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Hecker dominierte nationale Konkurrenz

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Eine Klasse für sich: Stefan Hecker surfte der nationalen Konkurrenz bei der Jugendmeisterschaft auf und davon.

Der für bayerische Wassersportler eher unbekannte Tenderingsee bei Dinslaken in Nordrhein-Westfalen war jetzt Austragungsort der Deutschen U-17-Jugendmeisterschaft in der internationalen Surfklasse BIC-Techno 293.


Nach seiner ausgezeichneten Platzierung bei der JugendWeltmeisterschaft vor einem Monat in Brest/Frankreich galt der 15-jährige Stephan Hecker aus Bad Endorf als Titelverteidiger auch heuer als Favorit auf den Sieg. Für die anderen acht angereisten Jugendsurfer des RSC Chiemsee stellte die Deutsche Jugendmeisterschaft den Saisonhöhepunkt dar, auf den sie sich in mehrwöchigen unterschiedlichen Trainingsblöcken in Sizilien, am Gardasee und am Walchensee vorbereitet hatten.

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Die Bedingungen am ersten Wettfahrtag waren überaus anspruchsvoll: Drei bis vier Beaufort aus ständig wechselnden Richtungen, dazu heftige Böen und ein langer Dreieckskurs, der zweimal pro Wettfahrt zu bewältigen war. Stephan Hecker bewies von Beginn an seine derzeitige Ausnahmestellung im nationalen Jugendsurfbereich. Nicht nur, dass er als Leichtgewicht auf den langen Amwindschlägen von allen Teilnehmern am meisten Geschwindigkeit hatte, zeigte er bei den Fahrmanövern die beste Technik und konnte so die Böen exzellent ausfahren. Folgerichtig gewann er alle vier Wettfahrten souverän und führte nach dem ersten Tag vor Lokalmatador Jonas Brinkmann vom TV Bruckhausen, der immerhin vier zweite Plätze schaffte.

An den folgenden beiden Surftagen nahm der Wind auf etwa zwei bis drei Beaufort ab und war auch nicht mehr so böig. Stephan Hecker surfte weiter fehlerlos. Er gewann alle fünf Wettfahrten und wurde damit überlegen Deutscher Jugendmeister. Am Ende hatte er fast fünf Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz.

Ein tolles Ergebnis schaffte auch der Priener Martin Reiß. Als Späteinsteiger war er erst vor gut zwei Jahren zum Regattasurfsport gekommen und hatte bisher weder an nationalen noch an internationalen Jugendregatten teilgenommen. Sein Ziel vor Beginn der Meisterschaft war eine Platzierung unter den besten Zehn. Nach einem schon guten vierten Rang in der ersten Wettfahrt steigerte er sich und war mit den Rängen drei, fünf und drei nach dem ersten Tag überraschend Dritter, knapp vor dem Hamburger Lars Mühmel. In den folgenden Wettfahrttagen griff er sogar den zweitplatzierten Jonas Brinkmann an und erreichte gleich dreimal Platz zwei. Am Ende bedeutete dies den klaren dritten Rang.

Die weiteren Chiemseer Teilnehmer Lukas Huber/Prien und Lars Poggemann/Bad Endorf konnten als Achter beziehungsweise Zehnter trotz mehrerer guter Einzelplatzierungen nicht ganz mithalten, erfüllten aber die Vorgabe des Bayerischen Seglerverbandes mit einer Platzierung unter den besten Zehn.

Gute Perspektiven boten die erstmals bei einer auswärtigen Regatta teilnehmenden Nachwuchssurfer des RSC Chiemsee. Fabian Zipfer/Traunstein und Andi Plank/Bad Endorf kamen auf die Ränge 14 und 16, der mit erst zehn Jahren jüngste Teilnehmer des Feldes Fredi Sieper aus Bad Aibling erreichte den 23. Platz. Seit längerer Zeit hat der RSC Chiemsee mit Pauline Ramoser/Marquartstein und Hanna Kapser/Bad Endorf auch wieder zwei talentierte Mädchen, die gerade am ersten Surftag bei schwierigsten Bedingungen bei allen vier Wettfahrten ins Ziel kamen und am Ende die Ränge 21 und 25 belegten.

Der Jugendtrainer des RSC Chiemsee Rolf Huber war begeistert: »Nach einer anstrengenden Saison waren Stephan und Martin zum richtigen Zeitpunkt in Topform. Besonders freut es mich für unseren Jüngsten und unsere beiden Mädels, dass sie sich durchgebissen haben.«