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Harte Konkurrenz für die Männer-Staffel

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Simon Schempp, der bisher beste Deutsche, trainiert nach einer Erkältung zwar wieder, er wird heute in der Staffel aber noch nicht starten.

Die deutsche Männer-Staffel steht heute (15.30 Uhr/ZDF) vor einer schweren Aufgabe: Die Konkurrenz ist stark und hat durch Siege in den vergangenen Tagen in Ruhpolding Selbstbewusstsein für das Rennen getankt. Die deutschen Männer sind in Ruhpolding nach dem Ausfall von Simon Schempp – der dreimalige Saisonsieger hatte wegen einer Erkältung sowohl die von Oberhof nach Ruhpolding verlegten Wettkämpfe als auch das Einzel zum Auftakt des 5. Weltcups in Ruhpolding verpasst – bisher ohne Podestplätze geblieben. Gestern trainierte der bisher beste deutsche Biathlet (8. Platz im Gesamtweltcup) zwar wieder auf Schnee, in der Staffel wird er aber nicht antreten.


Stattdessen gehen heute Erik Lesser, Arnd Peiffer, Johannes Kühn und Benedikt Doll an den Start. Erik Lesser, der sich im Einzel – genauso wie Johannes Kühn vom WSV Reit im Winkl – vier Schießfehler leistete, will nicht nur im Hinblick auf die WM-Norm (siehe Bericht unten) Vollgas geben.

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Für Arnd Peiffer waren die drei Fehler »einfach zu viel«

Während Erik Lesser am Mittwoch noch auf dem 17. Platz landete und mit seinem Ergebnis »sicherlich nicht zufrieden« war, kam Arnd Peiffer mit drei Fehlern nur auf den 62. Rang. »Läuferisch war es ganz gut, aber drei Fehler waren einfach zu viel«, erklärte er und will es in der Staffel besser machen.

Beim Schießen hat auch Johannes Kühn, der für Daniel Böhm ins Team nachgerückt ist, noch Verbesserungspotenzial: »Läuferisch bin ich gut«, betonte er nach dem 21. Platz und der zweitbesten deutschen Laufzeit. Probleme bereiteten ihm eher das Stehendschießen – bei dem er drei seiner vier Fehler machte. »Aber ich bin ein sehr stabiler Liegendschütze«, erklärte der 24-Jährige selbstbewusst. Das kann der Tüßlinger nun erneut bei seinem Heim-Weltcup unter Beweis stellen.

Nur einen Fehler im Einzel leistete sich hingegen Sieger Martin Fourcade, der auch in der französischen Staffel ein wichtiger Rückhalt für die Mannschaft sein wird. In Hochfilzen landeten die Franzosen beim bisher einzigen Männer-Staffel-Wettbewerb auf dem 3. Platz und belegten in der Staffel-Gesamtwertung der vergangenen Saison den 4. Platz. Sie mussten sich mit 279 Punkten Russland (311), Norwegen (308) und Deutschland (305) geschlagen geben – nur in Oslo (6. Platz) und in Ruhpolding (4.) kamen die Franzosen dabei nicht unter die ersten Drei.

Dass Russland auch in dieser Saison zu den Favoriten gehört, haben die Biathleten mit ihrem Staffel-Sieg in Hochfilzen bewiesen. Im vergangenen Jahr waren die Russen um Anton Shipulin ebenfalls mit einem Sieg in Hochfilzen in die Saison gestartet. »Ich bin sehr zuversichtlich für die Staffel, weil das Team gute Resultate erzielt hat«, erklärte Anton Shipulin nach seinem 3. Platz am Mittwoch.

Die Norweger sind auch in der Staffel stark

An der Weltspitze sind mit Tarjei Boe (2. Platz/438 Punkte), Emil Hegle Svendsen (3./434), Ole Einar Björndalen (6./366) und Johannes Thingnes Boe (10./316) gleich vier Norweger vertreten – die als Staffel in der vergangenen Saison den Sieg in Antholz und den 2. Platz in Kontiolahti holten.

Nur beim Heimweltcup in Oslo kamen die Norweger nicht unter die ersten Drei (9. Platz) und lagen damit auch in der Gesamtwertung hinter Russland auf dem 2. Platz.

Vor der deutschen Staffel haben sich in Hochfilzen auch die Österreicher mit Simon Eder als Vierte eingereiht. Der 2. Platz im Einzel macht Simon Eder »natürlich selbstbewusster. Es war mein großes Ziel, ein Rennen zu gewinnen«, erklärte der Gesamt-Neunte (318 Punkte) aus Zell am See nach dem Rennen. Aber auch seine Teamkollegen seien »alle gute Läufer. Deshalb rechne ich mit guten Chancen für die Staffel.«

In der vergangenen Saison kamen die Österreicher jedoch nur in Oslo als Dritte aufs Podest, am Ende reichte es nur für den 5. Gesamtrang. Für das Staffel-Rennen in Ruhpolding waren die Wünsche von Simon Eder nach dem Einzelrennen bei eisigem Wind und Schneefall deshalb ganz bescheiden: »Ich hoffe, wir bleiben alle gesund.« jom