weather-image

Heimische Talente halten mit den Spitzenfahrern mit

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Er bot zwei starke Aufholjagden: Der Waldkraiburger Luca Grünwald, der zwei Plätze unter den besten Zehn erkämpfte.

Titelverteidiger Erwan Nigon (Frankreich/Team Van Zon Remeha BMW) war mit zwei Siegen auf dem Red Bull Ring in Spielberg der große Gewinner der Superbike-Rennen im Rahmen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (»Superbike-IDM«).


Auch Nigons Obinger Teamkollege Markus Reiterberger durfte sich als Sieger fühlen: Mit einem vierten und einem dritten Platz rückte er in der Gesamtwertung bis auf vier Punkte an Damian Cudlin (Australien/BMW/133 Punkte) heran, Nigon (122) ist jetzt Dritter vor Matej Smrz (Tschechien/Yamaha/95).

Anzeige

Bremsen hart gefordert

Unter der »Hitzeschlacht« in der Steiermark litten besonders die Bremsen, die zusätzlich durch den »Stop-and-go«-Kurs hart gefordert wurden. »Wenn man aus der Kurve herausbeschleunigt hat, wurden die Vorderräder teilweise noch gebremst«, beschreibt Reiterberger das Problem. Das passierte ihm auch im ersten Zeittraining einmal so, dass die Maschine heftig zerstört wurde. Obwohl der 19-Jährige, der bis dahin die zweitbeste Zeit hielt, nicht mehr zum Qualifying antreten konnte, blieb es beim zweiten Startplatz. Denn: »Im zweiten Zeittraining lag die Asphalttemperatur bei 55 Grad, da hat keiner mehr seine Zeiten verbessern können.« Losfahren durfte der Obinger aber nur von Rang 6 aus, weil ein Mechaniker in der Hektik vergessen hatte, die vorgeschriebene Markierung auf den Reifen anzubringen.

Cudlin noch überholt

Im ersten Rennen wurde Reiterberger in der Kurve »ein bißl eizwickt«, und als er bei einem Überholversuch noch einen Fehler machte, fiel er auf den 15. Platz zurück. Mit schnellen Rundenzeiten rückte er auf den vierten Platz der Superbike-Fahrer nach vorne, »weil ich noch Cudlin überholen konnte.« Der Sieg ging an Nigon vor Smrz und dem Österreicher Michael Ranseder (Honda).

Im zweiten Lauf lag Reiterberger fast die ganze Zeit auf dem dritten Platz. Es folgten zahlreiche Duelle mit Michael Ranseder. »Ich habe ihn immer wieder überholt, aber aus der Kurve heraus konnte er dann wieder vorbei«, so der Obinger. So konnten sich Nigon und Smrz etwas absetzen, Reiterberger wurde knapp vor Ranseder Dritter. Das Problem mit den Bremsen traf diesmal Cudlin am härtesten, der nach einem Sturz ausschied.

Gemeinsam mit den Superbikern fahren ja auch die Superstock-Piloten, bei denen sich Daniel Sutter (Schweiz/Kawasaki) einen Doppelsieg vor Bastien Mackels (Belgien/Van Zon alpha Technik BMW) holte. Mackels führt zur IDM-Halbzeit mit 180 Punkten vor Sutter (176), Dritter ist Dominik Vincon (Knittlingen/BMW/114).

In der Klasse Supersport sammelte Neuling Luca Grünwald (Waldkraiburg) trotz eines schwierigen Wochenendes weitere wertvolle IDM-Zähler. Im Zeittraining funktionierten wegen der Hitze die Qualifying-Reifen nicht so gut wie das Konkurrenzprodukt. So war nicht mehr als der neunte Startplatz drin. Im ersten Lauf übersah Grünwald beim Anbremsen zur zweiten Kurve eine Bodenwelle, wäre beinahe gestürzt und fiel auf den 14. Rang zurück. Nach guter Aufholjagd wurde er Neunter vor Jed Metcher (Team Suzuki Mayer/Passau).

Wieder die zweite Kurve

Im zweiten Durchgang fiel der 18-Jährige unverschuldet zurück: »Wie schon im ersten Rennen meinte es die zweite Kurve nicht gut mit mir. Beim Anbremsen krachte mir ein Konkurrent ins Heck meiner Yamaha, sodass ich in der Spitzkehre ein zweites Mal an diesem Wochenende geradeaus gerumpelt bin. Der Zug nach vorne war abgefahren«, bedauert er. Obwohl er anschließend die gleichen Rundenzeiten wie die Fahrer an der Spitze fuhr, war »nur« noch Rang 8 drin. »Aber insgesamt sind uns Fortschritte gelungen«, so seine Bilanz.

In der Gesamtwertung rückte Stefan Kerschbaumer (Österreich/Yamaha) durch seinen Doppelsieg mit nunmehr 142 Punkten näher an Spitzenreiter Roman Stamm (Schweiz/Kawasaki/149) heran. Dritter ist Kevin Wahr (Nagold/Yamaha/136) vor Leon Bovee (Niederlande/Yamaha/91) sowie Grünwald (85).

Nur gering besetzt war diesmal die Nachwuchsklasse Moto 3. Hier feierte Karel Hanika (Tschechien/KTM) einen Doppelsieg vor Maximilian Kappler (Oberlungwitz/Honda), der mit 158 Punkten die Tabelle klar anführt.

Der jüngste Nachwuchs ist im ADAC Junior Cup unterwegs. Hier schob sich Arnaud Friedrich (Limbach) unter gut 30 Piloten mit seinem zweiten Saisonsieg in der Gesamtwertung an die Spitze (50 Punkte). Er gewann relativ deutlich vor dem Quartett Gabriel Noderer (Thalmässing), Stephane Frossard (Schweiz), Toni Thurmayer (Stockstadt) und Loris Dembski (Bad Rappenau), das fast gleichauf ins Ziel kam. Schnellster Pilot des Teams ADAC Südbayern war Matthias Meggle (Reicholzried) als Zwölfter, schnellstes Mädchen Clarissa Miebach (Bergisch-Gladbach) auf Platz 16.

Im Yamaha-R6-Dunlop-Cup schob sich Dominik Engelen (Leverkusen/jetzt 72 Punkte) mit seinem zweiten Sieg in Folge näher an Spitzenreiter Ville Valtonen (Finnland/81) heran, der mit nur 0,165 Sekunden Rückstand Zweiter wurde.

Jetzt ist »Halbzeit« in der IDM, das fünfte von acht Rennen findet am Wochenende 3./4. August am Schleizer Dreieck statt. Vor allem für Reiterberger wird die Zeit bis dahin gewiss nicht langweilig: »Jetzt mache ich erst mal meine Gesellenprüfung, und dann geht es volle Kraft voraus auf Schleiz«, freut er sich. who

- Anzeige -