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Günther Bauer »so gut wie seit etwa zehn Jahren nicht mehr«

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So konnte er auch bei der WM-Qualifikation in Strömsund jubeln: Günther Bauer, der sich einen Platz im Grand Prix sicherte. (Foto: Wukits)

Insgesamt drei deutsche Fahrer haben sich einen Platz in der Eisspeedway-WM erkämpft. Hatten sich vor Wochenfrist bei der ersten Runde in Ylitornio (Finnland) der Ruhpoldinger Stefan Pletschacher sowie der Edlinger Max Niedermaier einen Platz in der Grand-Prix-Serie gesichert, zog nun bei der zweiten WM-Qualifikation in Strömsund (Schweden) auch Günther Bauer nach.


Der 45-Jährige wurde hinter dem bärenstark auftrumpfenden Saalfeldener Franz Zorn sowie dem Russen Dimitri Koltakow Dritter. Ebenfalls einen Platz im GP sicherten sich die hinter Bauer folgenden Igor Konjonow (Russland), Ove Ledström und Jimmy Olsen (beide Schweden).

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»Das lief bei mir hervorragend. Es hat sich so gut angefühlt wie seit gut zehn Jahren nicht mehr. Ich bin positiv überrascht, den es ging ohne große Anstrengung und ohne, dass ich besonders viel riskieren musste«, freut sich der Schlechinger. Auch sein Arm, der ihm zuletzt immer wieder Probleme bereitet hatte, hielt gut. »Ich war bei einem Spezialisten – einem Fitnesstrainer – in Saalfelden, und jetzt konnte ich zum ersten Mal seit zwei Jahren fast ohne Schmerzen fahren«, freut sich Bauer.

Ärgerlich dagegen: »Die Beleuchtung in Strömsund war dieses Jahr zwar etwas besser als im Vorjahr, aber noch immer miserabel. Und bei minus 14 Grad gab es erst einmal überhaupt kein Fahrerlager«, schimpft er. Der Weltverband FIM hatte erst wenige Tage vor dem Rennen die Fahrer darüber informiert, dass sie eigene Zelte mitbringen sollten. »Aber da waren wir ja schon in Schweden zum Ligarennen und konnten nichts mehr machen«, ärgert sich der Schlechinger. Immerhin: Kurzfristig »haben die dann doch noch ein Zelt für die Fahrer besorgt. In Inzell machen sie dem Veranstalter immer massig Vorschriften, und hier können sich die Veranstalter alles erlauben«, ärgert er sich.

Knapp gescheitert ist dagegen Hans Weber. Der Schlierseer brachte es auf 8 Punkte und lag damit einen Zähler hinter dem für die WM-Teilnahme nötigen sechsten Platz. Allerdings: Zum einen vergibt der Weltverband FIM noch zwei Wildcards für die gesamte Saison, zum anderen hat Weber auch möglicherweise die Chance, beim Ausfall eines Konkurrenten in die Gilde der WM-Stammfahrer nachzurücken.

Erwartungsgemäß noch nicht ganz gereicht hat es für Günther Bauers Sohn Luca Bauer. Der 18-Jährige hatte im vorigen Winter in seiner ersten richtigen Eisspeedway-Saison noch kaum Fahrpraxis sammeln können. Er hielt sich nun zum Auftakt seiner zweiten Saison im starken Feld in Strömsund beachtlich.

»Im Training war das Eis noch gut, da ist er schon sehr stark. Im Rennen war es dann brüchiger, da fehlt ihm halt noch etwas die Routine«, so Günther Bauer. »Aber ich finde, er hat das gut gemacht.«

Nun geht es vor allem für Luca Bauer darum, sich weitere Rennerfahrung zu holen. Daher werden Vater und Sohn voraussichtlich sowohl am kommenden Samstag in der Schweiz (Vallis Champex Lac) als auch am Sonntag in Steingaden bei internationalen Veranstaltungen teilnehmen.

Danach trennen sich ihre Wege: Luca Bauer bestreitet voraussichtlich am letzten Januar-Wochenende die Eisspeedway-Wettkämpfe in St. Johann/Pongau (Samstag) und eventuell in Weißenbach (Sonntag/beides Österreich), für Günther Bauer geht es bereits nach Russland.

Und das wird ein längerer Aufenthalt. Am letzten Januar-Wochenende mischt der Routinier in der russischen Liga mit. Eine Woche später steht der Grand-Prix-Auftakt in der Lada-Stadt Togliatti (4./5. Februar) auf dem Programm. Von dort geht es ins noch einmal gut 1100 Kilometer entfernte Schadrinsk, »das ist schon weit hinter dem Ural in Richtung China«, so Bauer. Noch eine Woche später findet die dritte GP-Veranstaltung in Almaty (Kasachstan) statt, ehe Günther Bauer dann wieder nach Deutschland zurückkehrt. Dort besteht die Chance, sich etwas zu erholen und das Material noch einmal auf den neuesten Stand zu bringen.

Am 4./5. März folgt der Grand Prix in Berlin, dann am 11./12. März die Team-WM in Inzell und zum Saisonende am 1./2. April in Heerenveen (Niederlande) der letzte Grand Prix. Und auch zum Saisonende will Bauer sagen können: »Das lief hervorragend.«

Der Endstand der WM-Qualifikation in Strömsund: 1. Franz Zorn. Saalfelden 15 Punkte; 2. Dimitri Koltakow, Russland 14; 3. Günther Bauer, Schleching 13; 4. Igor Konjonow, Russland 12; 5. Ove Ledström 11; 6. Jimmy Olsen, beide Schweden 9; 7. Hans Weber, Schliersee 8; 8. Tomi Kankkunen, Finnland 6; 9. Luca Bauer, Reit im Winkl, 10. Erwin Schuster, Österreich; 11. Simon Reitsma, Niederlande je 5; 12. Martin Haarahiltunen, Schweden 4; 13. Lukas Hutla, Tschechien; 14. Robert Henderson, Schweden; 15. Andrej Divis, Tschechien, je 3; 16. Jo Saetre, Norwegen 2; 17. Claude Gadeyne, Frankreich; 18. Mikael Flodin, Schweden je 1. who