Hans Schwabl wird Alpenländerkönig

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Zum Alpenländerkönig zwar ohne Krone, dafür mit einem kapitalen Hirschgeweih krönte sich der Inzeller Hans Schwabl in Zell am Ziller, den seine Vereinskameraden David Stöberl (links) und Thomas Plenk auf die Schultern nahmen. Vorne Schwabls Sohn Maxi, der ebenfalls erfolgreich war. Am kommenden Sonntag geht es für die heimischen Ranggler in Inzell weiter. (Foto: Rangglerverein)

54 Jahre, nachdem Lorenz Plenk im Innsbrucker Olympiastadion Alpenländischer Meister wurde, gelang dieser Erfolg wieder einem Inzeller Ranggler. Hans Schwabl, Vorstand der Chiemgauer Brauchtumssportler, nutzte in der Kampfarena in Zell am Ziller (Zillertal) die Gunst der Stunde und holte sich vor 1000 Zuschauern sensationell den Titel des Alpenländerkönigs.


Nachdem hoch gehandelte Titelaspiranten wie der Alpencup-Führende Hermann Höllwart aus Taxenbach sowie Südtirol-Meister Benjamin Pichler durch Unentschieden ausgeschieden waren, sahen sich mit Hans Schwabl, dem diesmal das Freilos hold war, nurmehr vier Teilnehmer in der zweiten K.o.-Runde wieder.

Dabei trafen der Saalbacher Christopher Kendler und Kilian Wallner aus dem Pongau aufeinander. Beide kamen in dem forsch geführten Duell jedoch nicht über ein Unentschieden hinaus. Nun lag es an Schwabl, sich mit einem Schultersieg als »lachender Dritter« die Krone im Ranggelsport aufzusetzen. Und diese Chance ließ sich der 33-jährige Betonschneider und Maskenschnitzer gegen den technisch starken Judo-Kämpfer David Illmer aus Bischofshofen nicht entgehen.

Mehrmals brachte ihn der Inzeller mit seinen gefürchteten Armzügen in arge Bedrängnis, und Schwabl setzte konsequent nach. Nach fünf Minuten Kampfzeit gelang Hans Schwabl dann der finale Schachzug mit einem brachialen Bodenaufdreher. Mit dieser Leistung darf er sich nun ein Jahr lang Alpenländerkönig nennen. Für das Inzeller Kraftpaket ist dieser Erfolg zugleich auch die Krönung seiner bisherigen Rangglerkarriere, die vor zehn Jahren begann und die ihn mittlerweile zu den arrivierten Kämpfern werden ließ.

Gerade auch deshalb, weil beim Königs-Ranggeln, anders als bei österreichischen Staats- und Landesmeisterschaften oder dem bekannten Hundstoa-Hogmoar, alle Athleten startberechtigt sind, auch die Bayern. »Das war jetzt mal ausgleichende Gerechtigkeit, darauf hab ich lange warten müssen,« kommentierte Schwabl den steinigen Weg an die absolute Spitze. Auch genoss er sichtlich, dass ihm diesmal nicht wie in der laufenden Saison generell in der Vorrunde sein Dauergegner Hermann Höllwart zugelost wurde, gegen den er bisher noch kein Rezept fand. Nicht zuletzt dadurch wurde der Weg zu seinem größten Erfolg frei.

In der ersten Runde ausscheiden musste der zweite Inzeller Teilnehmer Thomas Plenk, der auf den Vizekönig Kilian Wallner traf.

Beim anschließenden Preisranggeln trugen sich die bayerischen Vertreter ebenfalls in die Siegerlisten ein. Seriensieger Maxi Schwabl landete diesmal in der Klasse 6 bis 8 Jahre auf dem dritten Platz, nachdem ihm in der zweite Runde eine Unachtsamkeit den Tagessieg kostete. Im Kampf um Platz drei bügelte er den Fehler wieder aus und gewann das kleine Finale.

Einen schweren Stand hat derzeit sein Bruder Tobi Schwabl bei den Zehn- bis Zwölfjährigen, zumal hier die körperlichen Unterschiede vorwiegen. Er bezwang zwar seinen Vorrundengegner, schied aber im weiteren Verlauf des Turniers aus. Besser lief es für Thomas Plenk, der heuer bereits mehrmals auf sich aufmerksam machen konnte. Sein zweiter Platz in Klasse III resultierte aus dem Freilos der Vorrunde, einem hart erkämpften Schultersieg und der Finalniederlage, erneut gegen Kilian Wallner. Auch der frischgebackene Alpenländerkönig Hans Schwabl mobilisierte in der Klasse I nochmals alle Kräfte und holte sich hier den dritten Platz und wichtige Alpencuppunkte. Dagegen gab es für den länger verletzten David Stöberl (Inzell) in Klasse IV kein Weiterkommen.

Mit der insgesamt beachtlichen Bilanz können die heimischen Ranggler positiv gestimmt in das Heimturnier am Sonntag um 13 Uhr in Inzell gehen, das zur Alpencup-Wertung zählt und als Lorenz-Plenk-Gedächtnisranggeln ausgetragen wird. Eine posthume Erinnerung an den Chiemgauer Ranggler, der es dem Hans Schwabl vor 54 Jahren vorgemacht hatte.

ls

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