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Hausner-Debüt: »Wir wollen in der Spur bleiben«

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»In der Spur bleiben« wollen die Kirchanschöringer Fußballer – hier Thaddäus Jell (am Ball) gegen Daniel Neuhaus (links) auch beim Debüt von Dominik Hausner als Cheftrainer des SVK im Spiel beim TSV Bogen. (Foto: Wirth)

»Das waren turbulente Tage«, stöhnt Michael Wengler, Teammanager des Fußball-Bayernligisten SV Kirchanschöring in Anspielung auf den plötzlichen Weggang von Cheftrainer Patrick Mölzl zum Regionalligisten SV Wacker Burghausen. »Jetzt bin ich froh, wenn am Samstag endlich wieder der Alltag einkehrt.«


Morgen um 15 Uhr gastiert der Tabellenzehnte beim in der Relegationszone befindlichen TSV Bogen (Rang 15), gegen den ein weiterer Dreier möglich scheint. Jedoch würde auch ein Remis schon ein ordentliches Ergebnis darstellen.

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Denn Mölzl hat ja die Mannschaft mit einem Zehn-Punkte-Polster auf den roten Tabellenbereich übergeben, kann sich also – zumindest sportlich gesehen – nichts nachsagen lassen. Nun also ist Dominik Hausner, bisher Co-Trainer der Mannschaft, der Chef, was im Klartext heißt, dass viele Automatismen, die unter dem Ex-Profi gegriffen haben, gar nicht verändert werden sondern lediglich vertieft beziehungsweise intensiviert werden sollen.

Relativ nüchtern blickt Hausner (37) deshalb auf seinen ersten Auftritt als Cheftrainer beim einzigen Bayernligisten des Kreises Inn/Salzach. Er spricht von einem »sehr schweren Auswärtsspiel«, zumal seine Truppe in Niederbayern auf eine »körperlich stabile und auf Ordnung bedachte Mannschaft« treffe. Enorm wichtig sei der jüngste 3:0-Heimsieg über den TSV Landsberg (erster Dreier im Kalenderjahr 2017) gewesen, sagt Hausner, nun wolle man unbedingt »in der Spur bleiben«. Man werde sich auch keineswegs von der bisherigen Heimschwäche des TSV blenden lassen – die Mannen von Trainer Benjamin Penzkofer sind mit einer 2-2-7-Bilanz das schwächste Heimteam der 18er-Liga. Doch am vergangenen Mittwoch verkauften sie sich bei der knappen 1:2-Heimniederlage gegen den SV Heimstetten (6.) sehr teuer.

Auch die »Anschöringer« taten sich nicht leicht, um im Hinspiel einen hauchdünnen 1:0-Sieg zu landen. Maximilian Vogl markierte seinerzeit gegen einen unbequemen Gegner erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Siegtor.

Die Atmosphäre, die morgen auf den SVK wartet, beschreibt Michael Wengler so: »Bogen hat zwar nicht viele, aber dafür fanatische Zuschauer. Die Mannschaft will gegen uns auf alle Fälle ihren ersten Dreier in 2017 holen.« Dass es heuer für den TSV noch nicht zu einem Sieg gereicht hat, führt der SVK-Teammanager auch darauf zurück, »dass die Bogener bisher nur Spiele gegen die Top-Teams der Liga hatten – und beim TSV Dachau haben sie sogar einen Punkt mitgenommen.«

In erster Linie schaut er natürlich auf seine eigene Truppe. Man dürfe in »Anschöring« nämlich nicht vergessen, betont Wengler, »dass wir – verglichen mit dem Landesliga-Meisterteam von 2015 – nicht jeden Abgang kompensieren konnten. Dafür hat sich der Rest der Mannschaft weiterentwickelt und gesteigert.« Diesbezüglich ziehe er den Hut vor den Jungs, »die viel trainieren, voll mitziehen und mir persönlich als eingeschworene Truppe viel Freude bereiten.«

In der kommenden Saison werde es weitere Abgänge geben, blickt Wengler schon mal auf die Spielzeit 2017/18, »es wird sich einiges ändern, aber das war für mich mit ein Grund, zu sagen: 'Ich mache weiter – egal was kommt'.« Es gebe viel zu tun, meint er, »wir sind im Hintergrund noch lange nicht fertig. Und egal welche Rückschläge kommen: Gemeinsam schaffen wir es«, gibt er sich kämpferisch.

Die SVK-Crew reist diesmal übrigens mit Kleinbussen: Über die B20 geht es durch den Gäuboden über die Donau an den Rand des Bayerischen Waldes. Dort soll dann der dritte Saison-Auswärtssieg – und natürlich eine gelungene Premiere von Dominik Hausner – gefeiert werden. Apropos Hausner: Als ehemaliger Landesliga- und Bezirksliga-Spieler des SVG Burgkirchen, ESV Traunstein und SB Chiemgau Traunstein – um nur einige seiner Stationen zu nennen – bringt er genügend Erfahrung mit, um mit dem SVK die »Mölzl-Erfolge« fortzusetzen. Auch sein Vater Karl, der sehr jung verstorben ist, war ein hervorragender, akribischer Trainer – unter anderem beim TSV Trostberg zu Bezirksliga-Zeiten. cs