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Großes Gedränge bei schwierigen Bedingungen

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Mitten im Geschehen: Christopher Haase (vorn) war im hart umkämpften ADAC GT Masters mächtig gefordert. (Foto: Car Collection Motorsport)

Ein Podestplatz, ein siebter Rang und einiges Pech: Das war die Ausbeute der heimischen Piloten beim großen Motorsport-Ereignis auf dem Lausitzring. Dort waren mehrere hochkarätige Serien auf einem Ring vereint: das ADAC GT Masters, das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) und die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) mit den Piloten aus den Klassen Superbike und Superstock. Diese zwei Motorradklassen fahren in jedem Rennen gemeinsam, werden aber getrennt gewertet.


Bei den Motorradfahrern gab es die erfreulichste Platzierung zu verbuchen: Luca Grünwald (Waldkraiburg) wurde mit seiner Yamaha des Teams Freudenberg Rennfünfter und damit Dritter der Klasse Superstock 1000 ccm. Den Sieg holte sich Superstock-Pilot Danny de Boer (Niederlande/Yamaha) vor dem ersten Superbike-Piloten, Mathieu Gines (Frankreich/Van Zon-Remeha-BMW)

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Glück im Unglück für Luca Grünwald

Dabei hatte Grünwald Glück im Unglück: Als vor ihm Roman Stamm (Schweiz) an seiner Maschine einen Motorenplatzer hatte, »konnte ich gut ausweichen und bin dabei nicht gestürzt, nachdem ich ein paar Ölspritzer abbekam. Doch das Rennen wurde daraufhin abgebrochen und er als Zweiter und ich als Dritter gewertet. Das fand ich ein wenig schade, weil Stamm der Grund des Abbruchs war. Insgesamt betrachtet war dieses Ergebnis aber okay«, so der 21-Jährige.

Beim zweiten Lauf war nach vier Runden wegen eines heftigen Gewitters Schluss. Da noch nicht 25 Prozent der geplanten Distanz absolviert waren, blieb dieser Lauf – in dem Mathieu Gines führte – ohne Wertung. In der Gesamtwertung der Superstock-Klasse führt nun Grünwald (111 Punkte) vor Danny de Boer (110) und Marco Nekvasil (Van Zon-Remeha-BMW/67), in der Superbike-Klasse liegt Gines vorn.

Insgesamt war Grünwald mit der sportlichen Bilanz zwar zufrieden, aber nicht gerade begeistert: Die Strecke war nämlich »auf keinen Fall einfach zu meistern. In erster Linie schon wegen der geänderten Streckenführung mit einer kürzeren Variante für Autorennen, die zwei enge und sehr, sehr langsame Kurven beinhaltet. Ich denke, dieses Layout mochte keiner von uns Motorradrennfahrern«, berichtet er.

Doch »am schlimmsten wirkte sich der abgefahrene Gummi aus, der nach den jeweiligen Trainingssitzungen oder Rennen einer Autoklasse auf der Piste lag. Deswegen veränderten sich die Streckenverhältnisse ganz wesentlich.« So freut er sich schon auf seinen nächsten IDM-Einsatz in Zolder (Belgien), wo dann ausschließlich Motorradrennen auf dem Programm stehen.

Für die Fans am Lausitzring dagegen bot die Kombination aus Auto- und Motorradsport eine spannende Abwechslung – so auch das ADAC GT Masters. In diesem boten der Kirchanschöringer Christopher Haase sowie Christiaan Frankenhout (Niederlande) wechselhafte Leistungen: Während die Audi-Piloten in Diensten von Car Collection Motorsport im ersten Rennen mit einer starken Leistung von Platz 19 bis auf Platz 7 (und damit in die Punkteränge) fuhren, ging im zweiten Rennen vieles schief. Christopher Haase hatte im Qualifying den 12. Startplatz erobert. »Dabei haben mir nur zwei Zehntel gefehlt und wir wären einem Top-Fünf-Resultat sehr nahe gekommen«, bedauert der Kirchanschöringer. Insgesamt müsse man sich im Zeittraining noch verbessern, »was gerade in einem so engen Feld besonders wichtig ist.«

Das Rennen selbst war dann sehr chaotisch, wie der 28-Jährige berichtet: Zwischen der zweiten und fünften Runde »hat es praktisch permanent gekracht. Da kam ich noch relativ unbeschadet durch. Doch nach der ersten Safety-Car-Phase wurde der Bentley immer langsamer, sodass ich dachte, er hätte ein technisches Problem. Doch gerade, als ich ihn überholen wollte, gab er wieder Vollgas – worauf ich vom Gas gehen musste. Damit war mein Schwung weg, und ich wurde gleich von mehreren Verfolgern überholt. » Rang 12 reichte nicht mehr zu weiteren Punkten. Zeit, an Verbesserungen zu arbeiten, gibt es verhältnismäßig viel, denn erst am Wochenende 22. bis 24. Juli geht es im ADAC GT Masters weiter. Für Haase selbst aber stehen zuvor noch im Rahmen der Blancpain Series Rennen am Circuit Paul Ricard (Frankreich/24. und 25. Juni) und am Nürburgring (1. bis 3. Juli) auf dem Programm.

Im GT Masters nehmen Haase/Frankenhout mit 17 Punkten den 14. Platz ein. In Führung liegen Connor de Philippi/Christopher Mies vom Audi-Team Montaplast (83 Punkte).

Im Deutschen Tourenwagen Masters hatte Martin Tomczyk (Rosenheim) Pech: Der Pilot des Teams BMW Schnitzer verbuchte einen Ausfall und einen 19. Platz.

In der ADAC Formel 4 holte sich Mick Schumacher mit zwei Siegen in drei Läufen die meisten Punkte auf dem Lausitzring und liegt in der Gesamtwertung mit 141 Punkten hinter Joey Mawson (152) auf dem 2. Platz. Sophia Flörsch (Grünwald) zeigte nach etwas Pech im Training ansprechende Rennen. Bestes Resultat war ihr 13. Platz im ersten Durchgang. Das reichte nicht ganz, um ihre Punktzahl in der Gesamtwertung (21) zu verbessern – nun liegt Flörsch hier auf dem 11. Platz. who