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Tina Hermann in der Start-Konzentration: Die Berchtesgadenerin setzte sich mit einem überzeugenden Auftritt am zweiten Weltcup-Wochenende auf Rang 2.

Hansi Lochners Vierer Zweiter in Park City

Die heimischen Kufensportler konnten aus Park City (Bob und Skeleton) sowie aus Innsbruck (beim Saisonstart der Rennrodler) einige Medaillen einfahren.

Rennrodeln

Beim Heimsieg von Madeleine Egle im Rahmen des Weltcup-Auftakts der Rennrodlerinnen in Innsbruck-Igls fuhr Anna Berreiter vom RC Berchtesgaden auf Rang 5. Für die Olympia-Silbermedaillengewinnerin lief die Saisonvorbereitung nicht einwandfrei, dazu kam eine Verletzung an der Hand. Darum war die 23-Jährige mit ihrer Platzierung sehr zufrieden: »Mir geht es wieder gut, ich kann ohne Schmerzen fahren. Am Start bin ich auf einem guten Weg. Ich habe hier mit sehr wenig gerechnet, bin jetzt froh, dass der Tag vorbei ist. Ich war schon sehr aufgeregt«, so Berreiter. Ihre Teamkolleginnen Julia Taubitz, Merle Fräbel und Dajana Eitberger landeten auf den Rängen 3, 6 und 10.

Beim österreichischen Dreifachheimsieg im Doppelsitzer-Bewerb durch Juri Gatt/Riccardo Schöpf, Thomas Steu/Lorenz Koller und Yannick Müller/Armin Frauscher belegten die deutschen Duos Toni Eggert/Sascha Benecken und Tobias Wendl/Tobias Arlt die Folgeränge 4 und 5. »Wir haben gewusst, dass die Österreicher stark sind. Glückwunsch, sie waren heute einfach besser, sind sauber gefahren, haben hier viel trainiert. Wir sind stabil gefahren und mit dem Rennen schon zufrieden«, meinte Tobi Wendl im Anschluss. Das dritte deutsche Doppel Hannes Orlamünder/Paul Gubitz wurde Neunter.

Bei den Herren startete Felix Loch (RC Berchtesgaden) in seine 17. Weltcup-Saison: Nach Lauf 1 auf Rang 6 liegend stürzte er im zweiten Durchgang, rutschte noch über die Ziellinie und landete an der 15. Position. Die ersten vier Plätze gingen an die Lokalmatadoren Nico Gleirscher, Wolfgang Kindl, Jonas Müller und David Gleirscher. Auch im Sprint dominierte Österreich, gewann alle vier Konkurrenzen. Felix Loch trat aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht mehr an, Anna Berreiter wurde Neunte, Wendl/Arlt nur Elfte.

Bob

Im Rahmen der zweiten Bobweltcup-Station in Park City (Utah) fuhr das Duo Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) und Florian Bauer (BRC Ohlstadt) auf Rang 4. Den Piloten aus Schönau am Königssee plagten Rückenprobleme, zusammen mit seinem Anschieber aus Töging klappten beide Startphasen nicht optimal: »Wir waren beim Loslaufen nicht synchron, das Kommando passte nicht«, so der 32-jährige Lochner. Dazu kam ein Drift zwischen den Kurven 10 und 11 – nur Rang 5 zur Halbzeit. Für Christoph Hafer (BC Bad Feilnbach) und Matthias Sommer (BSC Winterberg) lief's drei Hundertstel besser (4.). Im zweiten Durchgang waren alle drei deutschen Schlitten wesentlich besser unterwegs: Das nach Lauf eins »nur« auf Rang 3 gelegene Abo-Sieger-Duo Francesco Friedrich/Thorsten Margis war trotz eines Trainingssturzes mit finaler Bestzeit noch auf Platz 1 gerauscht. Lochner/Bauer bekamen den zweiten Run ebenfalls viel besser hin, verbesserten sich um über vier Zehntel und kamen am Ende an der 4. Position ins Ziel. Auch, weil Hafer/Sommer bei traumhaften Bedingungen – strahlender Sonnenschein, Temperaturen um den Gefrierpunkt – nun sieben Hundertstel hinter den Kollegen blieben und Fünfte wurden.

Im Viererbob-Bewerb tags drauf gab's einen deutschen Dreifacherfolg: Francesco Friedrich gewann mit seiner Crew und bricht weiter alle Rekorde: Weltcupsieg Nummer 70. Hansi Lochner wurde vor Christoph Hafer Zweiter und meinte, sich nach seiner Rückenverletzung »wie neu geboren« gefühlt zu haben: »Ich konnte die Fahrfehler abstellen, das war ganz wichtig für mich. Endlich konnten wir auch mal schneller starten als der Franz (Friedrich/Anm. d. Red.), das gelang uns gefühlt Jahre nicht. Das gibt mir natürlich die Zuversicht, dass wir in der Bahn mit ihm mithalten können. Schau mer mal, wie's jetzt in Lake Placid läuft, ich freu mich drauf. Vielleicht reicht's ja endlich mal wieder für Gold.« Lochner hatte als dritten Anschieber erneut Christian Rasp vom WSV Königssee im Schlitten. Bei Christoph Hafer saß der Feilnbacher Vereinskollege Tobias Schneier an der vierten Position, sie hatten nur eine Hundertstel Rückstand auf das Lochner-Quartett.

Skeleton

Beim Sieg von Olympiasieger und Teamkollege Christopher Grotheer, der jeweils Bahnrekord fuhr, reihte sich der heimische Skeletoni Felix Keisinger mit zwei explosiven Starts – jeweils Zweitbester – auf Rang 5 ein. Der 24-Jährige vom WSV Königssee mag die Olympiabahn von 2022 sehr, wie er verrät: »Ich fahr hier sehr gern, trotzdem war es eine schwierige Situation, nach nur zwei Trainingsläufen. Wenn man dann länger nicht hier war, ist es nicht einfach. Die Platzierung ist so weit erst mal in Ordnung. Fahrerisch war es noch nichts Weltbewegendes, ich habe noch große Differenzen drin. Aber ich denke, es geht in die richtige Richtung.« Der dritte BSDler, Axel Jungk, wurde Siebter.

Keisingers Vereinskollegin Tina Hermann raste beim Sieg der Kanadierin Mirela Rahneva auf den starken 2. Platz. Beim Bahnrekord-Festival in Park City hatte die Weltmeisterin in Durchgang zwei noch mal einen Angriff gestartet, waren neun Hundertstel Rückstand auf 1 335 Metern Streckenlänge doch keine Welt. Letztlich blieb die 30-Jährige am Ende exakt ein Zehntel hinter Rahneva. »Es war heute sehr spannend«, meinte Hermann. »Mein perfektes Abschlusstraining konnte ich aber leider nicht ins Rennen transportieren. Am Start war ich letztlich schon zu viel zurück, bekam später noch eine Bande.« Weltcup-Debütantin Susi Kreher wurde starke Vierte, Hannah Neise verteidigte die Weltcup-Gesamtführung mit Rang 6.

bit

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