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Harter Konkurrenzkampf soll das Team stärken

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Bei den Herren war auf die Arrivierten Verlass: Im Massenstart siegte Arnd Peiffer (Mitte) vor Andi Birnbacher (links) und Simon Schempp. (Foto: Wukits)

Die Athleten, aber auch die Organisatoren scheinen für den Winter gerüstet: Dies ist das Fazit nach den Deutschen Meisterschaften im Biathlon, deren zweiter Teil in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena ausgetragen wurde. Vor der guten Kulisse von ca. 900 Zuschauern bei den Staffeln und gut 1100 bei den Massenstarts fanden die Rennen bei besten Bedingungen statt.


Im Massenstart machten dann bei den Herren die Arrivierten das Rennen: der 28-jährige Arnd Peiffer gewann vor dem im Vorjahr durch Verletzungen zurückgeworfenen 34-jährigen Andi Birnbacher (SC Schleching) sowie dem 26-jährigen Simon Schempp. Peiffer und Schempp, der bei der DM fünftplatzierte Daniel Böhm (SC Buntenbock) sowie Erik Lesser (SV Frankenhain) hatten ja die Gold-Staffel bei der WM 2015 in Kontiolahti (Finnland) gebildet. Der 22-jährige Matthias Dorfer (SV Marzoll) vom heimischen Stützpunkt zeigte mit seinem vierten Platz vor Daniel Böhm (SC Buntenbock) und Sprint-Titelgewinner Michael Willeitner (SK Berchtesgaden), dass er Akzente setzen kann.

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Ebenfalls erst 22 Jahre jung ist Roman Rees (SV Schauinsland) aus dem Stützpunkt, der neunter wurde. Bester der ganz jungen Gilde war der 20-jährige Dominic Reiter (SC Ruhpolding) als Zwölfter. Pech hatte Staffel-Meister Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl): Der Tüßlinger wurde wegen eines Verstoßes gegen die Sicherheitsregeln disqualifiziert.

Nicht am Start war dagegen Erik Lesser. Er war etwas angeschlagen, und daher war sein Startverzicht »eine reine Vorsichtsmaßnahme von uns«, so Herren-Bundestrainer Mark Kirchner und sein Co-Trainer Andi Stitzl (Bergen).

Preuß nach Verletzung bei der DM nicht dabei

Ebenfalls nicht am Start war Franziska Preuß (SC Haag) vom Stützpunkt Ruhpolding. Sie hatte sich vor einigen Wochen eine Fingerverletzung zugezogen. »Das war dumm und sinnlos«, meinte sie lachend in der Chiemgau-Arena. Denn beim Kochen war sie eigentlich schon fertig, »dann habe ich noch eine halbe Avocado im Kühlschrank entdeckt.« Bei deren Zubereitung schnitt sie sich in den Finger, »und erst nach dem Essen habe ich so richtig gemerkt, dass da doch was nicht passt.«

Das Lauftraining war bald kaum noch beeinträchtigt, »beim Schießen ging es eine Weile schlechter«, berichtete sie. In dieser Woche sollte das Training »wieder ganz normal« möglich sein, so die 21-Jährige. Sportlich sei sie »gut drauf«, daher sei das Zuschauen bei der DM »natürlich nicht so toll.«

Toll waren dagegen in der Vorsaison ihre Ergebnisse im Weltcup und der WM-Titelgewinn mit der Staffel. Zu sehr unter Druck setzen will sie sich aber nicht. »Man versucht einfach, konzentriert zu arbeiten und die Leistungen in etwa zu bestätigen.« Dass dies schwer ist, ist ihr bewusst. Denn nicht nur die internationale, schon allein die nationale Konkurrenz ist eminent stark.

Beim Massenstart in Ruhpolding etwa war aus der Gold-Staffel von Kontiolahti – aus der in Ruhpolding auch die 22-jährige Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen) fehlte – Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld) als Vierte die Beste, Vanessa Hinz (SC Schliersee/beide Stützpunkt Ruhpolding) wurde Sechste.

Und das ohnehin schon junge deutsche Team bekommt auch aus dem Nachwuchs Konkurrenz. So holte sich die 22-jährige Luise Kummer (SV Frankenhain) den Titel, Rang 7 erreichte die 19-jährige Theresa Straßberger (WSV Oberhof) vor der 21-jährigen Stützpunkt-Athletin Annika Knoll (SV Friedenweiler). Erfolgreichste Athletin der Rennen in Langdorf und Ruhpolding war Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld). Die 26-Jährige – zuletzt vorwiegend im IBU-Cup eingesetzt – holte den Titel im Sprint und mit der Staffel und wurde Zweite in der Verfolgung sowie im Massenstart.

Auch Nadine Horchler (SC Willingen) – die 29-Jährige wurde Dritte im Massenstart – sowie die 25-jährige Maren Hammerschmidt (SK Winterberg), die mehrere Spitzenplätze verbuchte, wollen mindestens in den IBU-Cup. Ehrgeizig ist auch Miriam Gössner (SC Garmisch). Nach ihrem verletzungsbedingten Miserenjahr wurde die 25-Jährige bei der DM in der Staffel gemeinsam mit Hinz sowie der 20-jährigen Oberteisendorferin Marion Deigentesch Zweite.

Dieser Konkurrenzkampf bei Damen und Herren ist eine gute Voraussetzung, um sich im Training weiter zu motivieren und starke Leistungen zu bringen. Doch nicht nur die Sportler des Deutschen Skiverbands (DSV), auch die Betreuer wollen in diesem Winter wieder für überzeugende Leistungen sorgen. Man darf gespannt sein, wer sich dann beim Weltcup in der Chiemgau-Arena (12. bis 17. Januar 2016) dem heimischen Publikum präsentieren darf. who