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Gute Leistungen beim ersten »Heimspiel« der Saison

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Er holte im Grand Prix VI seinen ersten Sieg in einem GP-Lauf überhaupt: Stefan Pletschacher vom MSC Ruhpolding. (Foto: Weitz)

Mit ordentlichen Leistungen präsentierten sich die deutschen Piloten bei ihrem ersten »Heimspiel« im Rahmen der Eisspeedway-WM. Beim Grand Prix V und VI in Berlin-Wilmersdorf sammelten Günther Bauer (Schleching) und Stefan Pletschacher (MSC Ruhpolding) kräftig Punkte. Ins Hauptfeld rückten zwei weitere Deutsche nach, nämlich Max Niedermaier (Edling und Hans Weber (Schliersee).


Ursprünglich hätte Niedermaier als Wildcard-Pilot einen Platz bekommen. Doch da der 27-Jährige gleichzeitig erster WM-Ersatzpilot ist, rückte er durch den Ausfall des verletzten Österreichers Manfred Seifter auf direktem Wege ins Hauptfeld. So war die Veranstalter-Wildcard frei – und ging an Hans Weber.

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Einsätze für Luca Bauer und Markus Jell

Es kamen sogar noch zwei weitere Deutsche zum Einsatz – wenn auch nur gelegentlich: Luca Bauer durfte als Reservefahrer an beiden Tagen je einmal ran, blieb aber ohne Punktgewinn. Markus Jell (Altfraunhofen), ebenfalls Reservefahrer, kam einmal zum Einsatz – und musste ebenfalls der Konkurrenz den Vortritt lassen.

Ganz anders die etablierten Günther Bauer und Stefan Pletschacher: Bauer hielt sich am ersten Tag sehr ordentlich. In seinem letzten Lauf wurde Jan Klatovsky (Tschechien) vom stürzenden Ove Ledström (Schweden) zu Fall gebracht. »Klatovsky hat dann mich erwischt, und wir hatten sogar noch Glück, dass nicht noch mehr passiert ist«, so Bauer. Allerdings: »Der nagelneue Reifen war komplett kaputt, alle Spikes verbogen, das ist schon ärgerlich.«

Der Schwede wurde disqualifiziert und Bauer als Sieger vor Klatovsky und Max Niedermaier gewertet. So war er mit 6 Punkten auf Platz 9 am ersten Tag bester Deutscher vor Pletschacher, Niedermaier (je 3) sowie Weber (2). Aber »das Halbfinale habe ich wieder knapp verfehlt«, bedauert der 44-Jährige.

Tags darauf war Pletschacher mit 5 Zählern bester Deutscher vor Bauer, Weber (je 4) und Niedermaier (3). Entscheidend dafür: Zunächst kam im Lauf mit Niklas Svensson (Schweden), Bauer, Pletschacher und Klatovsky der junge Schwede zu Fall und wurde disqualifiziert. Im Wiederholungslauf wurde Bauer nach einer Attacke gegen Klatovsky ausgeschlossen, »aber dass ich da disqualifiziert worden bin, war ein Witz – irgendwo muss ich ja auch hin«, klagt Bauer.

So blieben letztlich nur noch zwei Piloten übrig, und hier setzte sich der Ruhpoldinger durch. »Das war mein erster Laufsieg in einem Grand-Prix-Rennen überhaupt«, jubelt Pletschacher. Auch wenn der Erfolg durch die Disqualifikationen begünstigt wurde: »Ich war in diesem Lauf eh gut dabei«, freute er sich. So war seine Bilanz gut, »endlich ist der Knopf aufgegangen.«

Ein Blackout im wichtigsten Lauf

Dabei hatte er am ersten Tag eine bessere Ausbeute verfehlt. »Ausgerechnet im Lauf mit Klatovsky, Weber und Henderson hatte ich einen Blackout«, bedauert er – so blieb nur ein Punkt. Und im letzten Durchgang »ist die Kupplung durchgerutscht, da war dann nichts mehr drin.« Doch Tuner Klaus Lausch (Edling) »hat das super in den Griff bekommen, und vom Material her war ich ohnehin sehr gut aufgestellt.« Jetzt freut er sich auf die zwei letzten GP-Veranstaltungen: In Assen (Niederlande) am kommenden Wochenende sowie in Inzell am Wochenende 19./20. März zum WM-Abschluss.

An beiden Orten will sich auch Günther Bauer wieder gut präsentieren: »Es wird Zeit, dass ich endlich mal in ein Halbfinale komme. Vielleicht klappt es ja schon in Assen.«

An der Tabellenspitze gibt es einen packenden Vierkampf um den Titel. Derzeit führt Titelverteidiger Dimitry Koltakow knapp vor Vorjahres-Vize Daniil Iwanow, Igor Konjonow und Dimitri Khomisewitsch das Feld an. Doch an diesem Wochenende war Khomisewitsch am ersten Tag nach seinem Sieg im Finale mit 20 Punkten erfolgreichster Fahrer. Er profitierte allerdings auch davon, dass Iwanow im Finale stürzte. Tags darauf stürzte Koltakow im Halbfinale und verpasste den Endlauf. Diesen gewann Konjonow vor Khomisewitsch, Iwanow und Jegor Myschkowets. Bester nicht-russischer Fahrer war einmal mehr Franz Zorn (Saalfelden): Der Österreicher erreichte an beiden Tagen das Halbfinale und wurde dort jeweils Dritter.

Die WM-Gesamtwertung: 1. Dimitri Koltakow 100 Punkte; 2. Daniil Iwanow 99; 3. Igor Konjonow; 4. Dimitri Khomisewitsch je 98; 5. Jegor Myschkowets, alle Russland 72,5; 6. Franz Zorn, Österreich 65; 7. Stefan Svensson 44; 8. Ove Ledström, beide Schweden 39; 9. Nikolaj Krasnikow, Russland 33; 10. Niklas Svensson, Schweden 31; 11. Günther Bauer, Schleching 30,5; 12. Manfred Seifter, Österreich 28; 13. Daniel Henderson, Schweden 21; 14. Jan Klatovsky, Tschechien 20; 15. Antti Aakko, Finnland 15; 16. Stefan Pletschacher, Ruhpolding 12; 17. Max Niedermaier, Edling 11; 18. Hans Weber, Schliersee 6. who