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Gutes Testspiel und hervorragende Bedingungen in Grassau

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Sie konnten mit der Leistung der Mannschaft weitgehend zufrieden sein: Stammtorwart Raphael Schäfer (links), der diesmal pausierte, und »Club«-Trainer Alois Schwartz. (Fotos: Wukits)

Das war ein gelungener Abschluss: Mit einem 2:0-Sieg gegen den österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck beendete der 1. FC Nürnberg sein Trainingslager in Grassau. Zwar gab es am Mittwoch noch eine lockere Einheit, aber die Hauptarbeit war schon in den vorherigen Trainingseinheiten des deutschen Fußball-Zweitligisten geleistet worden.


Daher stand auch die gut besuchte Partie vor mehreren Hundert Zuschauern zunächst einmal als Überprüfung dafür an, inwiefern die Spieler schon ein passables Zusammenspiel auf den Platz bringen können. Dass sie das schon relativ gut taten, gefiel auch dem neuen Trainer Alois Schwartz. Schließlich stehe man erst am Anfang der Vorbereitung. »Natürlich kann man noch das ein oder andere besser machen. Gut war, dass wir defensiv fast nichts zugelassen haben«, so sein Fazit. Zumal er gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit sechs Spieler getauscht hatte, dann in der 60. Minute vier weitere Wechsel vornahm.

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Letztlich kamen zum Einsatz: Rakovsky (46. Kirschbaum) - Kammerbauer (46. Löwen), Hovland, Bulthuis (46. Margreitter), Sepsi (60. Lippert) - Gislason (46. Knezevic), Behrens (46. Möhwald), Petrak (60. Mühl), Kempe (60. Hercher) - Burgstaller (46. Sylvestr), Füllkrug (60. Ott).

Offensiv waren es die umworbenen Guido Burgstaller (10.) und Niclas Füllkrug (32.), die für die Tore des »Clubs« sorgten. Kein Wunder, dass der Trainer beide Spieler gerne in der kommenden Saison im Team sehen würde. Doch er ist Realist. Besonders im Falle des gebürtigen Hannoveraners Füllkrug, der sein Interesse an einem Wechsel zu Hannover 96 bekundet hat, wird es wohl schwierig, den 23-Jährigen zu halten. »Es wäre schön, wenn beide bleiben – aber wenn nicht, muss man damit leben«, sieht es der Trainer pragmatisch.

Der 49-Jährige zeigte sich nicht nur mit dem Spiel, sondern mit dem gesamten Ablauf des Trainingslagers sehr zufrieden. »Die Jungs ziehen gut mit«, lobte er. »Hochzufrieden« sei man sogar mit den Bedingungen vor Ort, das gelte sowohl für die Sportplätze als auch für die Unterbringung im Hotel Ressort Achental und auch die Verpflegung.

Besondere Einheit als Abwechslung

Im Vordergrund standen am Chiemsee zunächst einmal vor allem Ausdauer und Schnelligkeit. Doch es gab auch eine besondere Einheit, die das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team stärken sollte. Die Spieler wurden in drei Gruppen eingeteilt, jede bekam eine Karte, einen Kompass und einen Zielpunkt, den es möglichst schnell zu erreichen galt.

Es gab drei unterschiedliche Startpunkte, von denen das Ziel auf abgemessener Strecke jeweils 7,5 Kilometer entfernt war. »Wie weit sie wirklich gelaufen sind, wissen wir natürlich nicht«, lacht »Club«-Pressesprecherin Luana Valentini. Klar ist aber: Die Spieler zeigten sich findig, fragten bei ortskundigen Passanten nach und die erste Gruppe erreichte bereits nach 42 Minuten das Ziel. Dort ließen dann die gesamte Mannschaft und das Betreuerteam den Tag ausklingen.

Neben bewährten Kräften wie Torwart Raphael Schäfer waren auch einige junge Talente am Chiemsee dabei. Fix im Profikader eingeplant sind der Weißenburger Patrick Kammerbauer (19 Jahre), der schon als Zehnjähriger zum 1. FC Nürnberg wechselte, der gleichaltrige Lukas Mühl (kam 2011 vom TSV Regen) und der 20-jährige Offensivspieler Philipp Hercher (kam 2011 von Jahn Regensburg).

Dagegen wurden aus der U 23 Mike Ott (21 Jahre), Ivan Knezevic (22 Jahre) sowie die Abwehrspieler Dennis Lippert (20 Jahre) und Eduard Löwen (19 Jahre) für Grassau eher zum »Auffüllen« des Trainingskaders nominiert. Es ging darum, im Training auch elf gegen elf spielen zu können. »Wenn sich dann aber einer besonders anbietet, ist es natürlich umso besser«, so Schwartz.

Drei erfolgreiche Jahre beim SV Sandhausen

Zumindest zogen alle Beteiligten sehr gut mit – das war die Hauptsache für den Trainer. Der gebürtige Nürtinger hatte in den vergangenen drei Jahren am kleinsten Zweitliga-Standort – nämlich in Sandhausen – jeweils vorzeitig mit seinem Team souverän den Klassenerhalt geschafft.

Als Aktiver hatte sich Schwartz zwar schon mal einiges von seinen Trainern »abgeschaut«. Letztlich aber muss jeder Trainer seinen eigenen Weg suchen. Das tat Schwartz, der seit 2006 die Lizenz als Fußball-Lehrer hat.

Als Spieler stieg er zweimal (1988 und 1991) mit den Stuttgarter Kickers in die Erste Liga auf, auch beim MSV Duisburg absolvierte er 34 Erstligaspiele. Als Trainer hatte er zuletzt den SV Sandhausen zu einer kompakten Einheit geformt. Das ist auch das Hauptziel beim »Club«, wenngleich er beim 1. FC Nürnberg dank größerer spielerischer Möglichkeiten darauf setzt, »dass wir hier schon eher agieren als reagieren.«

Angesichts dessen, dass die Transferperiode noch lang ist und wohl auch noch Zu- und Abgänge zu verzeichnen sind, will Schwartz keine Prognose über die kommende Saison abgeben. Dass die Erstliga-Absteiger Hannover 96 und der VfB Stuttgart als klare Favoriten ins Rennen gingen, sei absehbar. Dahinter gebe es ein großes Feld von Mannschaften, bei denen die Leistungsstärke ähnlich sei. Beim »Club« rechnet man eher nicht damit, in dieser Gruppe ganz vorn zu sein. Wo man hier landet, ist von vielen Faktoren abhängig.

Schwartz weiß: »In dieser Liga kommt es auf Kleinigkeiten an.« Daher versucht er, diese möglichst gut zu machen. Und er hat sich fest vorgenommen: »Ich möchte der Trainer sein, den ich als Spieler damals gern gehabt hätte.« who