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Speziallanglauf bei der Biathlon-DM in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena: Andreas Katz gewinnt vor Biathlet Simon Schempp

Hattrick für Denise Herrmann und »ein Sieg für die Physios«

Ein Langläufer und eine ehemalige Skilangläuferin holten sich am gestrigen Freitag die Siege bei der Deutschen Meisterschaft im Biathlon. Deren zweiter Teil wurde in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena mit dem Speziallanglauf eröffnet, am heutigen Samstag (11 Uhr Männer, 13 Uhr Frauen) folgen die Massenstarts, am Sonntag (11 Uhr Männer, 13.30 Uhr Frauen) die Staffeln der Landesverbände.

Sie freuten sich über ihre Spitzenplätze (von links): die Italienerin Dorothea Wierer (2.), Denise Herrmann (1.), Frederica Sanfilippo (3.), Lisa Vitozzi (4.), Franziska Hildebrand (5.) und Vanessa Hinz (6.). (Foto: Hohler)

Bei den Männern gewann Langlauf-Spezialist Andreas Katz (SV Baiersbronn) vor dem besten Biathleten Simon Schempp (SZ Uhingen/beide Stützpunkt/+ 23,6). Bei den Damen gewann zwar eine Biathletin, nämlich Denise Herrmann vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal (Stützpunkt Ruhpolding), doch bis zum Frühjahr 2016 war ja der Skilanglauf ihre Spezialdisziplin gewesen.

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Sieg vor laufstarker Dorothea Wierer

Dennoch war der Erfolg der 28-Jährigen gleich in doppelter Hinsicht eine klare Ansage an die Konkurrenz: Zum einen, weil sie beim ersten Teil der DM am Arber schon im Biathlon-Sprint und der Verfolgung gewonnen hatte und somit nun ihren »Hattrick« vollendete. Zum anderen verwies sie im Feld der 54 Sportlerinnen ein italienisches Biathlon-Trio mit Dorothea Wierer (+ 6,3) an der Spitze auf die Plätze – und Wierer ist bekanntlich im Biathlon-Weltcup eine der laufstärksten Athletinnen. »Ja, es läuft einfach gut«, strahlte Herrmann.

Hinter Wierer, Frederica Sanfilippo (+ 38,1) und Lisa Vitozzi (+ 46,3) folgten die zweit- und die drittbeste deutsche Biathletin, nämlich Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld/+ 50,0) und Vanessa Hinz (SC Schliersee/beide Stützpunkt Ruhpolding/+ 58,1). Es folgten vier Schwedinnen vor Nadine Horchler (SC Willingen) als viertbester deutscher Biathletin sowie Maren Hammerschmidt (SK Winterberg/Stützpunkt), die dennoch meinte: »Langläuferin werd' ich keine ...«

Dafür ist Nadine Herrmann (SV Bockau) eine: Die jüngere Schwester von Denise war sechstschnellste Deutsche vor Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld) und der schnellsten Juniorin, Sophia Schneider (SV Oberteisendorf/alle Stützpunkt). Ebenfalls vom Stützpunkt waren Franziska Preuß (SC Haag/10.), die erst im zweiten Jahr bei den Erwachsenen laufende Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf/12.) und Annika Knoll (SV Friedenweiler/16.) dabei. Viertschnellste deutsche Juniorin war Nina Slivensky (WSV Kiefersfelden). Als jüngste Athletin des Feldes ließ Lisa Spark (SC Traunstein/Jahrgang 2000) immerhin elf ältere Sportlerinnen hinter sich, darunter die nur ein Jahr jüngere Franziska Pfnür (SK Ramsau). »Es ist schon toll, wenn man den direkten Vergleich mit den Besten hat. Aber die Beine haben sich heute schon etwas schwer angefühlt«, berichtete Pfnür.

Langläuferin Lisa Scheufele (SC Traunstein) freute sich ebenfalls darüber, »dass das ein guter Trainingswettkampf ist. Und diesen Sommer läuft die Vorbereitung gut«, zeigte sie sich nach vielen Verletzungen und Erkrankungen in den Vorjahren zuversichtlich. Allerdings: Zuletzt zog sie sich eine leichte Fußverletzung zu, daher hat sie auch für die Leistungskontrolle der Langläufer in der kommenden Woche »keine zu hohen Erwartungen.«

Bei den Männern hatte Langläufer Andy Katz (SC SV Baiersbronn) nach der 10-km-Strecke 23,6 Sekunden Vorsprung auf den besten Biathleten Simon Schempp sowie 31,6 Sekunden auf Langlauf-Kollege Lucas Bögl (SC Gaißach/alle Stützpunkt Ruhpolding). Biathlet Benedikt Doll (+ 45,2) folgte vor einem dicht gedrängten Trio mit Langläufer Philipp Horn (SV Frankenhain/+ 50,6), Biathlet Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld/+ 50,9) und Langläufer Jonas Dobler (SC Traunstein/Stützpunkt Ruhpolding/+ 51,9).

Viertbester deutscher Biathlet im Feld der 68 Männer war der Tüßlinger Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl) vor Florian Graf (WSV Eppenschlag), Niklas Homberg, Michael Willeitner (beide SK Berchtesgaden und Philipp Nawrath (SK Nesselwang/alle Stützpunkt). Nächster Biathlet war dann Matthias Dorfer (SV Marzoll), ebenfalls vom heimischen Stützpunkt.

Sturz schwächt Michael Willeitner

Willeitner war geschwächt an den Start gegangen. »Bis drei Wochen vor der DM lief alles gut. Dann hat es mich bei Seehaus mit gut 70 Stundenkilometern geschmissen und ich musste eineinhalb Wochen pausieren«, berichtete er. Langläufer Dobler bestritt den Wettkampf aus dem Training heraus und fühlte sich »richtig müde vom Beginn an, aber es war trotzdem ein guter Test.«

Noch mehr als das war es für Andy Katz: »So ein Wettkampf mit den Biathleten gemeinsam ist eine coole Sache, schließlich läuft zum Beispiel der Simon Schempp absolut auf Weltniveau.« Seine Schulterverletzung aus dem vergangenen Winter macht Katz allerdings immer noch etwas zu schaffen. »Ich bin pro Monat ungefähr 40 Stunden bei verschiedenen Physios, um das in den Griff zu bekommen. Deshalb sollte ich den Sieg heute meinen Physios widmen.« who