weather-image
27°

Harter Kampf wird nicht belohnt

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Knapp vor dem Schultersieg: Ilja Vorobev (blaues Trikot) der seinen Freisinger Gegner Marcel Berger in der gefährlichen Lage hat. Am Ende hat es für den Edeltechniker des TV Traunstein wie auch für die gesamte Mannschaft in Freising nicht gereicht.

Nicht, ohne sich Chancen auf einen Sieg auszurechnen, sind die Ringer des TV Traunstein in der Oberliga Süd bei der SpVgg Freising angetreten. Nach der Waage war für die Traunsteiner, die auf ihren bulgarischen Spitzenringer Plamen Pet-rov und Yoan Dimitrov verzichten mussten, die Welt noch in Ordnung. Am Ende musste die Truppe um Cheftrainer Petar Stefanov jedoch eine unerwartet hohe 7:21-Niederlage hinnehmen.


»Das war so nicht eingeplant. Einige Ergebnisse hätten auch anders herum ausgehen können«, sagte Stefanov wenig begeistert, fügte aber umgehend hinzu: »An der Einstellung meiner Sportler hat es nicht gelegen. Für die beiden verbleibenden Heimkämpfe wollen wir nochmals alles in die Waagschale werfen.« Mattenleiter Dieter Winter aus Penzberg hatte vor rund 150  Zuschauern mit dem Kampf keine Probleme. – Die Kämpfe im Einzelnen:

Anzeige

Die ersten Punkte gehen an den TVT

57 kg (Griechisch-römisch): Die ersten Punkte gingen gleich an den TVT: Yusuf Raiskhel, der seinen Kontrahenten Christian Zacherl praktisch nach Belieben beherrschte, holte nach einigen Take-downs mit einer Serie von Durchdrehern nach knapp zwei Kampfminuten den Sieg mit technischer Überlegenheit (Plusdifferenz mindesten 15 Punkte). 4:0

130 kg (Freistil): Gökhan Tetik hatte mit dem schnellen, aber leichteren Navid Saifi eine an sich lösbare Aufgabe vorgesetzt bekommen, fand aber nie so richtig in den Kampf. Eine schöne Schleuder landete außerhalb der Matte und so siegte der Gastgeberringer nach sechs Minuten knapp mit 7:4. 4:2

61 kg (F): Ben Wittenzellner schien gegen Rabi Aziz leicht favorisiert. Dennoch wollte ihm nach knapper Führung gegen den älteren Gastgeberringer nichts mehr so recht gelingen. Nach einer Unachtsamkeit musste der Traunsteiner nach einem Zangengriff seines Kontrahenten noch in der ersten Runde aufs Blatt. 4:6

98 kg (G): Dem Fehlen von Dimitrov waren vier Minuspunkte geschuldet. 4:10

66 kg (G): Andreas Dik bekam mit dem Deutschen Juniorenmeister Nico Sausenthaler eine unlösbare Aufgabe zugeteilt, ging aber mutig in das Mattenduell und versuchte, den scheinbar übermächtigen Gegner zu werfen. Dieser fing ihn in deutlicher Führung liegend ab und schulterte den talentierten Traunreuter. Das 4:14 zur Pause war eine hohe Bürde für die zweiten fünf Kämpfe.

86 kg (F): Seifullah Rahmani ging gegen Oliver Straub mutig in den Freistilkampf und hatte anfangs leichte Vorteile. Nach und nach setzte sich aber die Routine des Freisingers durch, der nach voller Kampfzeit einen deutlichen 17:4-Punktsieg verbuchte. 4:17

71 kg (F): Mahsun Ersayin wollte für den TVT punkten, Philipp Unützer hatte etwas dagegen. In dem ereignisarmen Mattenduell beäugten sich beide Ringer, der Freisinger hatte in den entscheidenden Aktionen immer ein Quäntchen mehr Glück und siegte mit 5:0. 4:19

80 kg (G): Eduard Tatarinov musste sich im ungewohnten klassischen Stil mit dem erfahrenen Freisinger Dominik Kratzer messen. Nie wirklich in Gefahr hatte er ihn einmal aus der Bodenlage heraus kurzzeitig in der gefährlichen Lage und war auch im Stand kaum angreifbar. Dennoch wollten auch ihm in ungewohnter Ringweise nicht so recht die entscheidenden Punkte gelingen. Am Ende stand ein 5:1-Punktsieg für Traunsteins Freistil-Ass zu Buche. 6:19

75 kg (G): Artur Tatarinov bekam es mit dem hochgewachsenen Christopher Mayer zu tun, dessen passive Ringweise vom Kampfrichter nur bedingt bestraft wurde. Mit zunehmendem Kampf machte sich bei Tatarinov eine schmerzhafte Knöchelverletzung bemerkbar. Dennoch verließ er mit einer 4:2-Punkteführung und einem entsprechenden Punktsieg die Matte. 7:19

75 kg (F): In der Vorrunde hatte Ilja Vorobev knapp das Nachsehen gegen den Freisinger Marcel Berger. Voll motiviert ging er trotz des eindeutigen Gesamtergebnisses in das Mattenduell, in dem auch sein Kontrahent alles gab. Beide zeigten feine Techniken. Vorobev, der kurzzeitig wie der Sieger aussah, brachte seinen Gegner in die gefährliche Lage, konnte ihn jedoch nicht fixieren. Am Ende ging auch dieses spannende Mattenduell zweier Extrakönner mit 5:8 verloren. Damit hieß das Gesamtergebnis 7:21 aus Traunsteiner Sicht.

Keine Unruhe beim TV Traunstein

Trotz der Niederlage wird beim TVT niemand unruhig. »Von der Tabellensituation her brauchen wir uns keine Gedanken machen. Aber natürlich wollen wir gewinnen. Jetzt eben gegen Penzberg in der nächsten Woche zu Hause«, erklärte Cheftrainer Petar Stefanov für seine um einen Tabellenplatz auf den sechsten Rang abgerutschte Mannschaft. Die Reserve war am Samstag kampffrei.

Eine in der Höhe nicht erwartete Niederlage mussten die Nachwuchsringer in der Grenzlandliga gegen den schlechter platzierten SV Wacker Burghausen hinnehmen. Die von Plamen Petrov betreute junge Truppe verlor mit 13:21. Für den TVT waren Justin Flemmer (36 kg), Leopold von Ellerts (46 kg), Leonard Rube (50 kg) und Maximilian Bach (55 kg) erfolgreich. Der TVT verbleibt damit auf dem 5. Tabellenplatz. awi