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Gleich zwei Podestplätze gab es für die heimischen Skilangläuferinnen in der U-20-Wertung des Sprints (von links): Lisa Zinecker vom SV Oberteisendorf wurde Zweite hinter Siegerin Miriam Reisnecker (SCMK Hirschau), den dritten Platz erkämpfte Charlotta de Buhr (SC Aising-Pang). (Foto: Nitsch)

Heimische Skilangläufer mit erfreulicher Tendenz

Mit größtenteils sehr erfreulichen, teils aber auch noch ausbaufähigen Ergebnissen kehrten die heimischen Skilangläufer von der Herbst-Leistungskontrolle in Oberhof zurück. Drei ganz unterschiedliche Wettkämpfe hatten die Skilangläufer bei der Zentralen Leistungskontrolle zu bewältigen: Einem Sprint auf Schnee in der Skihalle folgte ein Crosslauf sowie ein Wettbewerb auf Skirollern. Dieser wiederum war unterteilt in einen Einzelstart (Skating) für die Jugend U 16 und U 18, während sich die U 20 und Erwachsenen jeweils beim Rennsteig-Rollskilauf von Gräfenroda nach Oberhof (17 km) in klassischer Technik bewähren mussten. Der Sprint wurde sogar als Deutsche Meisterschaft gewertet, die anderen Wettbewerbe »nur« für den Deutschlandpokal.

Auf Schnee bewies Anian Sossau (SC Eisenärzt), dass er zu Recht als Mitfavorit auf den Titel gehandelt wurde. Allerdings reichte es für den 22-Jährigen nicht ganz zum Titelgewinn. Er musste sich im Finale nicht nur dem Italiener Federico Pellegrino, sondern auch noch Jan Stölben (SV Ernstberg) geschlagen geben. Stölben holte damit den Titel, Sossau wurde Vizemeister. »Dass Pellegrino normalerweise nicht zu schlagen ist, war klar. Und Jan war halt diesmal einen Tick besser«, berichtet Stützpunkttrainer Frank Nitsch. Dennoch: Sossau habe »seine guten Trainingsleistungen bestätigt. Und er hat sich auch auf der Distanz gut gezeigt«, lobt er den 22-Jährigen, der beim Rennsteiglauf Neunter wurde.

Bei diesem hatte Paul Gräf (WSV Asbach) als Zweiter vor seinen Stützpunkt-Kollegen Jonas Dobler (SC Traunstein) und Lucas Bögl (SC Gaißach) eine hervorragende Leistung geboten. Auch Rang neun im Crosslauf war ordentlich. Die Distanz-Spezialisten Dobler und Bögl hatten sich ebenfalls am Sprint beteiligt. »Das war für sie ein gutes Training, und Lucas hatte richtig Spaß in den Heats«, berichtet Nitsch.

Nach einer Corona-Erkrankung im August war Albert Kuchler (SpVgg Lam/Stützpunkt) zwar noch nicht in Bestform, »aber vor allem beim Rennsteiglauf (6., d. Red.) hat er schon aufsteigende Tendenz gezeigt.«

Zuletzt angeschlagen war auch Alexander Brandner (WSV Bischofswiesen). Er ließ daher den Crosslauf aus und erkämpfte Rang 14 beim Rennsteiglauf.

Eine erfreuliche Entwicklung zeigte auch Stützpunkt-Athletin Alexandra Danner (SC Lenggries) mit der drittbesten Zeit im Sprint-Prolog. Doch in den Viererheats mit Auf- und Abstiegssystem stieg sie zweimal ab und kam so letztlich als Zweite ihres letzten Auftritts auf den 10. Platz – damit war sie neuntbeste Deutsche. Nach dem Prolog wurden die vier Zeitschnellsten in einen Lauf gepackt, die vier nächstschnellsten in den nächsten Heat etc. Wer seinen Durchgang gewann, konnte eine Kategorie »aufsteigen«, wer Letzte wurde, stieg eine Kategorie ab. »Sie hat in den ersten zwei Heats ihre taktischen Sachen nicht optimal umgesetzt und mehr reagiert als selbst agiert. Da müssen wir noch an ein paar Stellschrauben drehen«, sieht Nitsch hier Verbesserungsbedarf für die Wintersaison – die grundsätzliche Form aber stimme. Zumal Danner auch auf der Distanz gute Ergebnisse erreicht habe. Besonders stark präsentierte sich U-20-Juniorin Charlotta de Buhr (SC Aising-Pang). Nach einer – durch gesundheitliche Rückschläge bedingt – schwierigen Vorsaison »waren ihre Ergebnisse in Oberhof sehr erfreulich.« So überstand de Buhr – wie auch Lisa Zinecker (SV Oberteisendorf) – den Prolog und kam in die Finalläufe. Dort musste sie sich zwar größtenteils der älteren Konkurrenz beugen, doch in der U-20-Wertung wurde sie Dritte hinter Siegerin Miriam Reisnecker (SCMK Hirschau/Gesamt-15.) sowie Lisa Zinecker. Im Crosslauf wurde de Buhr gute Vierte, beim Rennsteig-Rollskilauf sogar Zweite der U 20.

Aus dem Jugendteam überzeugte Daniela Brandner (WSV Bischofswiesen) als Siebte im Rollskilauf (J 16). In diesem Wettbewerb hatte Hannah Huber (TSV Stein/St. Georgen) Pech und schied nach einem Sturz aus.

Beim männlichen Nachwuchs mischten besonders in der U 18 Korbinian Fagerer (SV Oberteisendorf) und Lorenz Hasenknopf (WSV Bischofswiesen) im Skirollern ganz vorne mit, »das war ein sehr enges Rennen«, betont Nitsch.

Tendenziell habe sich bei den Crossläufen gezeigt, dass es hier beim Jugendteam noch Nachholbedarf gebe. »Darauf müssen wir im Training noch mehr Wert legen«, lautet Nitschs Folgerung. Im Rollskilauf dagegen hatten die heimischen Athleten allgemein besser abgeschnitten.

Außerdem sei gerade bei den jüngeren Jahrgängen zu bedenken, dass die körperliche Entwicklung zu deutlichen Unterschieden bei den Beteiligten führe. »Beim Rollskilauf wirkt sich das besonders deutlich aus, im Winter auf Schnee hat das keinen so großen Einfluss mehr«, betont er. Mit diesen Erkenntnissen aus der ZLK gelte es, sich noch gezielter auf den Winter vorzubereiten, dann seien noch bessere Resultate möglich.

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