiederum bestens gefüllt. Die Zuschauer sahen schon bei den jüngeren Burschen starke Darbietungen. Es war beeindruckend, wie Dynamik, Kraft und Ausdauer, gepaart mit perfekter Koordination, gezeigt wurde. Die Vorstellungen an den sechs Geräten Boden, Ringe, Reck, Barren, Sprung und vor allem am Pauschenpferd ließen das Publikum nicht mit Applaus geizen.

Bei den 12/13-Jährigen kam Jannik Müller aus Sterkrade (Oberhausen) mit knapp 70 Punkten auf das oberste Siegertreppchen. Bei den 14/15-Jährigen siegte mit 73,65 Punkten Lukas Herich vom TCuS Witten-Stockum (bei Bochum). Diese Punktzahl hätte sogar bei der nächsthöheren Jahrgangsklasse zu »Silber« gereicht.

Nach der Mittagspause nahmen die Männer der Klasse 16/17 und 18-29 Jahre die Geräte wortwörtlich in die Hand. Viele Zuschauer, die eigentlich nur den Vormittags-Wettkampf anschauen wollten, blieben in der Sportarena. »Man kann sich, wenn man Männerturnen nur aus dem Fernsehen kennt, einfach nicht vorstellen, welche Energie hier sichtbar wird«, so ein begeisterter Waginger Zuschauer.

Bei den Jugendlichen gewann abermals ein Athlet des TC Sterkrade, Timo Balk erturnte 76,50 Punkte. Der Sieger bei den Herren kommt aus Syrien. Mohamed Eid Krouma kam vor ca. neun Monaten, nach über einem halben Jahr Flucht, nach Bochum. Das dort ansässige Turnzentrum »Bochum-Witten« gab ihm eine neue sportliche Heimat. Der junge Mann zeigte Höchstschwierigkeiten an allen Geräten und hatte am Ende 84,70 Punkte auf seinem Konto. So ging eine sportlich herausragende Veranstaltung glanzvoll zu Ende, ehe die Helfer dann noch für eine aufgeräumte und saubere Halle sorgten. fb