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Gute Zwischenbilanz und kurze Pause

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Bis jetzt kann er mit seiner Saison zufrieden sein, nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat geht es schon bald wieder nach Bormio zum nächsten Weltcup: Skirennfahrer Josef Ferstl. (Foto: Hohler)

Eine kurze Verschnaufpause zu Hause, dann geht es weiter: Skirennfahrer Josef Ferstl (SC Hammer) hat derzeit ein straffes Programm. Kurz nach dem letzten Rennen in Gröden ging es noch nach St. Moritz, um weiter auf Schnee trainieren zu können. An Weihnachten »will ich auch für die Familie da sein, schließlich waren wir seit Anfang November unterwegs«, blickt Ferstl zurück. Während der langen Saison seien es nicht nur die Rennen, sondern vor allem die vielen Reisen – oft mit großen Zeitumstellungen – die an den Kräften zehrten, »aber das gehört bei unserem Sport natürlich dazu.«


Am heutigen Samstag steht noch etwas Konditionstraining an, dann am Sonntag und Montag etwas Erholung, bevor es am ersten Weihnachtsfeiertag schon wieder nach Bormio (Italien) geht. Dort wollen Ferstl und seine Teamkollegen am 28. (Abfahrt) und 29. Dezember (Super-G) dann wieder Vollgas geben.

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Das taten sie schon im vergangenen Winter sehr erfolgreich. Die Speed-Fahrer, nach jahrelanger Aufbauarbeit schon mit einem leichten Aufwind in die Saison gegangen, schlugen richtig zu: Ferstl gewann den Super-G in Gröden, sein Teamkollege Thomas Dreßen (SC Mittenwald) sogar die berühmt-berüchtigte Abfahrt auf der »Streif« in Kitzbühel.

»Da sind wir dann schon richtig ernst genommen worden«, freut sich der Traunsteiner. Und es habe dem gesamten Skisport gutgetan, »denn Super-G und Abfahrt gelten halt auch als Königsdisziplinen. Das freut jeden, wenn es bei den Deutschen endlich gut läuft.«

Gut lief es bislang auch mit den Ergebnissen in dieser Saison, doch es gab auch einen bitteren Rückschlag: Thomas Dreßen zog sich in Beaver Creek (USA) einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. »Ich habe es im Rennen erst gar nicht mitbekommen, aber das ist natürlich bitter für ihn und für uns«, bedauert der 29-Jährige, »denn wir (Dreßen, Andreas Sander von der SG Ennepetal und Ferstl, d. Red.) sind ein gutes Dreierteam und haben uns immer wieder gegenseitig gepusht.«

Doch mit seinem 6. Platz beim Super-G in Gröden und zwei weiteren Top-15-Ergebnissen in den Abfahrten in dieser Saison hat Ferstl schon wieder sein Selbstvertrauen gestärkt. »Beim Saisonstart war es noch für alle schwer, aber jetzt haben wir uns gefangen«, zieht er eine positive Zwischenbilanz.

Zumal es bei ihm in der Abfahrt heuer auch wieder besser zu klappen scheint als im vorherigen Winter. »Ja, da war ich im Super-G ja sehr gut, in der Abfahrt war es meist nur um den 30. Platz rum. Heuer möchte ich da schon regelmäßig unter die Top 15 bis Top 20 kommen.«

Bezüglich der Abfahrt hat er mit dem Trainerteam »viel analysiert und gelernt.« Unter anderem habe man bei ihm bei Skiern und Skischuhen für die Abfahrt einiges umgestellt, »das funktioniert nicht schlecht.« Hinzu komme, dass man auf das bewährte Team – auch bei den Betreuern – setzen konnte. Zudem »war ich in diesem Sommer komplett verletzungsfrei und konnte gut trainieren«.

Das zahlt sich nun aus. Dass bei der Abfahrt manchmal seine Trainingsfahrten – vor allem in der Vergangenheit – deutlich besser waren als seine Rennen, liege auch daran, »dass man beim Training noch relativ locker ist. Im Rennen willst du dann einen draufsetzen und verkrampfst manchmal«, weiß der 29-Jährige.

Obwohl Ferstl grundsätzlich alle Strecken der Saison reizvoll findet, gibt es noch zwei, die für ihn herausragen: die in Gröden und das Rennen in Kitzbühel. »Das sind coole Strecken, da ist alles dabei, unter anderem Sprünge, technisch anspruchsvolle Teile und Steilhänge.« In Gröden sei zudem das Panorama überragend, »und das Essen ist auch genial«, lacht Ferstl.

Und »Kitzbühel ist natürlich der große Mythos, da will jeder zeigen, was für ein Mann er ist.« Zumal das Rennen für den Sportler des SC Hammer auch eine familiäre Bedeutung hat. Sein Vater Sepp Ferstl gewann genau diese Abfahrt gleich zweimal.

Für Josef »Pepi« Ferstl geht es nun erst einmal darum, sich nach den Wettbewerben in Bormio in der gut zweiwöchigen Rennpause ein wenig zu erholen. »Da werden wir eine zusätzliche Trainingsphase einschieben und auch ein wenig technische Disziplinen üben«, blickt er voraus. Das soll sich dann auszahlen, in den folgenden Weltcups sowie bei der alpinen Ski-WM im Februar 2019 sollen wieder möglichst gute Ergebnisse her. who

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