weather-image

Große Vorfreude auf die »Heim-WM« in Seefeld

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Kräftig anschieben und die Konkurrenz hinter sich lassen – das will Jonas Dobler (vorn) auch in dieser Saison tun.

Die Vorfreude auf die kommende Saison ist groß. »Die Weltmeisterschaft 2019 in Seefeld wird ein echter Höhepunkt, schließlich ist das nur eineinhalb Fahrstunden von hier entfernt«, blickt Skilangläufer Jonas Dobler vom SC Traunstein schon einmal voraus.


Auch die Vorbereitung passte bislang gut. Mit starken Leistungen bei einigen FIS-Rennen in Muonio (Finnland) hatte er dies eindrücklich bewiesen, »auch der Lehrgang mit der Nationalmannschaft dort war wirklich gut«, freut sich der 27-Jährige, der dem Zoll-Skiteam angehört.

Anzeige

Beim Weltcup-Auftakt pausiert Jonas Dobler noch

Zuletzt aber gab es einen kleinen Rückschlag: Dobler erkrankte, musste einige Tage mit dem Training ganz aussetzen. »Das ist zwar schon ausgeheilt, aber es dauert dann ein paar Tage, bis man wieder in der richtigen Verfassung für Wettkämpfe ist«, erklärt er. Daher wird er beim Weltcup-Auftakt an diesem Wochenende in Kuusamo (Finnland) noch pausieren und trainierte in der Heimat mit dem neuen Stützpunkttrainer Hans Reiter, ehe er eine Woche später in Lillehammer ins Wettkampfgeschehen eingreifen will.

Bei seinem Training kamen zwar neue Impulse durch Hans Reiter, den neuen Herren-Bundestrainer Janko Neuber und den neuen Teamchef Peter Schlickenrieder hinzu. Ansonsten habe sich aber an seiner Vorbereitung grundsätzlich nicht viel geändert. Zum einen vom Umfang her, zum anderen »wohne und trainiere ich immer noch am selben Ort.«

Dobler hat schon seit mehreren Jahren einen hohen Trainingsumfang und ist auch im Weltcup gut etabliert. Daher waren »eigentlich schon in der vergangenen Saison regelmäßige Plätze unter den Top 15 das Ziel – und ich weiß auch, dass ich das kann.« Bewiesen hatte Dobler dies vor allem in der Saison 2015/16, in der er mit beachtlichen 295 Punkten 27. des Gesamtweltcups geworden war – und dabei 23. der Distanzwertung.

Dass es in den beiden folgenden Wintern nicht mehr so gut klappte, hatte auch mit Erkrankungen zu tun, doch auch da gab es sportliche Höhepunkte. Unter ander erreichte der Traunsteiner bei der WM 2017 in Lahti (Finnland) Rang 21 im Skiathlon und Rang 6 mit der Staffel. Ein Jahr später folgte bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang ebenfalls Rang 6 mit der Staffel und Platz 22 im Skiathlon. Mit der Olympia-Teilnahme »habe ich mir meinen sportlichen Lebenstraum erfüllt«, freut sich der Traunsteiner.

»Aber ich habe mich in der gesamten vergangenen Saison nie wirklich in Höchstform gefühlt, bin halt so mitgeschwommen«, erinnert er sich. »Wir haben viel analysiert, aber es wurde nicht wirklich ganz klar, woran es liegt.« Doch nur in sehr guter Form sind – angesichts der enormen Ausgeglichenheit in der Weltspitze – die angestrebten regelmäßigen Top-15-Plätze möglich. »Wenn man das schafft, dann rutscht man auch mal an einem guten Tag in die Top Ten rein«, weiß der 27-Jährige.

Konzentration auf die eigenen Stärken

Darüber, ob dieser Schritt nach vorne gelingt oder nicht, entscheiden Nuancen. Im Hinblick auf sein Trainingsprogramm »müssen wir das Rad nicht neu erfinden« – aber eben noch besser ins Rollen bringen. Daher habe er »versucht, mich auf das zu konzentrieren, was mich früher stark gemacht hat.«

Zudem versuche man immer, noch Dinge zu optimieren, »auch was das Zusammenspiel zwischen Training und Erholung und die Ernährung betrifft. Das ist ohnehin eine andauernde Entwicklung.« Ebenfalls eine Weiterentwicklung gebe es durch den neuen Teamchef Peter Schlickenrieder. »Der Teamgeist war zwar schon vorher gut, aber er bringt noch mehr Teamfokussierung rein und versucht, auch hier Feinheiten zu verbessern.«

Zu den Feinheiten gehört auch die richtige Einteilung der Saison. Klar sei: Man könne nicht die komplette Anzahl an Wettkämpfen mit Vollgas bestreiten. Vielmehr gelte es, einzelne Regenerations- und Trainingsphasen einzubauen. Erster Höhepunkt ist die Tour de Ski, doch überstrahlt wird der kommende Winter von der WM in Seefeld. Bei den Titelkämpfen geht es für die Skilangläufer am 24. Februar 2019 mit dem Teamsprint los, der 50-km-Lauf (Freistil) im Massenstart am 3. März bildet den Abschluss. Und nicht nur wegen der erhofften heimischen Fans bietet die WM einen »Heimvorteil« für Dobler: »Wir können dort voraussichtlich auch mal einzelne Trainingseinheiten machen«, freut sich der 27-Jährige.

Obwohl er gerade erst ins beste Langlaufalter kommt, will er seine Zukunftsplanungen nicht zu weit treiben, eher von Saison zu Saison denken. Aber: »Die nordische Ski-Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf ist natürlich schon mein erstes längerfristiges Ziel. Vor eigenem Publikum anzutreten, das wird vielleicht sogar noch großartiger als Olympia.« who