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Heimische Piloten hoffen auf Bronze

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Er ist bereit für seinen WM-Einsatz in der deutschen Mannschaft: Max Niedermaier aus Edling. (Foto: Weitz)

Kommt der »Bayern-Express« auf Touren? Das ist die Frage vor der Team-Weltmeisterschaft im Eisspeedway, die am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag in Togliatti (Russland) ausgetragen wird.


Denn in der Stadt, die für die Lada-Autowerke bekannt ist, gehen für den Deutschen Motorsport Bund (DMSB) Günther Bauer (Schleching), Max Niedermaier (Edling) und Stefan Pletschacher (Ruhpolding) an den Start, die allesamt in dieser Saison mangels Trainingsmöglichkeiten und Rennpraxis noch nicht in Bestform sind.

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Dies zeigte sich zuletzt beim Auftakt der Einzel-Weltmeisterschaft (Grand Prix) in Krasnogorsk, wo sich Bauer und Pletschacher noch schwer taten. Niedermaier hatte – weil es heuer keine WM-Qualifikation gab – heuer kein richtiges Trainingslager absolvieren können, sich aber beim Sanok-Cup in Polen bereits stark präsentiert und Hoffnungen auf weitere gute Leistungen geweckt.

Auf diese hoffen auch Bauer und Pletschacher, die in Krasnogorsk die Konkurrenz schon einmal »studieren« und ihr Material unter Wettkampfbedingungen »testen« konnten.

Außerdem sind die Voraussetzungen in Togliatti ganz anders: War die Bahn in der Stadt in der Nähe Moskaus 440 Meter lang und damit eine »Vollgasbahn«, so Pletschacher, so ist die Bahn in Krasnogorsk gut 100 Meter kürzer, das heißt, es geht nach einer kurzen Gerade viel schneller wieder in die Kurve. Wer da die richtige Abstimmung für sein Motorrad finden kann, kann der Konkurrenz kräftig einheizen.

Klarer Favorit sind natürlich die gastgebenden Russen, »aber auch die Schweden sind sehr stark«, hat Pletschacher beim GP-Auftakt gesehen. Neben Routinier Stefan Svensson zeigte sich nämlich auch Per Anders Lindström in hervorragender Verfassung; dritter Fahrer (zwei werden pro Lauf eingesetzt) ist Stefan Svenssons Sohn Niklas.

Die Finnen haben in Antti Aakko denjenigen Piloten in ihren Reihen, der als einziger nicht-russischer Fahrer neben Svensson beim GP-Auftakt unter die besten Acht kam. Doch Mats Järf und Tomi Tani könnten zu schlagen sein.

Erheblich geschwächt ist die Mannschaft von Vizeweltmeister Österreich: Franz Zorn hatte sich beim GP-Auftakt bekanntlich verletzt und wäre für die Team-WM ohnehin ausgefallen. Der Saalfeldener muss sich einer Operation unterziehen, es kann sein, dass er für die komplette Saison ausfällt.

So bleibt Harald Simon (Pfaffenschlag) zwar als sicher starker Punktesammler in der österreichischen Mannschaft, doch sein Teamkollege Josef Kreuzberger ist eher nicht so hoch einzuschätzen, ein »dritter Mann« steht möglicherweise erst gar nicht zur Verfügung

Tschechien hat in Jan Klatovsky zwar einen guten Spitzenfahrer, »aber den können wir schon auch mal schlagen«, hofft Pletschacher – Klatovskys Teamkollegen ohnehin, auch Polens Trio Grzegorz Knapp, Miroslaw Daniszewski und Michale Knapp scheint zu bezwingen.

Pro Lauf treten vier Fahrer – zwei pro Nation – an. Die Punktevergabe ist wie immer: Es gibt drei Punkte für den Ersten, zwei für den Zweiten, einen für den Dritten und keinen Zähler für den Vierten. Schafft eine Mannschaft also einen Doppelsieg, gibt es 5 Punkte und für den Gegner 1 – holt man Rang 1 und 3, lautet das Verhältnis 4:2, gewinnt der gegnerische Spitzenfahrer und man selbst holt die Ränge 2 und 3, heißt es immerhin 3:3. Welche zwei der drei Piloten eines Teams eingesetzt werden, kann für jeden Lauf neu entschieden werden.

Die Rangfolge der Teams richtet sich nach den Punkten, die an den zwei Tagen insgesamt gesammelt wurden. Gold (Russland) und Rang 2 (Schweden, eventuell auch Finnland) dürften vergeben sein – doch im Kampf um die Plätze 3 bis 7 wollen die heimischen Piloten möglichst weit vorne landen. Der »Bayern-Express« muss nur richtig in Schwung kommen. who